Die Stickstoff-Effizienz verbessern und Bodenverdichtungen vermindern: Das ist das Ziel des Luzerner Ressourcenprojektes «Lachgas», das im Juli 2026 gestartet hat. Damals fand in Sursee eine Informationsveranstaltung statt, an der rund 30 interessierte Landwirte teilnahmen.
Individuelle Beratung auf dem Betrieb
Für Beratungen angemeldet hätten sich bisher 15 Betriebe, sagt Tobias Härri von der Luzerner Dienststelle Landwirtschaft und Wald. Die Grundanforderung, dass die gesamtbetriebliche N-Bedarfsdeckung unter 90 Prozent liegen müsse, habe einige Interessierte von einer Teilnahme abgeschreckt, sagt Härri.
Der Projektperimeter sei nun ausgedehnt worden – neben dem Wahlkreis Sursee auch auf den Wahlkreis Hochdorf. Deshalb findet am 15. Oktober eine weitere Orientierung am BBZN Hohenrain statt für Interessierte im Projektperimeter. Ziel sei es, weitere Testbetriebe zu finden, die bereit seien, ab 2027 Massnahmen umzusetzen.
Anmeldungen bis Ende Oktober
Die Landwirte könnten sich bis Ende Oktober melden für eine individuelle und unverbindliche Beratung auf ihrem Landwirtschaftsbetrieb, um mögliche Massnahmen zu besprechen, heisst es in einem Aufruf des Kantons. Die Massnahmen werden dann während acht Jahren umgesetzt. Dabei wird untersucht, was sich in der Praxis bewährt und wie sich Lachgasemissionen wirksam reduzieren lassen.
Im August hätten bereits erste Betriebsberatungen stattgefunden, das Echo sei positiv gewesen. Die Landwirte hätten nun Zeit, die vorgeschlagenen Massnahmen zu überdenken und sich dann definitiv für ein Mitmachen zu entscheiden.
Bodenverdichtungen reduzieren
Zu den Massnahmen gehören beispielsweise der Einsatz von Pflanzenkohle, das Ausbringen von Hofdünger mittels Verschlauchung zur Minimierung der Bodenverdichtung oder das Ausbringen von Untersaaten per Drohne.
Ziel wäre es, im zweiten Jahr rund 50 Betriebe für das Projekt zu gewinnen – je nach Budget. Für die wissenschaftliche Begleitung durch Agroscope brauche es für ein sinnvolles Monitoring mindestens zehn Betriebe, welche die Massnahmen umsetzen, so Tobias Härri. Im kommenden Jahr soll, wenn möglich, mit 20 Betrieben gestartet werden. Das Luzerner Ressourcenprojekt Lachgas wird vom Bundesamt für Landwirtschaft sowie vom Kanton finanziell unterstützt.
Stickstoff besser nutzen
Lachgas wirkt als klimaschädliches Treibhausgas 300‑mal stärker als CO₂. Mit dem freiwilligen Projekt sollen die Lachgasemissionen auf den beteiligten Landwirtschaftsbetrieben um 20 Prozent reduziert werden.
Die langen Hitze- und Trockenperioden in diesem Sommer hätten gezeigt, dass sich die Landwirtschaft an die Veränderungen anpassen müsse. In der Landwirtschaft entstehe Lachgas vor allem nach der Stickstoffdüngung im Boden. Ein effizienter Einsatz dieser Dünger und ein möglichst schonender Umgang mit dem Boden seien wichtige Ansatzpunkte, um die Emissionen zu reduzieren, heisst es in der Medienmitteilung des Kantons.
Weitere Informationen: Ressourcenprojekt Lachgas

