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Futterbautagung in Riffenmatt: Trockenheitsresistente Wiesen und passende Kühe für den Bergbetrieb

An der AGFF-Frühlingstagung in Riffenmatt BE stand die Zukunft des Futterbaus in höheren Lagen im Fokus. Die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus und Agroscope präsentierten neue Erkenntnisse zu trockenheitsresistenten Mischungen, zur gezielten Bestandeslenkung in Naturwiesen und zur Wahl standortangepasster Kuhrassen für steile Berggebiete.

Eisiger Wind zog über die Schwarzenburger Voralpen, am Vorabend waren die Matten kurzzeitig wieder weiss. Über 350 Interessierte kamen an die diesjährige Frühlingstagung der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus (AGFF) in Riffenmatt BE, die von Agroscope organisiert wurde. Die vielen Anwesenden zeigten das grosse Bedürfnis nach Weiterbildung zu standortangepassten und zukunftsfähigen Bewirtschaftungsmethoden.

Mischungen für den Futterbau in höheren Lagen

Die Forschungsanstalt Agroscope hat in Riffenmatt BE Feldversuche durchgeführt, in denen trockenheitsresistente Futterbaumischungen untersucht wurden. Riffenmatt ist mit über 1100 Metern über Meer eine nicht mehr raigrasfähige Lage. Ziel der Versuche war es, herauszufinden, wie die verschiedenen Mischungen mit Phasen von Trockenheit umgehen können. Zwei Standardmischungen (SM 431 und 481), die in Bergregionen häufig verwendet werden, dienten als Referenzen, um den besten Kompromiss zwischen Produktivität und Trockenheitsresistenz zu evaluieren. Die Mischungen basieren auf der Dominanz des jeweils ertragsstärkeren Hauptgrases sowie einem Anteil von Arten, die als trockenheitsresistent gelten. Die Mischungen sollten so weit flexibel sein, dass sie auch in trockenen Jahren noch gute Erträge liefern.

Sie werden entweder vom Knaulgras oder vom Wiesenfuchsschwanz dominiert – oder von beiden gemeinsam – und durch weitere gängige Arten ergänzt. Zu dieser Grundmischung wurden trockenheitsresistentere Arten beigefügt (Rotschwingel, Rotes Straussgras, Schotenklee und Spitzwegerich).

Faustregel ist, dass rund ein Viertel des Bestandes aus robusten Sorten bestehen sollte. In den Versuchen wurden Wiesenfuchsschwanz und Knaulgras als Leitgräser ausgewählt, die aber im zweiten Nutzungsjahr vom Roten Straussgras dominiert wurden. Die 481er Mischung hat sich laut Julie Klötzli von der AGFF gut etabliert und schafft den Konsens zwischen Qualität und Ertrag.

Den Bestand in Naturwiesen lenken

Ziel ist, die Qualität des Futters über die Jahre beizubehalten oder sie durch geeignete Massnahmen zu fördern. Hier ist die Bewirtschaftung zentral. Zeitiges Überweiden oder ein früher erster Schnitt im Frühling fördern die Bestockung und können unerwünschte Arten zurückdrängen. Zur Bestandeslenkung kann in Weiden auf einen Säuberungsschnitt verzichtet werden, wie Olivier Huguenin von Agroscope ausführte.

Durch das gezielte Versamen der guten Futtergräser kann so der Bestand erhalten oder verbessert werden. Allerdings muss beachtet werden, dass gerade etwa der stinkende Hahnenfuss ebenfalls versamt, was nicht erwünscht ist. Übersaaten zur Verbesserung des Futterbestandes gelingen entweder früh im Frühling oder ab August. Ein später letzter Schnitt oder eine starke Weidenutzung im Herbst lassen die Wiesen schwach in den Winter gehen, wodurch sie stärker auswintern und dem Bestand langfristig schaden.

Kuhrasse passend zum Standort wählen

Wie kann man die Eigenschaften der verschiedenen Kuhrassen nutzen, um Wiesen und Weiden standortgerecht und nachhaltig zu bewirtschaften? Untersuchungen von Agroscope zeigen die deutlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Rassen und ihren Ansprüchen. Sie untersuchten das Verhalten verschiedener Kuhrassen an unterschiedlicher Hanglage und bei unterschiedlichem Futterangebot. Klar, dass die Holstein-Kühe weniger berggängig sind und bei schlechterem Futterangebot rasch in ein Defizit geraten.

Dafür zeigten sich Rinder der kleineren, extensiven Rassen, wie beispielsweise die Hochlandrinder, ideal zur Pflege der Alpweiden und für die Beweidung steiler Lagen. Die Umsetzung in der Praxis wurde von zwei Bauern aus der Region vorgestellt. Christoph Glauser hält Jersey-Kühe. Für seinen Betrieb in Riffenmatt und den dazugehörigen Alpbetrieb eignet sich die kleinrahmige Milchkuh sehr gut. Sie punktet mit ihren hohen Gehalten und ihrer guten Persistenz. Durch ihr geringeres Gewicht verursacht sie weniger Trittschäden und ist auch in Hanglagen gängig. Glauser produziert graslandbasiert Milch und setzt nur bei den hochlaktierenden Kühen selbstproduzierten Mais ein.

Swiss Fleckvieh und Zwergzebus als Kombination

Fritz Reusser hingegen hat in seinem Betrieb in der Bergzone 2 zwei entgegengesetzte Rassen mit unterschiedlichem Einsatzgebiet. Einerseits hält er SF-Kühe, die er möglichst intensiv füttert, mit der entsprechenden Leistung. Andererseits hat er eine Herde mit Zwergzebus, mit denen er die sehr steilen Flächen beweidet und das Futter der Ökoflächen für die Winterfütterung nutzt. Mit den Zebus produziert er extensiv Fleisch und nutzt sie zur Landschaftspflege, dort, wo die SF-Kühe zu schwer sind und mit dem Futterangebot keine Leistung bringen würden.

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