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9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen

Wer sich die Hälmchen auf Schweizer Wiesen genauer anschaut, entdeckt die Schönheit und Vielfalt der einheimischen Gräser. Hier finden Sie neun Gräser, die vor der Tür wachsen.

Das Gras ist grün. Das stimmt. Aber nicht alles, was grün ist und Halme bildet, ist dieselbe Pflanze. Unsere einheimischen Gräserarten unterscheiden sich in ihren Ansprüchen, ihrem futterbaulichen Wert – und auch in ihrem Aussehen. Im Folgenden stellen wir ihnen einige Gräser vor, die man im eigenen Garten, an Weg-, Feld-, oder Waldrändern wild wachsend finden kann.

Wichtige Begriffe

Rispe

Blütenstand mit Hauptachse und
verzweigten Ästen

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen

Ähre

Blütenstand mit unverzweigter Hauptachse,
an der die ungestielten Blüten sitzen

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen

Ährchen

Teile von der Rispe oder Ähre

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen

Blatthäutchen

Teil der Blattscheide, der am Blattansatz
am Halm zu sehen ist.

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen

1. Ein Engländer für den englischen Rasen

In den meisten Gärten bildet das Englische Raygras (Lolium perenne) die Rasenflächen. Es gehört zu den Fettwiesenpflanzen, mag es also nährstoffreich.

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Typisch für das Englische Raygras sind die sitzenden Ährchen, die also nicht an einem Stiel befestigt sind, sondern am Mittelteil der Ähre anliegen. (Bild jsc)
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Während die Oberseite des Blattes gleichmässige Längsrillen aufweist, ist die Unterseite stark glänzend. Die Blätter des Englischen Raygrases sind elastisch und brechen kaum, wenn man sie umbiegt. (Bild jsc)

2. Die Zierde einer Trockenwiese

Es wirkt wie eine Zierpflanze, mit seinen ausladenden, lockeren Rispen und den kleinen, hängenden Ährchen: Das Zittergras (Briza media). Es wächst auf mageren Böden und ist an seinem Blütenstand unschwer zu erkennen.

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Briza media bildet nur wenige Ährchen, die an kleine Glöckchen erinnern und violett bis strohgelb sein können. (Bild jsc)
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An den Blättern allein ist das Zittergras schwerer zu erkennen. Sie sind maximal einen halben Zentimeter breit und spitz zulaufend, mit einer seitlich eingerollten Spitze und einem sehr kurzen Blatthäutchen. (Bild jsc)

3. Knäueliges und bläuliches Allerweltsgras

Beim Wiesen-Knäuelgras (Dactylis glomerata) ist der Name Programm: seine Ährchen sind zu festen Knäueln zusammengedrückt. Es gedeiht auf Fettwiesen und Waldlichtungen.

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Oft wird die Blüte des Knäuelgrases violett oder rötlich, die einzelnen Äste der Rispe sind starr und abstehend. (Bild jsc)
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Die Blätter von Dactylis glomerata sind, wie der ganze Rest der Pflanze, bläulich bis grau-grün. Die Blattoberfläche ist rau, sodass man, wenn man das Blatt zwischen zwei Fingern festhält, nicht daran entlang nach unten fahren kann. (Bild jsc)

4. Knuddelweiches Pyjama-Gras

Es gibt kein flauschigeres Gras auf Schweizer Wiesen, als Holcus lanatus. Es is von oben bis unten wollig behaart, nicht umsonst trägt es den deutschen Namen Wolliges Honiggras. Da der untere Teil oft rötliche Streifen hat, hört man auch die Bezeichnung «Pyjama-Gras». Es wächst auf Fettwiesen, Weiden und in Flachmooren.

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Die Blüte des Wolligen Honiggrases ist weisslich-grün mit kleinen Ährchen. Auf dem Bild ist die Blüte noch nicht ganz reif, später klappen die Gruppen von Ährchen an waagrechten Stielen nach aussen. (Bild jsc)
9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Holcus lanatus hat breite Blätter, die sich dank dichter Behaarung richtig flauschig anfühlen. (Bild jsc)

5. Ein gescheckter Franzose

Diesem Gras begegnet man praktisch überall. Das Französische Raygras (Arrhenatherum elatius) wird bis zu 150 Zentimeter gross und auch als Glatthafer oder Fromental bekannt. Nach ihm ist ein ganzer Lebensraum benannt, die Fromentalwiese (Arrhenatherion). Es gehört zwar zu den Fettwiesenpflanzen, wächst aber auch auf Trockenwiesen oder in Krautsäumen.

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Die Ährchen sind beim Französischen Raygras glänzend und gelblich, oft violett gescheckt. Der ganze Blütenstand ist schlaff und hängt, wodurch die ganze Pflanze sich nach unten neigt. (Bild jsc)
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Passend zur grossen Pflanze werden auch die Blätter des Fromental vier bis acht Zentimeter lang. Sie sind breit, rau und tragen auf der Oberseite kurze Haare. (Bild jsc)

6. Taub und langhaarig

Bei der Tauben Trespe (Bromus sterilis) handelt es sich um eine Ruderalpflanze, sie wächst also auf sehr mageren Pionierflächen ohne richtige Erde (z. B. Schotterwege). Entgegen ihrem lateinschen Namen ist diese Trespe nicht steril. Der Namenszusatz bedeutet, dass es wenig Nährstoffe enthält und daher als Futterpflanze ungeeignet ist.

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Die Ährchen der Tauben Trespe sind langgestreckt und hängen an langen Stielen weit nach unten. Oft sind sie violett verfärbt. (Bild jsc)
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Die Ährchen der Tauben Trespe sind langgestreckt und hängen an langen Stielen weit nach unten. Oft sind sie violett verfärbt. (Bild jsc)
9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Die Blätter sind flaumig mit langen Haaren versehen, das Blatthäutchen lang und gefranst. (Bild jsc)

7. Gras mit streitbarem Duft

Das duftende Rauchgras erkennt man schnell an seinen kleinen Blüten, die meist nur etwa zwei Zentimeter lang werden. Überhaupt reicht Anthoxanthum odoratum mit seinen 20 bis 60 Zentimetern Höhe nicht an die Grösse anderer Gräser heran. Den Namen kann man gut nachvollziehen, wenn man an den Wurzeln des duftenden Rauchgrases schnüffelt. Je nach Empfinden riecht es stechend, aromatisch oder nach Jauche – auf jeden Fall eindeutig.

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Die Ähre auf dem Bild ist bereits leer. In diesem Zustand leuchtet das Rauchgras sehr auffällig auf Wiesen, da es oft vor den anderen Grasarten fertig geblüht hat. (Bild jsc)
9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Die Blätter sind kurz, hell und graugrün. Sie umfassen den Stängel mit einer haarigen Kante. (Bild jsc)

8. Allgegenwärtiger Allergiker-Schreck

Vielen ist das Einjährige Rispengras (Poa annua) ein Dorn im Auge. Mehr oder weniger wortwörtlich, denn sein Pollen löst Allergien aus. In einem gepflegten Rasen fallen Horste von Poa annua wegen ihrer bläulichen Farbe sofort auf und stören das einheitliche Bild.

9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Das Einjährige Rispengras wird nur fünf bis 30 Zentimeter gross, bevor es zu blühen beginnt. Seine Rispe bildet eine Dreiecksform in alle Richtungen. (Bild jsc)
9 häufige Schweizer Gräserarten: kein Halm gleicht dem anderen
Dieses Gras ist leicht an seinen Blättern zu erkennen: sie haben eine bootförmige Spitze und in der Blattmitte zwei weissliche, tiefe Rillen, die an Skispuren erinnern. (Bild jsc)

9. Der Rotschwingel ist auch grün

Festuca-Arten sind schwer auseinander zu halten. Auf Wiesen, Weiden und in lichten Wäldern wächst beispielsweise der Rotschwingel (Festuca rubra). Seine Rispe ist sehr schlank, die Ährchen oft rötlich oder gescheckt wie beim Fromental. Der Blütenstand kann aber auch ganz in Grün auftreten.

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Die Rispe dieses Grases ist gar nicht ausladend, die Ährchen sind an kurzen Ästchen befestigt. Die Blätter des Rotschwingels sind fest und spitz. Sie stechen, wenn man mit der Handfläche auf das Gras drückt und brechen beim umbiegen. (Bild jsc)

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