Der Bundesrat behandelt ab Februar 2026 das Aussprachepapier zur Agrarpolitik ab 2030. Dieses dient der Verwaltung als Basis, um die Botschaft für die Agrarpolitik ab 2030 zu entwickeln. Verbände und Interessengruppen beginnen parallel, ihre Positionen zur Agrarpolitik und zu den bisher in der Begleitgruppe diskutierten Ideen zu konsolidieren.
- Der Schweizer Bauernverband möchte die Versorgung mit nachhaltig produzierten Lebensmitteln stärken. An der Neujahrsmedienkonferenz 2026 fordert der Verband eine gesamtheitliche Ernährungspolitik statt «nur» einer Agrarpolitik.
- Die Schweizer Milchproduzenten möchten die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Milchwirtschaft verbessern: mit besserem Grenzschutz und Direktzahlungen, die sich stärker nach der Ernährungsleistung, dem effektiven Arbeitsaufwand und den gemeinwirtschaftlichen Leistungen ausrichten.
- Mutterkuh Schweiz will die Rindviehhaltung als Ganzes besser und die gras- und weidebasierte Produktion stärker fördern sowie insgesamt die Haltung von Wiederkäuern besser honorieren.
- Die Konferenz der Landwirtschaftsdirektoren (LDK) will eine produzierende, bäuerliche Landwirtschaft und eine aktive Rolle der Kantone bei der Ausgestaltung der künftigen Agrarpolitik.
- Die Agrarallianz publiziert Anfang 2026 mehrere Positionspapiere und möchte insbesondere eine qualitätsorientierte, standortangepasste und gesamthaft nachhaltige Agrar- und Ernährungspolitik, um Fehlanreize in den Zahlungen zu reduzieren.
Diese und weitere Stellungnahmen zeigen die Schwierigkeit des Bundesrats: Er muss, soweit politisch notwendig, Ansprüche aufnehmen, um eine mehrheitsfähige Vorlage zu erstellen.

