Lag es am Kartoffelsalat und dem heissen Schüblig oder zeigten Bäuerinnen und Bauern Solidarität in diesen unsicheren Tagen? Am 29. April 2022 füllten auf jeden Fall eine grosse Zahl Delegierte und Gäste des Schaffhauser Bauernverbands (SHBV) die grosse Maschinenhalle des GVS Agrar AG in Herblingen.
MTI-Abstimmung ist allgegenwärtig
Bauernsekretärin Virginia Stoll informierte, dass bei vielen Anlässen im 2022 der Fokus auf die Bekämpfung der Massentierhaltungs-Initiative gelegt werde. Vorgeschlagen sei zudem ein Tag der offenen Stalltüren. Wer sich vorstellen könnte, bei diesem Tag mitzumachen, soll sich an den Vorstand wenden. «Ich bin auf euch angewiesen», so Stoll.
«Wir müssen die Menschen zu unseren Ställen bringen, damit sie sehen, was bei uns geht.»
[IMG 3]Hendrik Güntert, frisch gewähltes Vorstandsmitglied Schaffhauser Bauernverband
Güntert tritt die Nachfolge von Hansueli Scheck im Vorstand an.
Urs Schneider, stellvertretender Direktor des Schweizer Bauernverbands, informierte über die Kampagne zur Bekämpfung der Massentierhaltungs-Initiative. «Wir müssen es wieder hinkriegen, dass wir alle miteinander aufmarschieren», sagte Schneider. Die Kampagne läuft bereits sehr gut. Eine Fahne mit drei Werbesujets stehe zur Auswahl und Social Media werde sehr intensiv genutzt.
Schlagfertigkeit beeindruckt
Ein passendes Gastreferat im Vorfeld der Abstimmung war jenes von Willi Kremer-Schilling. Bekannt als Bauer Willi setzt er sich in den Sozialen Medien nachhaltig, schlagfertig und humorvoll mit immer landwirtschaftsfremderen Menschen auseinander. «Eine Redaktorin eines Fernsehsenders weiss grundlegende Fakten der Landwirtschaft nicht», sagte Bauer Willi und fuhr fort: «Wir müssen in einer Sprache erzählen, welche die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung versteht. Der Andersdenkende ist kein Idiot. Er hat sich nur eine andere Wirklichkeit konstruiert.»

Die Landwirtschaft müsse sich mit der Kritik auseinandersetzen. Anstatt zu jammern und die Verantwortung auf andere zu schieben, brauche es kreative Kommunikation. «Wie wäre es mit einer privaten Einladung an die Nachbarn oder dass man sie einmal auf dem Traktor fahren lässt?» Öffentlichkeitsarbeit fange an, wenn man mit dem Traktor vom Hof wegfahre. Begegnet man Wanderern mit Respekt oder spritzt man sie mit Tempo an? Wie wäre es, mit den Nachbarn eine Whatsapp-Gruppe zu bilden und sie zu benachrichtigen, wenn die Gülle ausgeführt wird? Stichwort: Heute ist kein guter Tag, Wäsche aufzuhängen. Wichtig bei allen Gesprächen sei, sich nicht zu verteidigen.
«Man muss einen Dialog nicht gewinnen. Es reicht vollkommen, beim Gegenüber Gedanken in Gang zu setzen.»
Bauer Willi
Dazu helfe eine Portion Humor und Kreativität wie beispielsweise dieser Werbeslogan für Milch: «Dieser Kuhsaft ist zu 96,5 % fettfrei.»

