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Raufutterbörse Ostschweiz: Angebote weg in wenigen Tagen

Futter ist derzeit heiss begehrt: Inserate auf der Ostschweizer Raufutterbörse werden dutzendfach angeschaut und oft innert Tagen vermittelt. Der Maschinenring Ostschweiz rät Betrieben, ihren Bedarf konsequent zu deklarieren.

Die Futterknappheit in der Landwirtschaft treibt seit diesem Herbst die Nachfrage nach Vermittlungsplattformen für Raufutter in die Höhe. Nachdem die Zürcher Landwirtschaft im Rahmen der Herbstfutterbörse für Zürich und Schaffhausen bereits positive Erfahrungen gesammelt hat, zeigt sich nun auch in der Ostschweiz ein ähnliches Bild: Wer Futter anbietet, wird es rasch los. Wer sucht, muss sich gedulden.

Zürich als Vorbild

Ausgangspunkt für die Zürcher Herbstfutterbörse war die anhaltende Trockenheit: Trockene Bedingungen hatten das Wachstum vieler Wiesen und Weiden stark eingeschränkt, was zu spürbaren Ausfällen führte. Die Lancierung sei eine direkte, pragmatische Reaktion auf diese Versorgungslage gewesen, sagt ZBV-Geschäftsführer Ferdi Hodel.

Als zusätzliche Futterquellen rückten dabei vor allem zwei Optionen in den Fokus: Zwischenfutter nach der Getreideernte sowie Körnermais, der bei entsprechender Eignung auch als Silomais genutzt werden kann. Der ZBV selbst tritt dabei nicht als Vertragspartei auf – die Börse vermittelt lediglich den Kontakt. Vereinbarungen zu Preis, Ernte, Transport oder Bezahlung treffen die Betriebe direkt untereinander.

Der Zürcher Bauernverband (ZBV) zieht eine positive Bilanz zur Herbstfutterbörse, die den direkten Kontakt zwischen Anbietern und Suchenden ermöglicht. Täglich kommen neue Einträge dazu – und die Vermittlungsdynamik ist hoch: Bei Angeboten erhalte man oft schon nach ein bis zwei Tagen die Rückmeldung, dass ein Käufer gefunden sei, sagt Barbara Hembd von der Öffentlichkeitsarbeit des ZBV.

Gesuche blieben dagegen tendenziell länger online. Auffällig sei zudem, wie stark sich die Landwirtinnen und Landwirte auch abseits der Börse untereinander organisieren: Vieles werde direkt in der Nachbarschaft geregelt. Die Börse selbst habe bei manchen Betrieben womöglich sogar den Anstoss gegeben, überhaupt aktiv zu werden.

Neben der reinen Vermittlung setzt der ZBV deshalb auch auf fachliche Unterstützung – mit frühzeitigen Praxistipps etwa zum Anbau von Zwischenfutter oder zur Nutzung von Körnermais als Futtermais.

Ostschweizer Raufutterbörse: gut angelaufen, Angebote im Nu weg

Auch in der Ostschweiz ist reagiert worden: Der Verband Thurgauer Landwirtschaft, der St. Galler Bauernverband, die Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten, die Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost, die Beratung Arenenberg und der Maschinenring Ostschweiz haben gemeinsam eine Raufutterbörse organisiert, die inzwischen Teil einer nationalen Plattform ist.

Die Börse sei gut angelaufen, das Interesse vorhanden – und immer mehr Verbände würden sich der nationalen Börse anschliessen, sagt Fabian Brühwiler, Geschäftsführer des Maschinenrings Schweiz.

Das Muster gleicht jenem in Zürich, fällt aber noch ausgeprägter aus: Angebote seien häufig nur kurze Zeit auf der Börse zu finden, da die Nachfrage je nach Region sehr stark sei. Inserate würden innert kürzester Zeit dutzendfach angeschaut. Auffällig sei dabei, dass Futtersuche-Inserate eher zurückhaltend publiziert würden – wodurch sich der effektive Bedarf nur schwer abschätzen lasse.

Was den Betrieben geraten wird

Fabian Brühwilers Rat an Landwirtinnen und Landwirte, die über die Börse (noch) nicht fündig geworden sind: den eigenen Bedarf unbedingt deklarieren, bestehende Angebote sichten und aktiv mit den Anbietern in Kontakt treten. Zusätzlich empfiehlt Brühwiler den direkten Austausch mit Berufskollegen – insbesondere mit viehlosen Betrieben, die in normalen Jahren häufig Futter wie Mais oder Heu verkaufen. Sein Fazit: Wenn nicht kommuniziert werde, könne auch nicht geholfen werden.

Als wichtige Ergänzung zur Börse nennt er zudem den parallelen Aufruf «Futter statt Gründüngung». Sollte in den kommenden Wochen noch etwas Regen fallen, bestehe durchaus Potenzial, dass auf manchen Flächen noch etwas geerntet werden könne.

Ein Trend, der bleiben dürfte

Auch Ferdi Hodel geht davon aus, dass sich Landwirtschaftsbetriebe künftig öfter auf solche Lösungen abstützen müssen. Längere Trocken- und Hitzeperioden dürften die Erträge im Futterbau stärker schwanken lassen – flexible Instrumente wie digitale Vermittlungsplattformen, vorausschauende Futterplanung und regionale Netzwerke würden dadurch wichtiger. Langfristig brauche es zudem widerstandsfähigere Böden, trockenheitstolerante Pflanzenbestände und ausreichende Reserven, um Extremjahre besser abzufedern.

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