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Neue Striegel bekämpfen Unkraut präzise

Seit dem Jahr 2017 produziert Alexander Lüthi aus Tägerschen biologisch. Eine seiner wichtigsten Maschinen ist der Ackerstriegel. Seit diesem Jahr setzt er den Präzisionsstriegel von Pöttinger ein.

Kurz & bündig

- Alexander Lüthi produziert biologisch. - Der Ackerstriegel ist seine wichtigste Maschine. - Moderne Exaktstriegel ermöglichen eine präzisere Geräteeinstellung.

Alexander Lüthi macht keine halben Sachen. Seine Betriebsdaten sprechen für eine intensive biologische Produktion. «In der biologischen Bewirtschaftung sehe ich eine interessante Herausforderung für mich als Landwirt. Als ich mich im Jahr 2017 zu diesem Schritt entschied, erwartete ich beim Ackerbau die grössere Herausforderung als bei der Milchviehhaltung. Im Ackerbau ist es ein dauernder Prozess mit der Witterung. Das hat man nicht selbst in der Hand und man muss für verschiedene Situationen Lösungen finden. Eine Herausforderung ist auch die Nährstoffabdeckung. Hier habe ich von Anfang an auf einen geschlossenen Kreislauf mit Nährstoffen aus eigener Tierhaltung gesetzt.»

Wegen seiner Produktionsweise ist der Ackerstriegel Lüthis wichtigste Maschine, um den Unkrautdruck vor allem in den Getreidekulturen zu kontrollieren. Er setzt auch Hackgeräte für Reihenkulturen ein, zudem einen Rollstriegel. Der unternehmerische Landwirt und Lohnunternehmer ist froh, dass sich die Ackerstriegeltechnik in den letzten Jahren weiterentwickelt hat und immer mehr Hersteller die sogenannten Exaktstriegel anbieten.

Landwirt und Lohnunternehmer Alexander Lüthi ist zufrieden mit der Arbeitsqualität des neuen Exaktstriegels.
Landwirt und Lohnunternehmer Alexander Lüthi ist zufrieden mit der Arbeitsqualität des neuen Exaktstriegels.

Lüthi setzte bisher einen konventionellen Ackerstriegel ein, bei dem die Zinken mit ihren Windungen mit dem Rahmen verschraubt sind. Seit 2026 setzt er einen Exaktstriegel ein. Hier federt jeder Zinken einzeln. Das verbessert die Bodenanpassung und ist wichtig, um die Arbeitswirkung auf der ganzen Fläche zu erreichen.

Jeder Zinken folgt der Bodenkontur mit gleichbleibendem Druck

Bei den Exaktstriegeln sind die Striegelzinken nicht wie bei der bisherigen Technik mit Federwindungen direkt am Rahmen montiert. Stattdessen sind die neuen Zinken, je nach Hersteller, mit unterschiedlichen Lösungen indirekt gefedert. So kann jeder Zinken einzeln der Bodenkontur nach unten oder oben folgen, ohne dass sich dabei der Zinkendruck wesentlich verändert. Ein solcher Striegel kann also auch bei Dammkulturen oder beim Kartoffelanbau eingesetzt werden.

Die Maschine hat insgesamt 400 Zinken. Diese sind einzeln gefedert und folgen der Bodenkontur mit dem immer gleichen Druck, zum Beispiel in Fahrspurrinnen oder bei anderen Unebenheiten.
Die Maschine hat insgesamt 400 Zinken. Diese sind einzeln gefedert und folgen der Bodenkontur mit dem immer gleichen Druck, zum Beispiel in Fahrspurrinnen oder bei anderen Unebenheiten.

«Bei der neuen Striegeltechnik interessiert mich vor allem die Bodenanpassung, so werden auch allfällige Fahrspuren erfasst. Auch beim verstellbaren Zinkendruck sehe ich Vorteile, da man diesen bei sich ändernden Bodenbedingungen während der Fahrt anpassen kann.»

Ein Praxisbeispiel dazu ist die Winterweizen-Parzelle, die auf den Bildern zu sehen ist. Die Bodenfeuchtigkeit ermöglichte eine perfekte Striegelarbeit. Eine sehr kleine Teilfläche am Waldrand war jedoch noch etwas feuchter. «Dort habe ich den Zinkendruck hydraulisch reduziert. Am Rahmen gibt es eine Skala, welche die Position anzeigt. So bleibt die Arbeit gleichmässig.»

Alexander Lüthi setzt dieses Jahr auf seinem Betrieb erstmals einen Exaktstriegel ein. Er investierte in einen 12-Meter-Striegel von Pöttinger namens Tinecare V 12050 Master.

Striegeln ist mehr als nur Striegeln

Wer auf dem Betrieb erfolgreich striegeln will, kann die Maschine dazu nicht allein für sich betrachten. Alexander Lüthi sieht den Striegel in einem komplexen System, welches bereits bei der Bodenbearbeitung und der Saat beginnt. Das ist entscheidend dafür, wie erfolgreich später der Striegel arbeitet. So pflügt Lüthi beispielsweise konsequent und lässt sich nicht auf Experimente ein. Bei der Saat von Getreide achtet er mit den Andruckrollen der Säkombination auf eine gute Rückverfestigung. Damit erreicht er eine sichere Verwurzelung und die Kulturpflanze hat beim Striegeln einen guten Halt. Bei Bedarf muss er nach dem Auswintern etwa zwei Wochen vor dem Striegeln walzen.

Beim Mais erhofft sich Alexander Lüthi mit dem Exaktstriegel einen Vorteil wegen der besseren Tiefenführung gegenüber dem starren Striegel, welchen er bis anhin verwendet hat. Er striegelt bei Mais vor dem Auflaufen. «Dazu säe ich den Mais eher etwas tief, so um 6 Zentimeter. So habe ich ein etwas grösseres Einsatzfenster, in welchem ich blindstriegeln kann, ohne den Maiskeimkopf zu verletzen.» Dabei geht es vor allem darum, das Unkraut zu bekämpfen und dem Mais einen Vorsprung zu ermöglichen, wenn dieser dann mit Schwung aus dem Boden kommt. Das erleichtert die weitere Unkrautbekämpfung.

Viel Schlagkraft für kurze Einsatzfenster

Auch beim Chicorée, welcher auf Dämmen angebaut wird, plant Alexander Lüthi den neuen Exaktstriegel einzusetzen. Dank der Einzelfederung der Zinken wird der Einsatz beim Dammanbau überhaupt erst möglich.

Mit 12 Metern Arbeitsbreite bringt der neue Striegel viel Leistung auf das Feld. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 10 km/h ergibt sich eine theoretische Flächenleistung von rund 12 Hektaren pro Stunde. In der Praxis hängt die effektive Leistung jedoch stark von den Parzellengrössen ab, denn Wenden kostet Zeit. Das Gerät wiegt rund 2,5 Tonnen und verlangt nach einem entsprechend kräftigen Traktor. Mindestens ein robuster Vierzylinder aus der schweren Klasse ist nötig. Für Lüthi ist die Schlagkraft entscheidend: «Die Einsatzfenster sind oft kurz. Da muss man bereit sein und schnell arbeiten können.»

Das Unkraut auszureissen oder zu verschütten, hat hier gut funktioniert.
Das Unkraut auszureissen oder zu verschütten, hat hier gut funktioniert.

Striegeln ist mehr als Unkrautbekämpfung

Der Striegel ist für Lüthi weit mehr als nur ein Werkzeug gegen Unkraut. Er lockert die Bodenoberfläche, fördert die Durchlüftung und kann die Mineralisierung von Stickstoff anregen. Damit bringt er die Kulturpflanzen zusätzlich in Schwung.

Gerade im professionellen Bio-Anbauverfahren, wo jede Massnahme sitzen muss, wird der Striegel zu einem zentralen Baustein für stabile Erträge.

Betriebsspiegel der Familie Lüthi

Alexander und Nadia Lüthi, Tägerschen TG LN: 52 ha Kulturen: Weizen, Silomais, Raps, Körnermais, Chicorée, Kunstwiese Tierbestand: 100 Milchkühe, 2000 Legehennen Weitere Betriebszweige: Lohnunternehmen Arbeitskräfte: 3 Festangestellte, 2 Lehrlinge

Pöttinger Tinecare V 12050 Master

Die Maschine verfügt über eine Arbeitsbreite von 12 Metern bei einem Zinkenabstand von 30 Millimetern. Daraus ergibt sich eine Gesamtanzahl von 400 Zinken über die gesamte Arbeitsbreite. Der Zinkendruck ist variabel einstellbar und kann im Bereich von 0,5 bis 6 Kilogramm pro Zinken angepasst werden. Der maximale Anpressdruck resultiert aus dem Gesamtgewicht der Maschine von 2450 Kilogramm und wird gleichmässig auf die Zinken verteilt. Jeder einzelne Zinken ist mit einer Druckfeder ausgestattet. Diese sorgt dafür, dass der eingestellte Zinkendruck über den gesamten Federweg hinweg möglichst konstant gehalten wird. Der Rahmen ist fünfgeteilt und hydraulisch klappbar ausgeführt. Das ergibt einen kompakten Transport und eine schnelle Einsatzbereitschaft. Die Bodenführung erfolgt über vier Tasträder vorne und zwei hinten. Alle Räder sind breitenverstellbar und können an unterschiedliche Einsatzbedingungen, wie Reihen- oder Dammkulturen, angepasst werden. Die hydraulische Ansteuerung der Zinken geschieht über einen Mengenteiler, wodurch eine synchrone Be-wegung aller Zinken sichergestellt ist. Die Federung der Zinken erfolgt über Druckfedern, die über den gesamten Federweg hinweg eine konstante Kraftübertragung ermöglichen. [IMG 4]

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