Die Hitze drückt den Kartoffelertrag heuer um 38 Prozent

Die Probegrabungen lassen für die Kartoffelernte 2026 wenig Spielraum: Der Ertrag liegt deutlich unter dem Vorjahr. An der GV informierte die Spesag über Ernteaussichten, Sorten, Qualität und Preise.

Die vielen Hitzetage haben bei den Kartoffeln deutliche Spuren hinterlassen. Das zeigten die an der Generalversammlung der Speise- und Saatkartoffelzentrale Düdingen AG (Spesag) präsentierten Probegrabungen. Die Ertragserhebung ergab im Mittel 276 Kilogramm pro Are – 38 Prozent weniger als im Vorjahr. Als Hauptstressfaktor wurden die zahlreichen Hitzetage genannt, die bereits im Juni einsetzten und sich im weiteren Sommer fortsetzten.

Neben dem tiefen Ertrag beschäftigen die Produzenten Qualitätsprobleme. Genannt wurden insbesondere Drahtwurmschäden und Zweitaustrieb. Erfreulicher sieht es bei der Verarbeitungseignung aus: Die untersuchten Proben erzielten im Backtest gute Resultate.

Für die Einlagerung gilt angesichts der schwierigen Saison umso mehr: Nur schalenfeste Ware gehört ins Lager. Mechanische Schäden bei Industriekartoffeln werden bei der Taxierung wieder abgezogen. Damit erfolgt eine Korrektur gegenüber den im Rahmen des Aktionsplans gegen Food Waste vorgenommenen Anpassungen.

Innovator dominiert bei Frites

Die Spesag-Kampagne 2026 umfasst 6220 Tonnen Friteskartoffeln und 1405 Tonnen Chipskartoffeln, insgesamt also 7625 Tonnen Industriekartoffeln. Speisekartoffeln sind nicht eingeplant.

Bei den Frites-Sorten entfallen 42 Prozent auf Innovator. Dahinter folgen Agria mit 34 Prozent, Markies mit 16 Prozent und Fontane mit 8 Prozent. Bei den Chipskartoffeln führt SH C 1010 mit 43 Prozent, gefolgt von Thalessa mit 37 Prozent, Beyonce mit 15 Prozent und Pirol mit 5 Prozent. Besonders Beyonce überzeugte bei den Probegrabungen mit schönen, runden Knollen.

Die Sortenwahl ist für die Spesag eng mit den Anforderungen der Verarbeiter verbunden. Stärkegehalt, Backfarbe, Knollenform und Kaliber entscheiden mit darüber, ob eine Partie für ihren vorgesehenen Absatzkanal geeignet ist. Die Abnehmer bestimmen deshalb wesentlich mit, welche Sorten und Mengen angebaut werden.

Bei Agria gibt es 2026 eine Anpassung der Taxierung: Bei Kalibern von 60 Millimetern und mehr werden die Mängel für grüne Knollen, Schlagschäden, Dry-core und Drahtwurm halbiert. Trotz der schwierigen Ernteaussichten können die Preise auf Vorjahresniveau gehalten werden.

Wechsel bei Planung und Präsidium

Für die Speise- und Veredelungskartoffelplanung war seit 2013 Lukas Lehmann, Geschäftsführer der Landi Düdingen, verantwortlich. Ende des Jahres geht er in Pension. Sein Nachfolger bei der Landi wird Fabrice Hardegger. Der scheidende Spesag-Verwaltungsratspräsident Heinz von Niederhäusern dankte Lehmann für seinen langjährigen Einsatz: «Die Planung muss die Wünsche der Produzenten und jene des Marktes zusammenbringen. Das ist natürlich nicht immer ganz einfach.»

Auch an der Spitze der Spesag erfolgt ein Wechsel: Benno Jungo übernimmt das Verwaltungsratspräsidium von Heinz von Niederhäusern. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurden Roman Rüdemann, David Perler und Pascal Johner. Alle drei gehören bereits dem Vorstand der Saatzuchtgenossenschaft Düdingen an. Damit bleibt die enge personelle Verbindung der beiden Organisationen bestehen.

Finanziell steht die Spesag gut da. Und trotz 38 Prozent tieferem Ertrag gibt es wenigstens beim Preis eine Konstante: Dieser kann auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden.

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