Bei weit fortgeschrittenen Rapsbeständen besteht kein Risiko mehr für Schäden durch Käfer. Auch die Gefahr eines starken Erdfloh-Larvenbefalls dürfte in den meisten Beständen nicht sehr hoch sein. Bei Unsicherheit sollte man sich bei der kantonalen Pflanzenschutzdienststelle erkundigen.
Schneckendruck im Raps sehr hoch
Der Schneckendruck ist aufgrund des regenreichen Sommers sehr hoch. Je nach Bodenbearbeitung, Bodenstruktur und Vorkultur unterscheidet sich die Schneckenpopulation von Parzelle zu Parzelle. Auf stark befallenen Parzellen reicht erfahrungsgemäss ein einmaliger Einsatz von Schneckenkörnern oft nicht aus. Im Falle einer wiederholten Behandlung muss die vorgeschriebene zweiwöchige Pause zwischen den Behandlungen eingehalten werden.
Ausfallpflanzen bei Vorkulturen wie Raps oder Getreide
Getreide ist auf ein gleichmässiges, eher fein bearbeitetes Saatbett (gemäss Fünflibertest) mit gutem Bodenschluss angewiesen. Insbesondere bei Vorkulturen wie Raps oder Getreide sollte auf eine gründliche Bodenbearbeitung geachtet werden, um Ausfallpflanzen zu bekämpfen. Aufgrund von Hagel und der witterungsbedingten, späten Ernte sind die Produzent(innen) bezüglich Ausfallpflanzen regional unterschiedlich betroffen.
Bei später Weizenaussaat Saatmenge erhöhen
In engen Mais-Getreide-Fruchtfolgen sollten zudem Maisstrohreste eingearbeitet oder mindestens zerkleinert werden. Das Mulchen zersetzt die Ernterückstände schneller, wodurch das Fusarienrisiko sinkt und die Population der Maiszünsler im nächsten Jahr dezimiert wird.
Vereinzelt wurde bereits Weizen gesät. Die Saattiefe bei Weizen sollte zwischen zwei bis drei Zentimeter betragen. Falls die Samen zu tief gesät werden, wird die Bestockung negativ beeinträchtigt. Bei einer oberflächlichen Saat besteht die Gefahr von Schäden durch Bodenherbizide. Unter optimalen Bedingungen reicht eine Saatmenge von250 bis 350 Körnern/m2. Da spät gesäte Bestände weniger bestocken, empfehlen wir die Saatmenge ab dem 20. Oktober je nach Standort und Anbautechnik auf 350 bis 450 Körner/m2anzupassen. Bei mechanischer Unkrautbekämpfung ist die Saatmenge um 10 % zu erhöhen.
Alternativ zum Herbizid Getreide ab 3-Blatt-Stadium striegeln
Mit dem Trend zum herbizidlosen Anbau gewinnt die mechanische Unkrautbekämpfung an Bedeutung und kann für viele ÖLN-Betriebe eine Alternative zur chemischen Regulation sein. Getreide kann ab dem 3-Blatt-Stadium gestriegelt werden, wenn das Wurzelwerk bereits genügend entwickelt ist. Blindstriegeln im Getreide wird nur selten praktiziert. Hier sollte darauf geachtet werden, dass das Saatgut eher tief (zirka 3 cm) gesät wird, damit die Keimscheide nicht erfasst wird.
Beim Winterweizen wird meistens erst im März/April gestriegelt, da eine mechanische Unkrautregulierung im Herbst noch nicht nötig ist. Hingegen ist bei Winterroggen und Wintergerste eine mechanische Unkrautregulierung schon im Oktober erforderlich. Im Frühjahr käme diese bereits zu spät, da das Getreide während der Bestockung unkrautfrei sein muss.
Herbizide wirken bei feinkrümeligen Boden optimal
Falls die Unkrautbehandlung bereits im Herbst erfolgen soll, wird die beste Wirkung erzielt, wenn im 1- bis 3-Blatt-Stadium eines der bewährten Herbizide für den frühen Nachauflauf eingesetzt wird (z. B. Herold SC, Miranda, Malibu, Trinity, Boxer + Stomp Aqua usw.). Diese Herbizide weisen sowohl eine Boden- als auch eine Blattwirkung auf und haben auch noch auf die im Frühling auflaufenden Unkräuter eine Wirkung. Unter feuchten, feinkrümeligen Bodenbedingungen wirken die Herbizide optimal.

