2019 war wieder ein Jahr wechselnder Witterungsereignisse. Während das Frühjahr gute Anbaubedingungen brachte, forderten der nass-kühle Mai und der trocken-heisse Sommer manche Kulturen heraus. Der verregnete Oktober verzögerte die Ernte der Herbstkulturen und stellte die Produzenten vor schwierigen Erntebedingungen.
Ausblick Brotgetreide
Die Aussaat- und Erntebedingungen bei den Getreidekulturen waren nach Aussagen von Swiss Granum unproblematisch. Damit das weiterhin so bleibt, soll der Anbau gut geplant sein. Swiss Granum strebt für die Ernte 2020 beim Brotweizen eine Aufteilung der Produktion auf die Klassen von 40% Top, 40% Klasse I und 20% Klasse II an.
Suisse Premium/Suisse Garantie (Fenaco):
- Region West-CH: Anteil Top reduzieren, Klasse I beibehalten, Klasse II erhöhen.
- Region Mitte-CH: Anteil Top beibehalten, Klasse I reduzieren, Klasse II erhöhen.
- Region Ost-CH: Anteile Top, Klasse I und II beibehalten
IP-Suisse:
- TopQ erhöhen, Top reduzieren, Klasse I und II erhöhen.
Bio Suisse:
- In Absprache mit den Abnehmern ausschliesslich Anbau von Top-Sorten gemäss Sortenliste FiBL.
IG Dinkel:
- Anbau von Oberkulmer Rotkorn in Regionen mit erhöhtem Gelbrost-Druck.
- In den übrigen Gebieten Oberkulmer Rotkorn oder Ostro möglich.
Die Produktion von Roggen, Dinkel und Biskuitweizen erfolgt in Absprache mit den Abnehmern.
Ausblick Futtermittelrohstoffe
Um die Auslandsabhängigkeit reduzieren zu können, empfiehlt Swiss Granum die Anbauflächen von Futterweizen, Körnermais und Eiweisserbsen auszudehnen. Die Anbauflächen von Gerste sowie von Triticale sollten beibehalten werden. Beim Anbau von Gerste ist dem Bedürfnis der Futtermühlen nach einem höheren Hektolitergewicht Rechnung zu tragen. Bei der Triticale sind mutterkornresistente Sorten zu wählen.
Ausblick Ölsaaten
Rapsöl ist weiterhin gefragt. Die Anbaufläche wird 2020 erneut ausgedehnt. Mit 99'200 t zugeteilten Raps konnte allerdings die gewünschte Anbaumenge von 106'000 t nicht erreicht werden. Die Zuteilungsmenge der Sonnenblumen (12'800 t) übersteigt die Vertragsmenge (9700 t). Die Ölmühlen werden ihre gesamte Verarbeitungskapazität dennoch auslasten können, weil weniger Raps als erhofft verarbeitet wird.
Ausblick Kartoffeln
2020 sollen die Kartoffelflächen auf dem diesjährigen Niveau bleiben. Swisspatat empfiehlt die Flächen- und Sortenplanung mit den Abnehmern abzusprechen. Die Ernte der Industrieware wird die gesamte Nachfrage nicht decken können, deshalb werden Ergänzungsimporte nötig sein. Die Preisbänder für konventionell und Bio bleiben für das Jahr 2020 unverändert. Die effektiven Produzentenrichtpreise werden gemäss Angebot bzw. der Nachfragesituation im kommenden Herbst
berechnet.
Ausblick Zuckerrüben
Schweizer Zucker ist weiterhin gesucht, daher ist das Mindestflächenziel für 2020 18'000 ha. Um Fehlmengen auszugleichen, ist im kommenden Jahr ein Import konventioneller Rüben ähnlicher Grössenordnung wie 2019 vorgesehen. Der Richtpreis bleibt unverändert zum Vorjahr. Aufgrund der Schwierigkeiten mit SBR wird es wieder keinen Abzug bei einem Zuckergehalt von 15 bis 16% geben, unter 15% gibt es einen reduzierten Abzug. Die Zuschläge bleiben unverändert. Für 2021 werden in den kommenden Monaten Diskussionen zur Anpassung der Zuckergehaltszahlung geführt. Die neuen Herausforderungen mit SBR und die Einschränkungen im Pflanzenschutz sollen dabei berücksichtigt werden. Zudem wird die Branche die Probleme und Störungen der Kampagne 2019 mit allen Beteiligten analysieren und Anpassungen für die kommende vorschlagen.

