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Pfefferminze kühlt und entspannt

Pfefferminze ist gut für die Verdauung und wirkt auf der Haut kühlend. Deshalb ist bei der Anwendung des Öls Vorsicht geboten. Als Tee ist Pfefferminze nicht nur krampflösend, sondern auch appetitanregend.

Wenn es ihr im Garten gefällt, entwickelt sich aus einem kleinen Pflänzchen über die Jahre ein Wald. Deshalb ist es sinnvoll, Pfefferminze in Töpfen zu ziehen. Ihren intensiven Geruch erkennt jeder – sei es vom Kaugummi oder vom Tee. Bei Menschen kommt Pfefferminze auch als schmerzlinderndes Öl bei Kopfweh zur Anwendung oder, auf ein Stück Zucker getropft, als krampflösendes Mittel gegen Bauchschmerzen.

Drogistin Michelle Krügel weist aber darauf hin, dass Pfefferminze wegen des Menthols sehr stark kühlend wirkt und beim ätherischen Öl Vorsicht geboten ist: Bei Mensch und Tier darf es nicht unverdünnt angewendet werden. Es kühlt so stark, dass es betäuben kann. 50 ml Olivenöl und 10 Tropfen ätherisches Öl sind ausreichend und erfolgreich am Tier erprobt.

Sie empfiehlt für die äusserliche Anwendung ein Hydrolat. Bei der Destillation mit Wasserdampf bleibt die kühlende und juckreizstillende Wirkung des Menthols in der Flüssigkeit erhalten. In einer kleinen Sprühflasche aufbewahrt, ist dieses Hydrolat im Sommer ein praktischer Begleiter auf dem Bauernhof: Es beruhigt die Haut von Tier und Mensch bei Insektenstichen und kühlt angenehm.

Pfefferminze ist gut für den Verdauungstrakt

Im FiBL-Faktenblatt zur Phytotherapie ist die Pfefferminze als vielversprechende Arzneipflanze für den Verdauungstrakt aufgeführt. Sie wirke gegen Bakterien, verstärke die Wirkung von Antibiotika, sei krampflösend und lindere Durchfall.

Pfefferminzöl einfach selber herstellen

Der Ratgeber «Kräuter für Nutz- und Heimtiere» schreibt, dass aufgrund wissenschaftlicher Ergebnisse eine unterstützende Verwendung von Pfefferminzblättern empfohlen werden könne bei Verdauungsstörungen, Blähungen, Magenschleimhautentzündungen sowie bei krampfartigen Beschwerden der Gallenblase und der Gallenwege. Die innerliche Anwendung von Öl wird in dieser Publikation bei Verdauungsbeschwerden, Reizdarm, Husten und Erkältung befürwortet, die äusserliche bei Husten, Erkältungen, rheumatischen Beschwerden, Muskel- und Nervenschmerzen, Juckreiz, Nesselsucht sowie bei Schmerzen bei empfindlicher Haut.

Als Öl definiert der Ratgeber nicht die kleinen Fläschchen mit ätherischem Öl, die es in Drogerien oder Apotheken zu kaufen gibt. Gemeint ist ein Mazerat, also Olivenöl (0,5 l), in welches zuerst ein Strauss Pfefferminze eingelegt und das dann zwei Wochen stehen gelassen wurde. Nach dem Abseihen (Minze gut auspressen) wird ein weiterer Strauss Minze in das Öl eingelegt und erneut zwei Wochen ziehen gelassen. Dieses Öl wird dann abgeseiht, in Flaschen gefüllt und kühl gelagert.

Anwendung

Innerlich als Tee (appetitanregend und krampflösend). Äusserlich bei Muskel- und Nervenschmerzen sowie Insektenstichen, Juckreiz und Hautpilz. Achtung: Pfefferminze kühlt stark wegen des enthaltenen Menthols; Öl bei Tieren nicht unverdünnt anwenden! Rinder erhalten 25 bis 50 g Pfefferminzblätter/Tag, 1 EL zerkleinerter Pfefferminzblätter entspricht etwa 1,5 g. Tee: Kälber, die zu Durchfall neigen, erhalten eine Mischung, die zu 25 % aus Minze, zu 50 % aus Kamille und zu 25 % aus Schafgarbe besteht. Inhalation: 3 bis 4 Tropfen Pfefferminzöl in heisses Wasser geben. Hydrolat (Wasserdampfdestillat): Kühlt z. B. bei Insektenstichen. Öl: Gegen Muskel- und Nervenschmerzen sowie bei Insektenstichen, Juckreiz und Hautpilz.

Steckbrief

Pfefferminze (Mentha × piperita) -Mehrjährige, winterharte Staude, bis zu 90 cm hoch. - Gedeiht am besten an warmen, sonnigen bis halbschattigen Standorten. - Bevorzugt feuchte, nährstoffreiche und lockere Böden. - Achtung: Pfefferminze breitet sich stark aus, daher im Topf halten oder in ein Beet mit Wurzelsperre pflanzen. - 15 cm lange Triebe ernten, wenn die ersten Blütenknospen erscheinen. An einem warmen, sonnigen Tag über den Mittag eine Handbreite über dem Boden abschneiden. - Verwendung: frisch oder getrocknet.

Quellen:

- Ratgeber «Kräuter für Nutz- und Heimtiere», 2. Auflage 2012, ISBN 978-3-200-02690-2 - «Kräuter- und Heilpflanzenatlas», Edition-lmz AG, 2.  Auflage 2025, ISBN 978-3-03888-380-7 - FiBL-Faktenblatt «Kälber und Ferkel mit Arzneipflanzen stärken»

Haftungsausschluss

Die Informationen zur Pflanze, zu deren Wirkung und das Anwendungsbeispiel sind eine Zusammenstellung aus verschiedenen Quellen. Die Wirkungen und Nebenwirkungen sind nicht vollständig aufgelistet. Die Schweizer Agrarmedien AG übernimmt keinerlei Haftung für die Folgen der Anwendung.