Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat vor Jahren ein Programm gestartet, um die Vielfalt von alten Obstsorten zu erhalten. Die Obstgarten Aktion Schaffhausen (OGA) hat sich dieser durchaus anspruchsvollen und wichtigen Aufgabe angenommen. Aktuell unterhält die OGA drei nationale Obstgärten auf dem Griesbach und in Buchthalen auf Schaffhauser Stadtgebiet sowie neu auch in Flurlingen. 1000 verschiedene Sorten sind in diesen Obstgärten zu finden.
1000 Apfel- und 700 Birnensorten
In einer engen Zusammenarbeit mit weiteren Partnern in der Region werden alte Sorten in entsprechenden Obstgärten erhalten. Die Vielfalt an Sorten beziffert die OGA auf:
- 1000 Apfelsorten
- 700 Birnensorten
- je 100 Kirschen-, Pflaumen- und Zwetschgensorten
- 20 Quittensorten
- 150 Walnusssorten.
In den Erbanlagen steckt viel Potenzial
In Flurlingen, oberhalb des Dorfes und direkt unter der A4, hat die OGA ihren speziell auf Birnen ausgerichteten Sortengarten auf einer Fläche von 85 Aren realisiert. Bereits 2017 ist die Projektentwicklung für die Birnen-Duplikatsammlung im Gebiet «Eichli» erfolgt und durch das BLW bewilligt worden. Im Oktober 2018 wurden die Flächen im Umfang von 85 Aren für das Anlegen der Anlage vorbereitet. Einen Monat später konnten die ersten 600 Birnenbäumchen gepflanzt werden.
Ein Jahr später kamen weitere 220 Jungbäume dazu. Um den Sortengarten mit weiteren, noch fehlenden Sorten zu ergänzen, sind in diesem Frühling solche veredelt worden. Auch sie können bald ausgepflanzt werden. In den Erbanlagen dieser zahlreichen Arten steckt viel Potenzial, die Eigenschaften können bei Neuzüchtungen sehr wertvoll sein. Besondere Eigenschaften wie natürlich vorkommende Krankheits- und Trockenheitsresistenzen, spezielle Geschmacks- und Aromanoten oder auch andere Fruchteigenschaften können so von alten, erhaltenen Sorten in der neuen modernen Züchtung als wertvolle Elemente genutzt werden.
Kamerunschafe halten die Flächen sauber
Im eingezäunten Birnenobstgarten sorgt eine Herde von Kamerunschafen für die Grünlandpflege, ohne dass dabei die jungen Birnenbäume durch diese eher kleinwüchsigen Schafe bei der Futtersuche geschädigt werden. Die Rasse mit Ursprung in Westafrika gilt mit Blick auf das Wetter und den Futteranspruch als sehr genügsam. Zugleich unterscheiden sie sich von den konventionellen einheimischen Schafarten dadurch, dass sie als Fellschafart nicht wie die Wollschafe geschoren werden müssen. Sinken die Temperaturen, so wächst eine spezielle Wolle als ein Unterfell heran. Wird es dann wieder wärmer, so wird diese durch die Schafe selber abgeworfen.

