Es bleibt nach wie vor warm und trocken. Westschweizer Anbaugebiete sind besonders von Trockenheit betroffen. Der Cercospora-Krankheitsdruck ist in diesen Regionen daher gehemmt. In den Gebieten, die aufgrund der lokalen Gewitter Niederschläge erwischt haben, ist jedoch weiterhin besondere Vorsicht geboten. Warme und feuchte Bedingungen können einen Cercospora-Befall stark fördern.
Nach Hagelschäden erstmal abwarten
In Regionen, in denen es letzte Woche zu Hagelfällen gekommen ist, sollte einige Tage mit einer Fungizid- oder Blattdüngerapplikation zugewartet werden. Aufgrund des zerhäckselten Blattwerks können Blattdünger nicht aufgenommen werden. Zudem ist der Nutzen einer Fungizidapplikation auf zerhäckselten Blättern nicht sehr gross. Daher ist es sinnvoll, mit einer Applikation zuzuwarten, bis der Blattneuaustrieb eingesetzt hat, um diesen zu schützen.
Eine Fungizidapplikation sollte entweder frühmorgens in das abgehende Tau oder spätabends auf intakte Rübenblätter erfolgen. Zudem sollten die Fungizidwirkstoffe von Behandlung zu Behandlung abgewechselt werden, um Resistenzbildungen zu vermeiden.
Abgelegte Blätter als erstes Symptom
Neben den Cercospora-Blattflecken tritt momentan auch die Rhizoctonia-Wurzelfäule in den Beständen auf. Befallene Rüben lassen zuerst ihre Blätter sternförmig auf den Boden fallen. Später beginnt der Wurzelkörper zu faulen. Die Krankheit wird allen voran durch strukturelle Schäden im Boden (Verdichtungen, Staunässen, saure pH-Werte) gefördert. Zudem kann Mais als Vorkultur von Zuckerrüben den Befall fördern, da Mais ebenfalls als Wirtspflanze dieser Krankheit gilt. Ein Befall kann lediglich vorbeugend verringert werden, indem man der Bodenstruktur Sorge trägt und Rhizoctonia-resistente Zuckerrübensorten verwendet.
Kalk, Mist oder Kompost aufs Stoppelfeld
Nach wie vor bieten abgeerntete Stoppelfelder ideale Bedingungen, um eine Aufkalkung für die nächstjährigen Rübenflächen vorzunehmen. Zurzeit kann bei Ricoter von vergünstigten Angeboten für Ricokalk profitiert werden.
Ricokalk ist ein Nebenprodukt aus der Rübenverarbeitung und lässt sich im Ackerbau sinnvoll wiederverwenden. Eine regelmässige Aufkalkung fördert die Strukturstabilität des Bodens, hebt den pH-Wert und verbessert die Nährstoffverfügbarkeit. Das Stoppelfeld kann nun auch gut für das Ausbringen von Mist oder Kompost genutzt werden.

