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Lachgasemissionen im Bio-Gemüsebau reduzieren

Lachgas entsteht vor allem durch einen Stickstoffüberschuss im Boden. Das FiBL und die ETH testeten verschiedene Düngervarianten. Dabei stiessen sie auf interessante Ergebnisse.

Lachgas ist ein Klimagas, das etwa 300-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Ein Grossteil davon wird von der Landwirtschaft freigesetzt, insbesondere auf stark gedüngten Ackerböden. Es wird davon ausgegangen, dass im Gemüse- und Ackerbau zirka ein Prozent der N-Düngemenge in Form von Lachgas wieder verloren geht. Lachgasemissionen treten vor allem auf, wenn im Boden ein Überschuss an Stickstoff vorhanden ist, den die Pflanzen nicht aufnehmen können. Ausserdem bildet sich Lachgas vermehrt unter anaeroben Bedingungen, etwa nach Starkniederschlägen.

Test verschiedener Dünger

Im Rahmen einer Masterarbeit wurde am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und an der ETH Zürich ein Düngeversuch in Lauch durchgeführt, um Lachgasemissionen von verschiedenen organischen Düngevarianten zu erfassen. Vier Verfahren wurden verglichen: Düngung mit Federmehlpellets, Kleegras als Mulchschicht, Kleegras eingearbeitet und eine ungedüngte Kontrolle.

Es zeigte sich, dass die Emissionen im Gemüsebau sehr hoch sein können. So gingen im Versuch über die gesamte Kulturdauer zwischen 10 bis 28 kg Stickstoff pro Hektare als Lachgas verloren. Die Stickstoffverluste durch Lachgasemissionen lagen im Versuch also eher im Bereich von zehn Prozent der ausgebrachten Stickstoffmenge. Ähnliche Studien zu Lachgasemissionen im Bioackerbau kommen je nach Vorfrucht auf Werte zwischen 0,5 bis 4 kg N/ha.

Bedarfsangepasstes Düngen

Die Ausgasungen waren vor allem in der ersten Kulturhälfte und nach Niederschlagsereignissen besonders hoch. Hauptgrund für die hohen Lach-gaswerte dürfte ein vorübergehender Stickstoffüberschuss zu Kulturbeginn sein. So fiel im Versuch das eingearbeitete Kleegras-Düngeverfahren durch die höchsten Lachgaswerte auf, wohl eine Folge der starken N-Mineralisierung aus dem Kleegras. Eine bedarfsangepasste Düngung in mehreren Gaben kann helfen, Stickstoffüberschüsse und somit Lachgasverluste zu vermindern. So wurden im Handelsdüngerverfahren mit gesplitteten Düngergaben tendenziell tiefere Emissionen gemessen als im Grasdüngeverfahren. Noch tiefer waren die Ausgasungen in der Tendenz im Verfahren mit Mulch. Dieses zeigte trotz einmaliger Düngergabe eine sehr gleichmässige N-Mineralisierung über die gesamte Kulturdauer, und dies bei den höchsten Erträgen aller Verfahren. Die Stickstoffversorgung via Mulch hat sich in diesem Versuch also als interessante Alternative zu organischen Handelsdüngern herausgestellt. Mehr zum Thema Düngung im Bio-Gemüsebau gibt es an der diesjährigen Erfa Bio-Gemüse-tagung am 4. August am Bioschwand in Münsingen BE zu hören. Unter anderem mit einem ausführlichen Vortrag zum hier vorgestellten Lachgasversuch.

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