In den beiden letzten Jahren haben viele Naturwiesen unter Trockenheit gelitten. Es entstanden grosse Lücken in den Beständen, die oft mit Hirsen und Ackerunkräutern wie Amaranth und Vogelmiere gefüllt wurden. Obwohl im aktuellen Jahr mehr Niederschlag gefallen ist, haben sich in den letzten Wochen mit hohen Temperaturen diese unerwünschten Pflanzen wieder etabliert, weil sich die Bestände noch nicht vollständig erholt haben.
Lücken sind das Hauptproblem
Hirsen und Co. bilden viele Samen, die sich über diverse Wege verbreiten können. So werden zum Beispiel Samen aus Heu über den Verdauungstrakt von Kühen auf die Weide getragen, Vögel tragen die Samen über grosse Strecken und auch mit Erntemaschinen können Felder angeimpft werden. In Hanglagen spielen heftige Unwetter mit oberflächlichem Wasserfluss eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Hirsen.
Kommen horstbildende Gräser wie Italienisch Raigras oder Wiesenschwingel in Wasserstress, ziehen sich die Horste zusammen. Nach einer Schnittnutzung ist dann genügend offener Boden vorhanden für neu keimende Pflanzen, die diese Lücken sehr schnell füllen. Auch in Weiden gibt es immer wieder Durchwuchs von Hirsen und Amaranth, falls die Grasnarbe nicht sehr dicht ist.
Absamen muss verhindert werden
Um das Keimen der Samenunkräuter und Hirsen zu verhindern, sollten trockenheitsempfindliche Bestände nur dann geschnitten werden, wenn genügend Wasser im Boden vorhanden ist für einen schnellen Wiederaustrieb. Mit hohem Schnitt (8 statt 5 cm Schnitthöhe) wird der schnelle Wiederaustrieb gefördert und das Keimen der einjährigen Pflanzen unterdrückt.
Haben sich Hirsen und Amaranth bereits etabliert, sollte in den nächsten Wochen das Absamen verhindert werden. Weiden schonend nachmähen und das überständige Futter abführen. In Schnittwiesen nicht Heu sondern Silage produzieren, um das Ausfallen der Samen zu verringern. Zudem werden viele Samen im Silo bei längerer Lagerdauer abgetötet.
Hirsen erfrieren im Winter
Einjährige Pflanzen erfrieren im Winter. Somit weisen befallene Wiesen im Frühling erneut Lücken auf, die im März und April geschlossen werden müssen, noch bevor die Hirsen wieder keimen. In Weiden kann neben einer Übersaat mit Frühjahrsweide die Grasnarbe verbessert werden. In Schnittwiesen gilt es, das Leitgras alle paar Jahre versamen zu lassen, um mit einer dichten Grasnarbe Samenpflanzen im Hochsommer keinen Raum zu lassen.

