Fast 45 000 Tonnen vom Markt genommen – der SGPV erklärt die Lage

Die gute Ernte bringt den Brotgetreidemarkt aus dem Gleichgewicht. Der Schweizerische Getreideproduzentenverband rechnet vor.

Trotz des Extremsommers geht man davon aus, dass die Erntemengen 2026 etwa dem Vorjahr entsprechen. In seinem aktuellen Marktbericht erklärt der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV), was das für Lagerhaltung und Entlastungsmassnahmen bedeutet.

Maximal für 2,5 Monate an Lager

Die Ernte dürfte heuer über 420 000 t liegen, so der SGPV. Zusammen mit den Importen (WTO-Kontingent von 70 000 t) und den Lagermengen (geschätzt 135 000 t) ergibt das 625 000 t Brotgetreide auf dem Schweizer Markt.

Dem steht ein Bedarf von 450 000 t für die Verarbeiter gegenüber. Somit wären vor der Ernte 2027 175 000 t am Lager. «Im Idealfall und um einen reibungslosen Übergang zwischen zwei Ernten zu gewährleisten, sollten die Lagerbestände etwa 2,5 Monaten Verarbeitung entsprechen», schreibt der SGPV weiter. Das wären 90 000 t. Grössere Lagerbestände würden zu hohen Kosten führen, die zulasten der Produzent(innen) gingen.

Weitere Massnahmen wahrscheinlich

Folglich hat der Verband entschieden, 21 400 t kurz nach der Ernte 2026 zu deklassieren. Wobei noch 12 000 t «Protein-Deklassierungen» hinzukommen sowie spezifische Massnahmen von IP-Suisse für rund 11 000 t. «Es werden also fast 45 000 t aus dem Brotgetreidemarkt genommen, um das Angebot zu begrenzen», so die Zusammenfassung.

Über weitere Massnahmen werde entschieden, sobald die Mengenbilanz der Ernte feststeht – also Ende Oktober. Eine zweite Marktentlastungsmassnahme scheint dem SGPV nötig, um Druck auf die Produzentenpreise zu vermeiden. Um nicht voreilig zu handeln, sollen möglicherweise kleinere Anbauflächen für Brotgetreide – zugunsten der Futterproduktion aufgrund des verbreiteten Mangels – so gut wie möglich abgeschätzt werden.

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