Am Start eines neuen Jahres beschäftigen uns häufig Zukunftsfragen. Zum Beispiel, wie sich angedachte Investitionen in nachhaltiges Wassermanagement, in einen neuen Betriebszweig oder in einen neuen Stall rechnen. Oder wie Erträge mithilfe von resilienten Anbausystemen und digitalen Techniken gesichert werden können. Oder wie die Neuausrichtung eines Betriebs im Zuge einer Hofübergabe gestaltet werden kann. Unabhängig von der gewählten Richtung: Wer investiert, rechnet mit der Zukunft. Und wer investiert, braucht solides Wissen, um künftige Chancen erfolgreich zu packen oder um Herausforderungen zu bewältigen.
Ich stelle mir immer wieder die Frage: Wie können Bildung und Beratung Landwirtschaftsbetriebe effektiv bei Zukunftsfragen unterstützen? Was müssen wir wissen, erforschen und leisten, um erfolgreich voranzukommen? Gemeinsam entwickelte kreative Lösungen sind heute mehr denn je gefragt. Und dafür ist die Agridea als unabhängige landwirtschaftliche Beratungszentrale und Ideengeberin prädestiniert.
Landwirtschaft und ländlicher Raum im Fokus
Die Agridea ist im Herzen des Landwirtschaftlichen Innovations- und Wissenssystems (Liwis) da, um Wissen aus Forschung, Bildung, Beratung und Praxis aufzuarbeiten, zu managen und bereitzustellen – in vielfältiger Weise über die digitale Wissensplattform Agripedia, über Informationsmaterialien, Kurse, Softwarelösungen, Datenmanagement und zahlreiche Projekte.
Die Landwirtschaft und der ländliche Raum in allen Sprachregionen der Schweiz stehen im Fokus der Agridea. Ich möchte bei der Agridea aber auch Brücken schlagen von der Lebensmittelproduktion zur Natur und von der Landwirtschaft in die gesamte Gesellschaft. Wir müssen interdisziplinär denken und alle Bereiche eines Landwirtschaftsbetriebs berücksichtigen, von Produktion über Ökonomie bis zu allen Aussenbeziehungen eines Bauernhofs. Ich möchte die gesamte Wertschöpfungskette einbeziehen, von der Heugabel bis zum Teller. Denn nur mit fairem Handel sowie mit verantwortungsvollem Konsum geht nachhaltige Produktion von Lebensmitteln.
Nachhaltiges Wassermanagement in der Landwirtschaft
In all diesen Themen müssen wir Räume und Plattformen für Dialog schaffen und uns ausreichend Zeit nehmen für deren Gestaltung. Eine zentrale Rolle spielen dabei Wissensplattformen, die als Schlüsselelement dienen, um gemeinsam die Herausforderungen in der Landwirtschaft anzugehen.
Ein aktuelles Beispiel hierfür ist das Forum für nachhaltiges Wassermanagement in der Landwirtschaft, das die Agridea gerade mit der HAFL Zollikofen und weiteren Partnern entwickelt. Beim Thema Wasser sind wir in der Schweiz in einer Lernphase und darauf angewiesen, alles verfügbare Wissen zu sammeln, zu vernetzen und dieses für die Praxis sowie für die Bildung und Beratung verfügbar zu machen, damit zum Beispiel Investitionen in Wasserretention und in sparsame Bewässerungstechniken gut gelingen.
Auf dem Weg zum Wissensmanagement der Zukunft bietet die Digitalisierung Chancen. Die Agridea engagiert sich sowohl digital als auch analog, um den persönlichen Austausch zu pflegen. Denn die Bedeutung des persönlichen Herzbluts und der Arbeit in Teams steigt mit zunehmender Komplexität des Wissens. Das sind wir uns in der Agridea bewusst und möchten dem im Landwirtschaftlichen Innovations- und Wissenssystem entsprechende Bedeutung beimessen.

