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Mooh-Genossenschafter entscheiden: C-Milch wird im Krisenfall fair verteilt

Die ausserordentliche Generalversammlung hat entschieden: Die Milchproduzenten der Mooh stimmen Anpassungen der Einkaufskonditionen zu und wollen durch die Einführung von Referenzmengen die Wertschöpfung der Milch sichern.

«Eine ausserordentliche Generalversammlung findet nicht statt, wenn alles in Ordnung ist», eröffnet Martin Hübscher, Verwaltungspräsident der Genossenschaft Mooh, am Mittwoch, 14. Oktober 2026, die Versammlung am Strickhof in Lindau ZH.  Wie er rekapituliert, war 2026 die Menge an C-Milch sehr hoch und es musste umfangreich segmentiert werden. Dabei fühlten sich zahlreiche Produzenten, vor allem jene im Basismodell, benachteiligt.

Modellstruktur bleibt weiterhin bestehen

Warum dies so ist, verrät ein Blick in die Modellstruktur, die Mooh ihren Produzenten anbietet. Wählen Produzenten bei der Abgabe ihrer Milch an Mooh das Planungsmodell, können sie im Voraus festlegen, wie viel Milch sie im Monat liefern wollen. Dafür erhalten sie Planungssicherheit und gegebenenfalls einen Planungsbonus.

Demgegenüber steht das Basismodell, bei dem Produzenten ihre Milch ohne fest vereinbarte monatliche Menge an Mooh liefern. Die Abrechnung erfolgt dann nach geltenden Konditionen innerhalb der Segmentierung A, B oder C.  Produzenten im Basismodell sind dem Risiko tieferer Auszahlungspreise mehr ausgesetzt, weil sie keine vertraglich geplante Monatsmenge haben. Dieses Szenario war in diesem Jahr Realität für viele Milchproduzenten. «Wir müssen uns besser aufstellen, um diesem Strudel zu entgehen», stellt Martin Hübscher klar. 

Mooh-Verwaltungsratspräsident Martin Hübscher ist von der Referenzmengen-Lösung überzeugt. (Bild: Lisa McKenna)

Die Genossenschaft überlegte sich nun eine Lösung, mit der die C-Milch im Krisenfall fair auf alle Produzenten, egal ob Basis- oder Planungsmodell, verteilt werden soll. «Das Basis- und Planungsmodell bleibt weiterhin bestehen. Kommt es jedoch zu Überschussperioden, wird der Mechanismus der monatlichen Referenzmenge angewendet», erklärt der Präsident. Diese wird für jeden Betrieb und jeden Kalendermonat aus drei Jahren berechnet. Der tiefste Wert entfällt dabei.

Der Durchschnitt der beiden verbleibenden Jahre bildet die Referenzmenge. Diese entscheidet in Monaten mit viel C-Milch darüber, wie viel Milch eines Betriebes noch zu regulären Konditionen bezahlt wird und ab welcher Menge die ungünstigeren C-Konditionen gelten. In einem C-Milch-Monat wird demnach zuerst die C-Milch-Menge abgegrenzt; die verbleibende Milchmenge wird anschliessend nach dem gewählten Modell abgerechnet. «Weil es 2026 viel C-Milch gab, wird dieses Jahr nicht als Referenzjahr herangezogen, damit jene Betriebe, die ihre Produktion eingeschränkt haben, nicht dafür bestraft werden», erklärt dazu Mooh-Geschäftsführer René Schwager. Die Referenzjahre für 2027 seien demnach 2023, 2024 und 2025. 

Korrekturfaktor soll Marktlage berücksichtigen

Um auf die Marktlage zu reagieren, wird die Referenzmenge in einem C-Milch-Monat zusätzlich mit einem Korrekturfaktor multipliziert. «Dieser wird monatlich festgelegt und jeweils bis spätestens zum 20. des Vormonats kommuniziert», erklärt Benigna von Ballmoos, Projektleiterin bei Mooh.

Fällt in einem Monat keine C-Milch an, wird die gesamte Liefermenge unverändert nach dem Basis- beziehungsweise Planungsmodell abgerechnet. «Die C‑Milch wird also modellunabhängig ermittelt und so transparent und nachvollziehbar abgegrenzt», ergänzt Schwager. Martin Hübscher berichtet in diesem Zusammenhang: «Die C‑Menge, die wir einkaufen, müssen wir auch verkaufen – unsere Bücher müssen auch stimmen. Das können wir mit dem Korrekturfaktor steuern.»

Doch wie sieht es aus, wenn sich ein Betrieb vergrössert oder durch technische Investitionen mehr Milch produziert? «Betriebe, die ihre Produktion massgeblich verändern, können ihre Referenzmenge für ein Kalenderjahr gegen eine Gebühr um eine feste monatliche Menge erhöhen», erklärt von Ballmoos.

Die Erhöhung müsse mindestens 20 Prozent der betriebsindividuellen Jahresreferenzmenge betragen und sei in allen zwölf Monaten gleich hoch. Die Gebühr werde pro zusätzliches Kilogramm und Monat berechnet und für das ganze Jahr im Voraus bezahlt, unabhängig davon, ob die zusätzliche Menge genutzt wird oder C-Milch anfällt.  

«So wollen wir Produzenten, die sich vergrössern, helfen, das Risiko zu managen und ihre Investition abzusichern – ohne dabei Betriebe, die sich nicht vergrössern wollen, zu benachteiligen», so René Schwager. Wer das Geld bekomme, das durch die kostenpflichtige Erhöhung in die Kassen von Mooh fliesse, lautet eine Frage aus dem Publikum. «Das Geld wird im Falle eines Milchüberschusses an alle Produzenten ausgezahlt, um anfallende Exportkosten zu decken», antwortet Martin Hübscher. 

Veränderte Einkaufskonditionen werden klar angenommen

Die anschliessende Abstimmung zeigt mit 198 Ja-Stimmen zu 26 Nein-Stimmen, dass die Produzenten den von der Genossenschaft vorgeschlagenen Anpassungen der Einkaufskonditionen zustimmen.

Zusammenfassend fordert Martin Hübscher die anderen Branchenteilnehmer auf, mitzuziehen. «Wenn wir nicht in der Lage sind, die überschüssige Milch vom Markt zu nehmen, setzen wir die Segmentierung und damit rund 300 Millionen Franken aufs Spiel», stellt der Verwaltungsratspräsident klar. 

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