Der schon länger geplante «Runde Tisch Schweinemarkt» hat sich kürzlich getroffen. Der Schweizer Bauernverband (SBV) informierte in einer Medienmitteilung darüber. Auslöser waren die Überproduktion Anfang Jahr, die massiven Preisverwerfungen, die erforderlichen und erfolgreichen Notfallmassnahmen zur Marktentlastung – von den Produzenten finanziert – und die Uneinigkeit der Branche. Diese gipfelte an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung der Suisseporcs mit einer äusserst knappen Ablehnung eines Stilllegungskonzepts für Zuchtsauenplätze. «Zurück auf Feld eins», schrieb damals unsere Zeitung.
Marktentlastung hat gewirkt
Seitdem haben wohl ein hervorragender Grillsommer und etwas schlechtere Leistungen im Stall – wegen der Sommerhitze – zusammen mit der erwähnten Marktentlastung dazu geführt, dass der Markt vorübergehend im Lot ist. Vorübergehend deshalb, weil gemäss Aussagen der grössten Schweinevermarkter kaum Zuchtsauenplätze abgebaut wurden.
Der Schweinezyklus habe in den letzten Jahren an Tempo zugelegt und eine Krise folge auf die nächste, so der SBV. Vor diesem Hintergrund lud er die zentralen Akteure der Schweinebranche zu einem «runden Tisch» ein. Dieser war namhaft besetzt: Sämtliche Akteure – von den Produzenten, über den Handel, und die Abnehmer bis zu den relevanten Bundesämtern – waren dabei vertreten. «Verschiedene Massnahmen sollen helfen, den Schweinemarkt langfristig ins Lot zu bringen», resümiert der SBV in seiner Mitteilung. Die Teilnehmenden hätten Pisten festgelegt, die nun im Detail ausgearbeitet werden.
Stabiler Schweinemarkt als Ziel
Ziel war, Massnahmen für einen künftig stabilen Schweinemarkt zu definieren. Offenbar wurde auch ein gemeinsamer Nenner gefunden. «Nach eingehender Diskussion verständigten sich die Teilnehmenden auf konkrete Instrumente», schreibt der SBV weiter. Im Zentrum stehen die Verbesserungen der Daten über die Einstallungen, die generelle Optimierung der Markttransparenz über ein Markt-Dashboard, die Überarbeitung der Preisbildungsmechanismen für Jager und Schlachtschweine sowie die Erarbeitung von weiteren Begleitmassnahmen zum Ausgleich des Markts.
Eine von Proviande geleitete Arbeitsgruppe konkretisiert diese Pisten nun bis Ende Jahr. Danach gibt es einen zweiten «Runden Tisch», «um Nägel mit Köpfen zu machen», so der SBV zuversichtlich.


