Der Schnittzeitpunkt spielt für die Qualität des Futters eine wichtige Rolle. Um den gewünschten Nährwert und einen guten Ertrag zu erreichen, sollten 10 bis 50 Prozent der Ähren oder Rispen sichtbar sein. Siliert wird in einem früheren Stadium, damit der Zuckergehalt der Pflanzen die Milchsäuregärung optimal unterstützt.
So wird Futter mit hohen Nährstoffgehalten erreicht. Wenn beim Heuen zugewartet wird, dann, um strukturreicheres Futter mit dafür tieferen Nährstoffgehalten zu ernten.
Erster Schnitt als Reinigungsschnitt
Ein rechtzeitiger erster Schnitt fördert zudem die Bestockung der Gräser. Davon profitieren besonders Kunstwiesen im ersten Hauptnutzungsjahr. Hier wirkt der erste Schnitt auch als Reinigungsschnitt: Unerwünschte einjährige Kräuter können durch einen zeitigen ersten Schnitt nachhaltig zurückgedrängt werden. Das sind unter anderem das Hirtentäschchen oder die weiche Trespe.
Die guten Futterbaugräser sollten einen Anteil von 50 bis 70 % ausmachen. In Kunstwiesenmischungen beträgt der Kleeanteil je nach Nutzung und Mischung um die 30 bis 50 %. Mit einem höheren Kleeanteil sind die Bestände nutzungselastischer.
Schnitthöhe des Mähwerkes einstellen
Häufig wird zu tief gemäht. Abgetrocknete Bestände und eine Schnitthöhe um zehn cm helfen, den Verschmutzungsgrad beim Mähen merklich zu senken. Auch bei etwas älterem Futter ist ein möglichst tiefer Rohaschegehalt anzustreben.
Zum Silieren sollte der Schnittzeitpunkt so gewählt werden, dass die Wiese abgetrocknet ist. Durch die Sonneneinstrahlung ist der Zuckergehalt am Nachmittag am höchsten, so gibt es eine gute Milchsäuregärung, damit auf Silierzusätze verzichtet werden kann.
Nicht nur beim Silieren ist es wichtig, auf sauberes Arbeiten zu achten. Die Arbeitstiefe von Kreiselheuer und Schwader sollte nicht zu tief eingestellt werden; das Futter soll vollständig aufgenommen werden, ohne dass die Zinken im Boden kratzen.
Es lohnt sich in jedem Fall, die Maschinen sauber einzustellen. Für das Silieren wird so das Risiko von Fehlgärungen minimiert, zudem wird das Futter besser gefressen.

Wann aufbereiten?
Wird das Futter mit dem Mähen aufbereitet, sollte man sich einige Überlegungen dazu machen: Wie lange dauert das Zeitfenster, bis das Futter eingetan werden muss? Ist eine genügend lange Trockenperiode in Sicht?
Ist der Bestand gräserreich, so kann getrost auf den Aufbereiter verzichtet werden. Mit dem Aufbereiter werden viele Insekten getötet oder verletzt, gerade Bienen überleben einen Durchgang durch den Aufbereiter häufig nicht.
Morgens oder abends sind deutlich weniger Bienen und andere Insekten unterwegs. So kann durch die Wahl der Tageszeit dieses Risiko deutlich gemindert werden. In kleereichen Beständen, die geheuet werden, braucht es meist den Aufbereiter, um Bröckelverluste zu vermeiden.
Heu trocknet auch am Walm
Generell gilt: Je trockener das Futter ist, desto weniger Touren braucht es beim Kreiseln. Und je trockener das Futter, desto weniger Bearbeitung braucht es. Sonst werden wertvolle Pflanzenteile weggeschleudert, die nicht mehr als Futter zur Verfügung stehen.
Häufig genügt es, das noch etwas feuchte Heu vom Boden aufzunehmen und mit dem Schwader an den Wallmen zu rechen. Die warme und trockene Luft reicht aus, um die Restfeuchtigkeit verdunsten zu lassen und Bröckelverluste so zu verhindern.
Gerade für Belüftungsheu kann so auf einen Durchgang mit dem Kreiselheuer verzichtet werden. Für Bodenheu, das auf den Stock kommt oder in Ballen gewickelt werden soll, muss darauf geachtet werden, dass auch die dickeren Stängel gut angetrocknet sind, damit das Futter nicht warm wird.

