Im bedienten Hofladen der Familie Eigenmann in Berg SG kann man sechs Tage pro Woche einkaufen. Das eigene Sortiment umfasst zwischen 80 und 100 Produkte, dazu kommen Produkte von Nachbarbetrieben und eine Käsetheke. Diese komme bei den Kunden sehr gut an, sagt Betriebsleiterin Sandra Eigenmann.
Anfangs mit Eiern, Obst und Gemüse
Direktvermarktung gibt es auf dem Eigenmannshof schon seit 40 Jahren. Am Anfang hätten ihre Schwiegereltern, Edith und Bruno Eigenmann, vor allem Freilandeier, Gemüse und Obst im Hofladen verkauft. 1989 kam der Gang auf den St. Galler Wochenmarkt dazu, der jeweils von April bis Oktober stattfindet. «Die Direktvermarktung war anfangs eine Nische, aber eine mit Potenzial», sagt Sandra Eigenmann.
Marketingstudie gab den Ausschlag
Als ihr Mann 2005 die Technikerschule am Strickhof besuchte – da wurde der Betrieb bereits in einer Generationengemeinschaft geführt – befasste er sich in seiner Abschlussarbeit mit dem Hofladen. Daraus entstand das Konzept eines neuen Verkauflokals mit Verarbeitungsraum im ehemaligen 500er-Legehennenstall.
Die Vergrösserung des Hofladens passte zur Entwicklung der betrieblichen Strukturen. 1995 wurde ein Legehennenstall für 3000 Hühner gebaut, im Jahr 2000 wurde auf 5000 Hühner aufgestockt. Das dritte Standbein des Eigenmannshofs ist die Milchviehhaltung. Der grösste Teil der Milch der 60 Kühe wird zu Appenzellerkäse verkäst. Aus dem anderen Teil werden Butter, Rahm und «Eigenmannshof-Chäsli» hergestellt.
Ein Käse für Fussballfans
Sandra und René Eigenmann übernahmen den Hof 2012. Edith und Bruno Eigenmann helfen auf dem Betrieb nach wie vor voll mit. «Dadurch sind wir vier Personen, die wissen, wie alles läuft», sagt Sandra Eigenmann. Der Wochenmarkt ist nach wie vor in den Händen von Edith Eigenmann. In der Direktvermarktung wird Sandra Eigenmann von drei Mitarbeiterinnen unterstützt. Dies ist auch nötig bei der Vielfalt verarbeiteter Produkte, die es im Hofladen zu kaufen gibt.
Das Sortiment umfasst Milchprodukte, Fleisch, Gemüse, Früchte, Konfitüren, Dörrfrüchte, Eingemachtes, Teigwaren, Müesli, Gebäck, Meringues, Sirup, Liköre und Apfelsaft. Geschenkkörbe aller Art sind ein weiterer Bestandteil des Hofladen-Sortiments. «Sehr geschätzt wird die Käsetheke mit 14 verschiedenen Käsesorten von mild bis rezent», sagt die dreifache Mutter. Für eingefleischte Fussballfans gibt es sogar einen «FC St. Gallen (FCSG) Käse» von der Bütschwil Käse AG. «Der ist ein Renner», verrät sie schmunzelnd.

Ausgleich in der Familie und im Turnverein
Der Lockdown hat dem Hofladen viele neue Kunden gebracht. «Wir hatten schon damit gerechnet, dass mehr Leute kommen, aber wir wurden dann doch etwas überrannt», berichtet Sandra Eigenmann. «Wir hatten viele positive Rückmeldungen und unsere Kunden schätzten es sehr, dass wir für sie da sind.» Mittlerweile sei es wieder etwas ruhiger, «aber wir haben deutlich mehr Kunden als vor dem Lockdown».
Bei einem Hofladen, der von Montag bis Samstag geöffnet ist, Events auf dem Bauernhof, Landwirtschaftsbetrieb und drei Kindern bleibt nicht viel Freizeit. Diese nutzt die Bäuerin dafür umso intensiver. «Der Sonntag ist unser Familientag», sagt sie, «und zwei- bis dreimal im Jahr gönnen wir uns Ferien.» Einen Ausgleich findet Eigenmann zudem im Turnverein und im Bäuerinnenverein Berg-Freidorf, den sie präsidiert.

