ABO

Ackerbau: Schädlingsdruck ist auf tiefem Niveau

Kühle Temperaturen und Bise haben den Schädlingsdruck bei Raps und Zuckerrüben gesenkt. Dennoch sind weiterhin Kontrollen notwendig. Erste Pilzkrankheiten wurden in den Gerstenbeständen beobachtet.

Aufgrund der guten Bedingungen während der letzten Tage und Wochen konnten alle anstehenden Feldarbeiten durchgeführt werden. Die Rüben sind praktisch überall gesät worden und frühe Saaten zu grossen Teilen schon aufgelaufen. Das Setzen der Kartoffeln ist in vollem Gange. Der Raps entwickelt sich gut und die Fungizid-Behandlungen plus Verkürzung in intensiv geführtem Getreide wurden in entsprechend entwickelten Beständen bereits durchgeführt. Allgemein ist der Schädlingsdruck aufgrund der Bise und der kühlen Temperaturen über die letzten Tage auf tiefem Niveau und auch der Krankheitsdruck ist aufgrund des trockenen Wetters tief.

Weizen beginnt zu schossen

Die meisten Weizenfelder befinden sich im Stadium DC 30 (Beginn Schossen) bis DC 31 (1-Knoten-Stadium). Die Halmverkürzung mit CCC (bis ins DC 30) ist vielerorts wohl durch. Der Fokus bei der Verkürzung liegt nun auf dem Einsatz von Moddus, Metro Class oder Medax (ab DC 31). Für die ersten weit entwickelten Bestände können solche Behandlungen nach dem Wochenende ins Auge gefasst werden. Da nach einem Einsatz dieser Produkte drei Tage lang strahlungsintensives, wüchsiges und warmes Wetter für eine gute Wirkung herrschen sollte und die Bestände nicht gestresst sein dürfen, sind die Voraussetzungen dann optimal. Temperaturen sollten nicht unter 5°C in der Nacht fallen und sollten über 10°C am Tag betragen.

Gerste: Erste Pilzkrankheiten aufgetreten

Gerste ist im Stadium DC 31–32. Die zweite Düngergabe ist abgeschlossen und in intensiv geführten Beständen ist der Einsatz eines Wachstumsregulators in Kombination mit einem Fungizid bereits erfolgt oder steht unmittelbar bevor. Beobachtet werden konnten in dichten Beständen einige Mehltaupusteln, Netzflecken sowie Rhynchosporium-Flecken. Aufgrund des tiefen Krankheitsdrucks wird auch eine 1-Fungizid-Strategie ins Fahnenblatt ausreichend sein.

Rapsglanzkäfer wenig aktiv

In vielen Beständen sind bereits die ersten offenen Blüten sichtbar (DC 60) oder sie werden noch Ende dieser Woche in dieses Stadium kommen. Ab den ersten offenen Blüten ist die Rapsglanzkäferbekämpfung dann schon passé. In später entwickelten Beständen liegt der Fokus weiterhin auf der Kontrolle des Schädlings. In diesen kann der Glanzkäfer noch bis in das Stadium DC 59 (Blüten noch geschlossen) und bei Überschreiten der Bekämpfungsschwelle bekämpft werden.

Zur Ermittlung der Bekämpfungsschwelle klopft man quer durchs Feld 10 × 5 Pflanzen in eine Kartonschachtel aus und zählt pro Pflanze die Anzahl abgeschüttelter Glanzkäfer. Im DC 57–59 liegt diese Schwelle bei fünf Käfern pro Pflanze. Der Glanzkäfer ist aufgrund der kühlen Temperaturen wenig aktiv und eine Bekämpfung kurz vor dem Aufblühen bleibt gut abzuwägen. Sobald die Blüten offen sind, verursacht der Glanzkäfer keinen Schaden mehr an den Knospen. Ab Beginn Blüte können nur noch Fungizide zur Bekämpfung der Sklerotinia bis ins DC 65 (Vollblüte, 50% der Blüten am Haupttrieb offen) eingesetzt werden. Wichtig ist, dass der Einsatz ausserhalb des Bienenfluges (<10°C), am späteren Abend oder in der Nacht, erfolgt. Wenn immer möglich, sollte aber des Images wegen auf solche Behandlungen verzichtet und auf Mittel mit Prothioconazol unmittelbar vor der Blüte gesetzt werden.

Zuckerrüben: Erdfloh-Kontrollen notwendig

Die Saaten sind praktisch alle in der letzten bis Anfang dieser
Woche abgeschlossen worden. Teilweise wurden Saaten auch bereits früher im März durchgeführt. Diese Bestände sind bereits aufgelaufen.

Regelmässig exakte Bestandeskontrollen sind ab dem Auflaufen wichtig, um allfällige Schäden durch Schnakenlarven oder Schnecken rechtzeitig erkennen zu können. Die Force-Beizung des Saatguts ist ein reines Kontaktinsektizid und wird im Saftstrom der Pflanze nicht verteilt. Deshalb bietet es keinen Schutz gegen oberirdisch fressende oder saugende Schädlinge. Die Zuckerrüben müssen deshalb gut auf durch Erdfloh verursachten Loch- und Schabfrass kontrolliert werden. Die Schadschwelle im Keimblattstadium liegt bei 50 Prozent der Pflanzen mit mehreren Frassstellen und eine Behandlung mit einem zugelassen Pyrethroid benötigt eine Sonderbewilligung durch die kantonalen Pflanzenschutzdienste. Die Aktivität der Erdflöhe ist auch hier aufgrund der kühlen Temperaturen tief. Übrigens handelt es sich beim Rübenerdfloh nicht um die gleichen Erdflöhe wie beim Raps und im Gegensatz zum Rapserdfloh schadet nur der Floh, nicht aber die Larve.

Weiterlesen