Fabian Brandenberger, Biolandwirt im zürcherischen Dietikon, stellte der Fachtagung für Regionalprodukte an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich die Genossenschaft Basimilch vor, die nach dem Konzept der Solidarischen Landwirtschaft organisiert ist. Faire Preise, gute Arbeitsbedingungen sowie der Einbezug der Konsument(innen) in die Produktion von Milch, Quark, Joghurt und Käse stehen bei Basimilch im Zentrum.
Kein Bio-Abnehmer
Vor der Gründung einer Solawi-Kooperative im Jahr 2016 setzte der Biohof im Basi in Dietikon einen Fünftel der anfallenden Milchmenge im Direktverkauf über Hofladen, Milchautomaten und diverse kleine Abnehmer ab. Der Rest der produzierten Milch wurde von Emmi abgeholt. Die Milchmenge des Hofs war zu klein, als dass sich ein Biomilch-Tankwagen gelohnt hätte. So wurde die Knospe-Milch vom Lastwagen mit konventioneller Milch abgeholt und mit rund 50 Rp./l vergütet.
Verantwortung teilen
Dieser Erlös reichte dem Betrieb nicht aus, um die Produktionskosten zu decken. Die Initiative für die Gründung der Solawi kam von Fabian Brandenberger und seiner Frau Anita Triaca. Die Gründung erforderte einige Vorbereitungszeit und dauerte von 2014 bis 2016. Nach ersten grundsätzlichen Überlegungen suchte das Betriebsleiterpaar für die Verteilung der Arbeit und gemeinsame Strategiefindung in ihrem Umfeld Mitglieder für die Kerngruppe. Eine Schwierigkeit habe darin bestanden, dass die Konsument(innen) in der Betriebsgruppe die gleiche Verantwortung übernehmen wie das Betriebsleiterpaar, dessen Existenz vom Gelingen des Projekts abhängt. Der Verarbeitungsort wurde als Hofkäserei konzipiert. Der Hof hat derzeit etwas über 20 behornte Kühe im Laufstall mit Auslauf und Weidezugang.
Nachahmung erwünscht
Damit die benötigte Milchmenge verarbeitet werden kann, musste die Infrastruktur teilweise angepasst und erweitert werden. «Wir haben die Verteilung der Milchprodukte im Abo-System organisiert. Einmal pro Woche werden die diversen Produkte von Genossenschaftern abgepackt und abgefüllt und an 13 verschiedene Quartierdepots mit Kühlsystem in Zürich und Agglomeration verteilt», erläutert Fabian Brandenberger das Vertriebssystem. Das Besondere am Solawi-Milchprojekt ist: Die Konsument(innen) bezahlen nicht die Produkte, sondern beteiligen sich direkt an den laufenden Betriebskosten.
260 Abonnent(innen)
Die Abgeltung der produzierten Milch ist auf dem Hof klar geregelt. Das Betriebsleiterpaar erhält Fr. 1.–/l Milch. Pro verarbeiteten Liter Milch erhält das Käserei-Team Fr. 2.–/l; das Ausfahren und alles Weitere wird mit 40 Rp. belastet.
Derzeit hat Basimilch zirka 260 Abonnent(innen) und kann 1200 Liter Milch pro Woche über die Kooperationsstelle für Solidarische Landwirtschaft vermarkten. Damit können Schwankungen der Milchmenge ausgeglichen werden. «Wir haben das Ziel, 1400 Liter pro Woche über Basimilch abzusetzen, damit auch die wirtschaftliche Seite stimmt. Genauso wichtig ist mir und meiner Frau jedoch die ideologische Komponente der Solawi», betont Fabian Brandenberger. Er stellte fest, dass Basimilch auf breites Interesse stösst. Personen aus dem In- sowie aus dem angrenzenden Ausland melden sich für Hofbesichtigungen an, weil sie mehr über Solawi für den Milchsektor erfahren möchten. «Wir würden es begrüssen, wenn wir nicht die Einzigen bleiben, die ein solches Milchprodukte-Projekt betreiben», meinte Brandenberger.
Weitere Informationen: www.basimil.ch

