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Bäuerin Corinne Bürge macht Glace aus Toggenburger Milch

Die Toggenburger Bäuerin Corinne Bürge stellt 15 Sorten Rahm- und Joghurtglaces aus regionaler Milch her. Auch die Früchte stammen ausschliesslich aus der Schweiz. Die Hauptsaison hat kürzlich begonnen.

Als Corinne Bürge vor Jahren in einer Ostschweizer Gelateria arbeitete, realisierte sie, was in herkömmlich hergestelltem Speiseeis häufig an Zusatzstoffen zu finden ist. Zum Beispiel Carboxymethylcellulose – ein Stabilisator, der für die typische Konsistenz sorgt und aus Holzfasern hergestellt ist.

«Gadeglace» wurde geboren

«Ich fragte mich, was dies in einer Speise zu suchen hat», erzählt die gelernte Bäcker-Konditorin. So begann sie nachzuforschen, wie man mit natürlichen Zutaten Glace herstellen könnte. In dieser Zeit lebte sie mit ihrem damaligen Mann auf einem Bauernhof in Bazenheid.

Nach einigen Vorbereitungen entschieden sich Bürges vor neun Jahren, selbst in die Produktion einzusteigen, und lancierten das Label «Gadeglace». «Gade» hat in verschiedenen Schweizer Dialekten die Bedeutung eines zum Bauernhof gehörenden Gebäudes, zum Beispiel eines Stalls.

Becher für Becher mit dem Dressiersack

Corinne Bürge richtete sich in Unterindal, einem Weiler ausserhalb von Lütisburg, einen modernen Verarbeitungsraum ein – mit Eismaschine, Gefrierschränken und Arbeitsflächen aus Chromstahl. Manches ist seither dazugekommen.

«Zum Beispiel habe ich anfänglich Becher für Becher mit dem Dressiersack abgefüllt», erinnert sie sich. Heute steht ihr dazu eine Abfüllmaschine zur Verfügung. Die eigentliche Produktion einer Charge nimmt jeweils etwa eine Stunde Arbeit in Anspruch. Danach kommt die fertige Mischung in den Gefrierschrank. Bis die Glace die richtige Konsistenz erreicht hat, dauert es je nach Sorte einige weitere Stunden.

Zutaten möglichst aus der Region

Rund 3000 Liter Milch bezieht Corinne Bürge jährlich von einem Landwirt in Bazenheid, um daraus frische Glace herzustellen. Auch die weiteren Zutaten sind – falls möglich – regional: «Die Früchte sind alle aus der Schweiz», betont sie. Die Produktion läuft jeweils das ganze Jahr über und richtet sich nach der Nachfrage. Die Hauptsaison dauert meistens von Ostern bis zum Ende der Sommerferien, je nach Wetterlage. Dabei kommt die Toggenburgerin ohne Unterstützung aus. Dies weiss sie zu schätzen: «Ich mag es, wenn ich meine Arbeit selbst organisieren kann», sagt die Absolventin der Bäuerinnenschule in Flawil. Gelegentlich hilft ihr ehemaliger Partner bei der Auslieferung.

Bäuerin Corinne Bürge macht Glace aus Toggenburger Milch
Haselnuss ist eine der etwa 15 Geschmackssorten, die jeweils im Sortiment sind.

Erhältlich sind die Rahm- und Joghurtglaces sowie Sorbets in Bechern von 125 ml und 5 dl sowie in Packungen à 1 Liter. Hauptverkaufspunkt ist der eigene Hofladen in Bräägg bei Bazenheid. Abnehmer sind zudem zwei Landi-Filialen, mehrere weitere Hofläden sowie einige Gastronomiebetriebe aus der Region.

Aus Sicherheitsgründen keine Heuglace

Das Sortiment von «Gadeglace» umfasst jeweils etwa 15 Sorten. Auf der Hitliste stehen Klassiker wie Vanille, Erdbeer, Caramel und Schokolade. Dazu kommen saisonale Sorten wie etwa Rhabarberglace oder Holundersorbet, im Herbst ausserdem Zimt und Quitte. Für einen Spezialauftrag hatte Bürge auch schon Büffel- oder Ziegenmilchglace hergestellt.

Zudem stand in früheren Sommern Heuglace auf der Sortenliste. «Dies dürfen wir jedoch von Gesetzes wegen nicht mehr herstellen, weil nicht gänzlich auszuschliessen ist, dass Heu Herbstzeitlosen enthält», sagt Bürge augenzwinkernd. Doch die zweifache Mutter lässt es sich nicht nehmen, ab und zu neue Geschmacksrichtungen auszutüfteln, wenn es ihre Zeit zulässt. So hat es kürzlich ein Erdbeer-Rhabarbersorbet neu ins Sortiment geschafft.

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