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Laufstall-Stamm: Der Wiesenpflege Beachtung schenken

Für reine Graslandbetriebe ist die Weidepflege von grosser Bedeutung. Schon kleine Bewirtschaftungsunterschiede reichen, um das Verhältnis von guten und schlechten Pflanzen zu ändern.

Die diesjährigen Lauf- und Anbindestallstämme des BBZ Arenenbergs fanden Mitte August auf drei Betrieben im Kanton Thurgau statt. Einer war jener von Brigitte und Markus Hausammann in Langrickenbach. Der Betrieb ist ein reiner Graslandbetrieb, entsprechend wichtig ist die Pflege der 25 ha Naturwiesen um den Betrieb.

Zuerst die guten Gräser fördern

Bruno Nabulon, Futterbauberater am BBZ Arenenberg, liess die Teilnehmer ihr Urteil zur Naturwiese gleich selber bilden. «Ein bisschen viel Breitwegerich», meinte eine Teilnehmerin. «Grundsätzlich ein schöner Bestand», sagte ein anderer. Nabulon pflichtete ihm bei: «Im Grossen und Ganzen ist es eine schöne Wiese. Es hat mehr gute als schlechte Pflanzen.» Zwei, drei Lückenfüller habe es und etwas Filz durch gemeines Rispengras.

«Wichtig ist, dass man zuerst die guten Gräser fördert, bevor man den unerwünschten eins aufs Dach gibt», rät Nabulon. Das Italienische Raigras als horstbildendes Gras ist am einfachsten im Bestand zu halten, da es bei jedem Aufwuchs blüht, auch dann, wenn sonst nichts blüht. In einem trockenen Sommer soll man die Halme stehen und ausreifen lassen, damit sie versamen können. Wenn die Halme dürr sind, könne man mähen und allenfalls etwas einstriegeln. «So hat man schon eine natürliche Übersaat», führte Nabulon aus.

Früh Weiden oder Mähen

Bei rasenbildenden Pflanzen kann man diese im ersten Aufwuchs blühen lassen oder den ersten Schnitt sehr früh (im April) nehmen. Wenn man den zweiten Schnitt genug alt werden lässt, können Gräser wie die Wiesenrispe und das Englische Raigras als natürliche Übersaat versamen. Eine dritte Variante ist, die Wiese früh zu beweiden. Geilstellen sollte man stehen lassen bis die Samen reif sind und nicht gleich mit dem Weidemulcher abmulchen.

Allgemein ist das Beweiden bei rasenbildenden Pflanzen wichtig, weil sie dann mehr Ausläufer machen. Gleichzeitig ­werden auch die filzbildenden Gräser durch den Verbiss ausgerissen. Wenn man im Sommer, wenn es heiss und trocken ist, striegelt, sollte man ein bis zwei Mal scharf striegeln, allenfalls zwei Wochen warten und das Gras dann abführen. Auf den lückigen Stellen kann man eine Übersaat machen.

Obsalim-Methode: Fütterungscheck mit Karten

Zur Tierhaltung gab es auch einen Posten. Dort stellte Bruno Ottiger, Tierzucht am BBZ Arenenberg, die Obsalim-Methode vor. Sie wurde vom französischen Tierarzt Bruno Giboudeau entwickelt. Er beschrieb Signale und Symptome, sie sind auf 60 Kärtchen zusammengefasst, mit denen sich Aussagen zur ­Fütterung machen lassen: Energie- und Eiweissversorgung, ­Faseranteil in der Ration oder Pansenstabilität. «Damit eine Aussage möglich ist, muss erstens mehr als die Hälfte der Herde dieselben Symptome zeigen. Zweitens müssen die Symptome mindestens drei verschiedene Stellen an der Kuh abdecken», erklärte Ottiger.

Verbesserungspotenzial bei Pansenstabilität

Hausammanns Kühe sind momentan nachts auf der Weide. Tagsüber im Stall bekommen sie Heu, Grünmais sowie Milchviehfutter und Maiswürfel an der Station. «Die Kühe sind gesund, laufen gut und machen einen fitten Eindruck», so Ottigers Urteil. Verbesserungspotenzial sieht er bei der Pansenstabilität. Seit Grünmais verfüttert werde, habe sich die Situation zwar etwas verbessert. Was in der Ration fehle, sei langsames Eiweiss. Dies könnte man in Form von Maiskleber zufüttern, was allerdings teuer ist. «Möglich wäre auch Trockengras oder Luzerne. Da bräuchte es aber die doppelte Menge, was dann unter dem Strich gleich teuer kommt wie der Maiskleber.»

Das Mistauswaschen mit Presse zeigte, dass der Anteil unverdaulicher Fasern, der Faserkuchen, mit 10 bis 12 mm recht tief ist. Gut wären 12 bis 15 mm. Übers Ganze betrachtet beurteilt er die Fütterung aber als recht ausgeglichen.

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