«Wir sind immer noch dran», erklärt Fabian Gut, Präsident der Raufutterhändler, «viel der bestellten Ware konnte unterdessen ausgeliefert werden.»
Die Situation auf Händlerseite hat sich beruhigt. Auch Ruedi Messerli, Ressortleiter Heu, Luzerne, Einstreu bei Fenaco GOF, die während Spitzenwochen rund 1800 Tonnen Raufutter mehr als üblich ausgeliefert hat, sagt: «Die Nachfrage ist immer noch hoch, hat sich aber wesentlich beruhigt im Vergleich zum Sommer.»
Allerdings sind die Preise und die sehr unterschiedliche Qualität nach wie vor Thema. «Das Futter entspricht nicht immer dem, was man sich wünscht», führt Gut aus. Doch: Da die Trockenheit ganz Mitteleuropa betroffen hat und der Bedarf an Raufutter wesentlich grösser als in normalen Jahren war, mussten neue Quellen erschlossen werden.
Luzerne mit guten Werten als Produktionsfutter
«Oft kommt das Heu aus Nordeuropa, wo es eher als Strukturfutter eingesetzt wird», sagt Ruedi Messerli, «die Auswahl hält sich in Grenzen, was den Energie- und Rohproteingehalt betrifft.» Dafür weise die importierte Luzerne im Allgemeinen gute Werte als Produktionsfutter auf und könne für den Einsatz beim Milchvieh empfohlen werden. Allerdings sinke allgemein tendenziell die Qualität des angebotenen Futters in einem sich zunehmend leerenden Markt.
Hohe Preise bringen Betriebe ans Limit
Die Preise sind rund 50 % höher als üblich, viele Betriebe sind am Limit ihrer Zahlungsfähigkeit angelangt. «Man hat den Herbst abgewartet und gehofft, noch möglichst viel Futter zu ernten», sagt Gut, «die Betriebsleiter müssen nun abwägen, ob die Herde verkleinert oder teures Futter zugekauft wird.»
Momentan sind viele Tiere noch auf der Weide. Die Betriebe versuchen, den Beginn der Winterfütterung möglichst lang hinauszuzögern. Vielerorts ist dank der Niederschläge noch einiges an Futter gewachsen, gerade auf der Weide ist es aktuell sehr milchig, was sich auch in der abgelieferten Milchmenge widerspiegelt.
Doch Ruedi Messerli schliesst nicht aus, dass es mit der Umstellung auf die Winterfütterung zu einer erneuten Nachfragewelle kommt. «Grundsätzlich sind alle Raufutter verfügbar, allerdings nicht immer in der präferierten Qualität und teils mit temporären Einschränkungen», führt er aus.

