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Aus BFF wird Acker – was braucht der Boden?

Damit der Anteil BFF insgesamt nicht noch weiter steigt, wenn 3,5 Prozent Acker-BFF Pflicht werden, nutzen manche Betriebe langjährige Flächen um. Grosszügig zu düngen ist dabei nicht generell empfehlenswert.

Artenreiche Wiesenbestände wachsen auf mageren Böden, und Biodiversitätsförderflächen (BFF) werden daher wenig bis gar nicht gedüngt. «Das Nährstoffniveau ist vermutlich jedes Jahr leicht gesunken», sagt Martin Bertschi vom Strickhof zum Stand langjähriger BFF. Will man solche Flächen wieder intensiver bewirtschaften, gilt es aber nicht nur diesen Umstand zu bedenken.

Der Standort bestimmt

Extensive Wiesen oder wenig intensiv genutzte Wiesen haben eine minimale Verpflichtungsdauer von acht Jahren an einem Standort. Nach dieser Zeit können diese BFF – rein rechtlich gesehen – anders genutzt werden. Sofern das Minimum von 7 Prozent BFF-Anteil der LN eines Betriebs für den Erhalt von Direktzahlungen weiterhin erfüllt ist.

Angesichts der Pflicht zu 3,5 Prozent BFF im Ackerbau, die ab 2024 gelten soll, sind solche Umnutzungen Realität. Das bestätigt Martin Bertschi, genaue Zahlen dazu gibt es aber derzeit nicht. «Eine extensiv genutzte Wiese wurde aller Voraussicht nach nicht auf gutem, wertvollem Ackerboden angelegt», bemerkt Bertschi. Der Standort ist somit nach wie vor nicht ackerbaulich wertvoll, auch wenn es beim Nährstoffniveau erhebliche Unterschiede geben könne. «Wenn der Standort keine hohen Erträge zulässt, etwa, weil der Boden steinig oder kiesig, die Lage steil oder schattig ist, bringen hohe N-Gaben nichts», hält der Pflanzenbauberater fest.

Relativ gute Bodenstruktur

Um zu wissen, wie es um P, K, Mg und allenfalls auch Spurenelemente steht, kann laut Martin Bertschi eine Bodenprobe sinnvoll sein. Nach mindestens acht Jahren dauernder Bedeckung und dank der intakten Wurzelmasse eines Wiesenbestands ist mit einer relativ guten Bodenstruktur zu rechnen. Wiesenumbrüche sind im Allgemeinen mit einem Pflug gut möglich, «mit einer Winterfurche ist das am wirksamsten», so Bertschi. Sofern die ehemaligen BFF keine Problempflanzen aufwiesen, sollte das Unkrautmanagement einer nachfolgenden Kultur nicht erschwerter sein als sonst in der Fruchtfolge. Als geeignet für die Umnutzung nennt der Berater vor allem Weizen und Mais, was Unkrautunterdrückung und Nährstoffbedarf angeht.

Position macht wertvoll

Langjährige BFF-Elemente sind wertvolle Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Daher sollte ihr Umbruch nicht leichtfertig entschieden werden. Auch das Bundesamt für Landwirtschaft findet solche Fälle schade, wie es auf Anfrage der BauernZeitung in diesem Zusammenhang bereits in einer früheren Ausgabe erläuterte. Es ist aber zuversichtlich, dass sich die Einführung der 3,5 Prozent Acker-BFF insgesamt positiv auswirken wird.

Während für eine extensive Wiese der Boden beziehungsweise ein ausreichend magerer Standort eine wichtige Rolle spielt, gilt das laut Martin Bertschi für Acker-BFF viel weniger. «Dort sind es vor allem die Positionierung und Vernetzung, die das Element wertvoll machen», so der Berater. Obwohl ein allzu üppiges Nährstoffangebot auch dort nicht förderlich ist, da sich dann auch Quecken, Disteln und Blacken wohlfühlen.

Eine sinnvolle Positionierung in der Landschaft gilt es beim Anlegen von Nützlingsstreifen, Säumen, Ackerschonstreifen, Bunt- und Rotationsbrachen sowie Getreide in weiten Reihen neben den gesetzlichen Vorgaben also zu berücksichtigen, damit der ganze Aufwand für die biologische Vielfalt auch wirklich einen Nutzen bringt.

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