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Fixpreise im Gemüsebau: VSGP warnt vor tiefen Offerten und vollem Risiko

Der VSGP warnt seine Mitglieder vor Ausschreibungen mit tiefen Fixpreisen. Auf Anfrage erklärt die Migros, warum – je nachdem – Qualitäten, Mengen und Preise temporär vereinbart würden.

Dem Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) liegen Informationen vor, dass ein grosser Detailhändler ein Ausschreibungsverfahren für mehrere Dutzend Produkte eröffnet habe. Die Produzenten würden aufgefordert, Offerten einzureichen, wobei die Preise sich auf einem sehr tiefen Niveau befänden, wie der Verband in einem Rundschreiben an seine Mitglieder informiert.

Der VSGP habe beim Detailhändler interveniert und empfehle den Mitgliedern, allfällige Eingaben gut zu prüfen und vermeintliche tiefere Offerten beim ausschreibenden Abnehmer kritisch zu hinterfragen sowie zusätzliche Informationen einzufordern. Auch Produzenten, die an Zwischenhändler liefern, empfiehlt der VSGP, mit diesen allfällige Offerten vorgängig einer Machbarkeitsprüfung zu unterziehen.

«Produzenten tragen ganzes wirtschaftliches Risiko»

Im Weiteren kritisiert der Verband das Beschaffungsmodell als Widerspruch zu einer partnerschaftlichen und fairen Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette. «Werden Produkte bereits lange – mehrere Monate bis zu einem Jahr – vor der Ernte zu tiefen Fixpreisen verkauft, tragen die Produzenten das gesamte wirtschaftliche Risiko, während sich der Käufer von sämtlichen Marktrisiken entlastet», so die Kritik.

Weil Produzent(innen) gezwungen würden, sich gegenseitig mit tieferen Angeboten zu unterbieten, komme das gesamte Preisniveau unter Druck.

Der Verband ist im Gespräch mit dem Grossverteiler

Auf Nachfrage der BauernZeitung, wollte der Leiter Kommunikation des VSGP, Markus Waber, keine weitere Stellung dazu nehmen; er verwies darauf, dass es sich beim Rundschreiben um einen internen Newsletter für die Mitglieder handle, den er nicht öffentlich kommentieren werde. Im Schreiben heisst es, der Verband sei mit dem Grossverteiler im Gespräch.

Investitionen besser planbar machen

«Die Migros orientiert sich im Gemüsebau grundsätzlich an den in der Branche etablierten Richtpreisen und den entsprechenden Vermarktungsperioden», hält die Detailhändlerin auf Anfrage der BauernZeitung fest. Um Produzentinnen und Produzenten sowie der Migros Planungssicherheit zu geben, könnten je nach Produkt und Marktsituation Qualitäten, Mengen und Preise für einen definierten Zeitraum vereinbart werden.

Solche Vereinbarungen dienten gemäss Medienstelle dazu, Anbaurisiken zu reduzieren und Investitionen beispielsweise in die Produktqualität oder in nachhaltigere Produktionsmethoden besser planbar zu machen.

«Bei aussergewöhnlichen Ereignissen wie der aktuellen Trockenheit werden die Auswirkungen gemeinsam mit den Produzentinnen und Produzenten beurteilt», so die Migros weiter. Falls nötig, würden im gegenseitigen Einvernehmen angemessene Lösungen gesucht. Man betont, die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Schweizer Landwirtschaft habe für die Migros hohe Priorität.

Grundsätzlich keine Ausschreibungen zu Fixpreisen

Bei der Medienstelle von Coop tönt es anders: «Grundsätzlich führen wir für Schweizer Waren keine Ausschreibungen mit Fixpreisen durch». Im Weiteren heisst es, Coop stehe mit den Produzent(innen) über Branchenorganisationen und Allianzen in engem Kontakt. Im Rahmen der Branchendiskussionen zeige man sich stets dialogbereit und lösungsorientiert.

Ebenso fänden regelmässig Treffen mit dem Schweizer Bauernverband statt. «Coop hält sich an die in den Branchenorganisationen festgelegten Richtpreise. Für Früchte und Gemüse gelten Wochenpreise, die die aktuellen Gegebenheiten berücksichtigen.»

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