Traumnote 6,0 für Kilian Jans: Am BBZN Hohenrain werden die Abschlüsse gefeiert

Am BBZN Hohenrain schafften 42 von 44 LandwirtInnen das eidgenössische Fähigkeiteszeugnis EFZ - mit einem hohen Notendurchschnitt von 5,0. Kilian Jans schaffte gar die Note 6.

Die erfolgreichen AbsolventInnen für das EFZ Klasse 3 b am BBZN Hohenrain.(Bild: Josef Scherer)

Er habe kürzlich eine Meldung und Reklamation vom Polizeiposten Hochdorf erhalten, sagte Rektor Renato Isella überraschend an der Schlussfeier des BBZN Hohenrain: Schüler seien zu schnell gefahren, hätten an gefährlichen Stellen überholt und Sachen aus dem Auto weggeworfen. Die Standpauke an die Klasse folgte vom Prorektor postwendend.

Und Isella zog zum Vorfall Parallelen zum Berufsleben der Absolvent(innen): Gas geben sei schon gut, aber mit Bedacht. Zwischendurch Slalomfahren und Überholen könne Sinn machen, aber es brauche einen geraden Weg und eine klare Strategie im Leben, und Stress sollte vermieden werden. Aber Sachen ins Land werfen gehe gar nicht für angehende Bauern. Die Landwirtschaft sei auf Verständnis angewiesen. Isella rief dazu auf, nicht stehen zu bleiben, sondern sich weiterzuentwickeln.

Kilian Jans aus Root schaffte die Note 6,0 als Landwirt EFZ am BBZN Hohenrain.(Bild: Josef Scherer)

In Zweitausbildung die Traumnote 6

Die höchste Note, nämlich die glatte Traumnote 6,0, als Landwirt EFZ holte Kilian Jans aus Root. Der 28-Jährige lernte zuvor Landmaschinenmechaniker und arbeitete sechs Jahre in diesem Beruf. Viele Fächer seien ihm leicht gefallen, auch das Alter mache sicher etwas aus und die somit grössere Erfahrung. «Aber mit dieser Note habe ich nicht gerechnet.» Auch künftig werde er wieder im Erstberuf als Mechaniker bei der Firma Rogger in Kleinwangen arbeiten. Jans stammt nicht aus einer Bauernfamilie, kann aber zusammen mit seiner Freundin und Bäuerin Leonie Portmann in drei Jahren deren elterlichen Betrieb in Root übernehmen.

Von 44 zu den Prüfungen angetretenen Jungen haben 42 das eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ geschafft, mit einem hohen Notendurchschnitt von 5,0. Und es gab neun Ehrenmeldungen, darunter für Damian Bisang mit 5,7 und Remo Isenegger, Daniel Anderhub und Celine Gassmann für je die Note 5,6.

Beliebte praktische Kurse und Exkursion

Es sei die Vielseitigkeit, dass die Ausbildung zum Landwirt weiterhin so gefragt sei, meinte Daniel Nyfeler, im ersten Jahr Prorektor. Die Lernendenzahlen am BBZN seien denn auch seit Jahren stabil auf hohem Niveau. Dabei sei es doch nicht selbstverständlich, gleich viel Herzblut für Milchviehzucht und Buchhaltung zu entwickeln.

Für die Lehrpersonen sei es eine Leidenschaft, die jungen Auszubildenden auf ihrem Weg durch die Berufsbildung zu begleiten und einen Beitrag an den zu füllenden Wissens- und Kompetenzrucksack zu leisten. Von den Lernenden besonders geschätzt würden im dritten Lehrjahr jeweils die praktischen Übungen wie Produkteverkauf an Marktständen, die Spezialkurse und die zweitägige Exkursion. Die führte zu einem Schaffhauser Betrieb mit Spezialkulturen und Direktvermarktung, auf einen deutschen Demeter-Betrieb, zu den Kramer-Werken, zu einem Bio-Energiebetrieb und schliesslich noch auf einen 300 ha grossen Ackerbaubetrieb mit 200 Kühen.

David Wechsler vom BWZ Giswil wies auf die humorvolle und wissenshungrige neunköpfige EBA-Klasse hin. Vier Schüler stammten aus dem Kanton Luzern, von denen erreichten drei Agrarpraktiker die Ehrenmeldung.

Mut trotz widrigem Umfeld

Kantonsratspräsidentin Angela Lüthold meinte in ihrem Gratulationsvotum, dass ein guter Abschluss ein gutes Fundament, ein klares Ziel vor Augen und Leistungswillen voraussetze. Ein so komplexes System wie die Landwirtschaft sei auf Fachleute mit neuem Wissen angewiesen.

Markus Kretz, Präsident des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes, rief zu Mut und Tatendrang auf, trotz teils widrigem Umfeld. Er erwähnte die Marktlage, das Wetter, die tiefen Schweinepreise, mühsame Baubewilligungsverfahren, komplizierte administrative Abläufe, Kontrollen und die Bürokratie, welche nicht gerade motivierend seien. «Die Landwirtschaft erwartet mehr Augenmass, eine verlässliche Politik und mehr Wertschätzung.»

Den Start der Schlussfeier bildete traditionell die lange Traktorenparade, ein Zeichen von Selbstbewusstsein, Freude und Stolz, wie Prorektor Daniel Nyfeler meinte.

Die erfolgreichen Absolvent(innen)

Landwirt/in EFZ: Daniel Anderhub, Muri; Claudia Bättig, Ruswil; Damian Bisang, Kottwil; Simon Bucheli, Malters; Jeremy Bucheli, Schötz; Lars Burri, Malters; Toni Eberli, Altwis; Rafael Egli, Nottwil; Stefan Emmenegger, Neuenkirch; Ramon Estermann, Hildisrieden; Leonie Estermann, Hildisrieden; Michael Fleischlin, Sempach; Marcel Flück, Eschenbach; Laura Funk, Ottenbach; Nicolas Furrer, Retschwil; Celine Gassmann, Dagmersellen; Lian Grüter, Hohenrain; Raphael Häller, Buttisholz; Tobias Heini, Emmenbrücke; Guido Hurschler, Engelberg; Remo Isenegger, Inwil; Kilian Jans, Root; Cyrill Knüsel, Sempach, Janis Koch, Sempach; Adrian Krummenacher, Rothenburg; Gregor Urs Limacher, Ruswil; Lionel Moser, Ermensee; Sven Muff, Sempach Station; Marina Niederberger, Oberdorf NW, Roy Oberli, Gondiswil; Alexander Odermatt, Buochs; Daniel Odermatt, Stans; Silvan Ott, Hasliberg-Hohfluh; Nico Renggli, Neuenkirch; Cédric Roth, Eich; Quirin Seeholzer, Emmenbrücke; Patricia Sidler, Hagendorn; Remo Stocker, Neudorf; Peter Wetterwald, Wilihof; Ramon Willimann, Schenkon; Marco Zgraggen, Adligenswil; Simon Zimmermann, Hellbühl.

Landwirt/in EBA: Kevin Bögli, Oschwand; Gian Luca Camenisch, Winikon; Luca Ciresa, Gettnau; Philipp Schwendimann, Neuenkirch.