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Erdmandelgras: Kleine Knöllchen, grosse Verwechslungsgefahr und ein riesiges Problem

Erdmandelgras breitet sich im Mittelland aus. Seit Januar 2026 gilt: Wer einen Befall findet, muss handeln. Was das bedeutet und wie eine wirksame Bekämpfung des Neophyten gelingt.

Eine grasähnliche Pflanze in der Ecke einer Parzelle. Dreieckige, markgefüllte Stängel ohne Knoten, hell- bis dunkelgrün glänzende Blätter, v-förmig und steif, goldfarben blühend, 30 bis 70 Zentimeter hoch.

Wer eine Pflanze ausreisst, sieht an den Wurzeln kleine braune Knöllchen – sogenannte Erdmandeln, kaum grösser als eine Erbse. Das Erdmandelgras (Cyperus esculentus) wird laut dem Merkblatt von FiBL, Bio Suisse, Agroscope, BFH-HAFL und dem Kanton Bern leicht mit anderen Sauergräsern, Seggen oder Hirsen verwechselt. Die Erkennungsmerkmale sind deshalb entscheidend.

Eine Pflanze mit enormer Vermehrungskraft

Das Gras steht in der Schweiz auf der Liste der invasiven Neophyten des BAFU. Es breitet sich vorwiegend in Ackerbaugebieten im Tessin und dem Mittelland aus und profitiert vom Klimawandel. Seine eigentliche Waffe sind die Knöllchen: In Topfversuchen ermittelten die Forschenden eine Vermehrungsrate von circa 1:750.

Die Knöllchen überwintern im Boden, keimen ab 10 °C Bodentemperatur und behalten ihre Keimfähigkeit für mindestens drei bis fünf Jahre. Vor allem in Hackfrüchten und Gemüsekulturen kann das Sauergras die Kulturen so stark konkurrenzieren, dass es laut FiBL zu Totalausfällen kommen kann.

Melden, informieren, Maschinen reinigen

Seit dem 1. Januar 2026 besteht in der Schweiz eine Melde- und Bekämpfungspflicht. Wer Erdmandelgras auf der eigenen Fläche oder auf einem Nachbarfeld sichtet, muss den Fund der kantonalen Pflanzenschutzfachstelle melden, Lohnunternehmer und Nachbarn informieren und – das wird oft unterschätzt – Schuhe, Maschinen und Reifen sauber reinigen, bevor die Parzelle verlassen wird.

Knöllchen und Pflanzen werden mit verseuchter Erde an Maschinen und Reifen verschleppt; eine konsequente Reinigung ist laut den Fachleuten unerlässlich, um die Ausbreitung zu verhindern.

Was zu tun ist – je nach Ausmass

Was dann zu tun ist, hängt vom Befall ab. Bei wenigen Pflanzen gilt: grosszügig und tief ausgraben, mindestens 40 Zentimeter, und die Pflanzen im Kehricht entsorgen; nicht auf dem Kompost oder dem Mistplatz.

Die betroffene Fläche muss danach während mindestens zehn Jahren auf Befall kontrolliert werden. Bei grossflächigem Befall führt kaum ein Weg an der Schwarzbrache vorbei.

Erdmandelgras: Kleine Knöllchen, grosse Verwechslungsgefahr und ein riesiges Problem
Die Schwarzbrache wird zwischen Mai und August/September sechs bis acht Mal wiederholt durchgeführt.

Die Schwarzbrache: aufwändig, aber wirksam

Das Prinzip der Schwarzbrache ist folgendes: Der Boden wird zwischen Mitte Mai und August wiederholt flach bearbeitet, rund sechs bis acht Mal, jeweils wenn die Pflanzen das 3- bis 5-Blattstadium erreicht haben, also etwa alle drei Wochen. Damit werden die jungen Pflanzen zerstört, bevor sie neue Knöllchen bilden können.

In Praxisversuchen von Agroscope und BFH-HAFL führte die Schwarzbrache im ersten Jahr zu einem durchschnittlichen Rückgang des Knöllchenvorrats um rund 50 Prozent, nach zwei Jahren um 70 Prozent, nach drei Jahren um 80 Prozent.

Knöllchen sind über Jahre hinweg keimfähig

Dabei gibt es einiges zu beachten. Eine Bearbeitungstiefe von 10 Zentimetern ist laut den Fachleuten ausreichend – wer tiefer geht, vergräbt die Knöllchen in Schichten, wo sie schwer bekämpft werden können und über Jahre keimfähig bleiben.

Auf eine Rückverfestigung mit Walze oder Nachläufer ist zu verzichten, damit die Pflanzen nicht wieder anwachsen, ebenso auf jede wendende Bodenbearbeitung. Im Spätsommer gilt: eher früher eingreifen, da sich die Knöllchenbildung mit den kürzer werdenden Tagen beschleunigt. Bei mehrjähriger Schwarzbrache empfiehlt sich die Ansaat einer überwinternden, schnell wachsenden Gründüngung direkt nach dem letzten Bearbeitungsgang. Bewährt haben sich laut Merkblatt Grünschnittroggen, Winterwicken oder Winterfuttererbsen.

Die Kulturwahl macht einen Unterschied

Wintergetreide (vor allem Weizen, Gerste und Triticale), Hanf, Kopfkohlarten und Salate sind geeignet, weil sie einen hohen Konkurrenzdruck aufbauen. Schlecht geeignet und wegen der hohen Verschleppungsgefahr bei der Ernte problematisch sind laut FiBL Kartoffeln, Zuckerrüben, Karotten und fast alle Feldgemüse.

Wer das Erdmandelgras heute erkennt und konsequent handelt, hat demnach eine Chance. Wer wartet, schafft sich ein Problem, das den Betrieb über viele Jahre begleiten wird.

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