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Damit Traktor und Anbaugerät zusammenpassen, braucht es Präzision beim Ankuppeln

Die Schnittstelle des Traktors zum Anbaugerät ist die Dreipunkthydraulik. Pflügerweltmeister Beat Sprenger erklärt, worauf es ankommt, damit der Traktor und das Ackerbaugerät optimal zusammenpassen.

Kurz & bündig

-Präzision beginnt mit der Traktoreinstellung. - Unterlenker und Reifendruck müssen passen. - Korrekte Einstellungen verbessern Traktion und schonen die Technik. - Traktor und Gerät verspannungsfrei einstellen reduziert Verschleiss und Treibstoffbedarf.

Zwischen Traktor und Anbaugerät entscheidet die Dreipunkthydraulik über den Erfolg auf dem Feld. Hier muss alles passend aufeinander abgestimmt sein, damit die Maschinen auf dem Feld so eingestellt werden können, dass ein definiertes Arbeitsergebnis überhaupt erreicht werden kann. Der korrekte Anbau ist also entscheidend für die Arbeitsqualität, aber auch für die Zugkraft und somit für die Flächenleistung und den Treibstoffverbrauch. Auch die heutige Präzisionslandwirtschaft mit Spurführung und weiteren Automationen kann die Abstimmung von Traktor und Gerät nicht ersetzen.

Pflügerweltmeister Beat Sprenger aus Wintersingen BL zeigt, weshalb sorgfältige Kontrolle vor dem Geräteanbau der Schlüssel zu sauberer Arbeit ist und für alle Anbaugeräte, nicht nur für den Pflug, gilt.

Er weiss aus Erfahrung, dass die Präzision nicht erst im Ackerboden beginnt, sondern bereits beim Ankuppeln des Anbaugeräts.

Präzision beginnt mit der Kontrolle am Traktor

Beat Sprenger legt grossen Wert darauf, dass Traktor und Anbaugerät exakt aufeinander abgestimmt sind, egal ob es um den Pflug oder ein anderes Arbeitsgerät geht.

«Die Basis ist immer dieselbe», erklärt Sprenger. «Die beiden Unterlenker müssen exakt auf gleicher Höhe stehen.» Dazu misst er die Länge der Hubstreben auf beiden Seiten mit dem Doppelmeter. Sie müssen gleich lang sein und lassen sich entsprechend einstellen.

Hubstreben müssen auf gleiche Länge kontrolliert werden.
Hubstreben müssen auf gleiche Länge kontrolliert werden.

Doch das reicht noch nicht, auch der Traktor selbst muss gerade stehen. Ein identischer Reifendruck auf beiden Seiten ist dafür notwendig. Sprenger kontrolliert den Reifendruck regelmässig mit dem Manometer. Für Ackerarbeiten fährt er meist mit rund 0,8 bar oder weniger, bei längeren Strassenfahrten erhöht er den Druck entsprechend.

Abstände der Unterlenker zum Anbaugerät sind normiert

Ein weiterer zentraler Punkt ist das Spreizmass der Unterlenker. An seinem Fendt-Traktor arbeitet Sprenger mit einer Dreipunkthydraulik der Kategorie 2. In dieser Leistungsklasse um 140 PS Motorleistung sind auch Maschinen und Traktoren der Kategorie 3 verbreitet. Hier kommt es zu einer Überschneidung der Kategorien. Ideal ist es, wenn Traktor und Gerät dieselbe Kategorie haben. Die insgesamt vier Kategorien sind klar normiert. Die Kategorie 2 hat ein Spreizmass von 870 Millimetern zwischen den Unterlenkern respektive 435 Millimetern Abstand zur Traktormittelachse.

Normen, Masse und der richtige Oberlenker

Die Unterlenker müssen mit gleichem Abstand zur Traktormitte so eingestellt werden, ...
Die Unterlenker müssen mit gleichem Abstand zur Traktormitte so eingestellt werden, ...

Sind die Anbaukugeln des Geräts korrekt positioniert, lässt sich dieses ohne zusätzliche Anpassungen sicher und schnell mit den Fanghaken am vorher eingestellten Unterlenker aufnehmen.

... dass die Fanghaken zur Breite des Anbaupunkts am Gerät passen.
... dass die Fanghaken zur Breite des Anbaupunkts am Gerät passen.

Auch der Oberlenker bekommt besondere Aufmerksamkeit. Beat Sprenger stellt ihn so ein, dass sich seine virtuelle Verlängerung mit der Vorderachse des Traktors überschneidet. Je nach Gerät entsteht dadurch während der Arbeit ein Druck auf den Oberlenker, der sich positiv auf die Vorderachse auswirkt und dort die Zugkraft verbessert. Beim Pflug allerdings greift dieser Effekt nicht, da sich der Oberlenker im Langloch des Anbauturms befindet und sich frei bewegen kann. Anders sieht es bei kürzeren Bodenbearbeitungsgeräten aus, wo der Oberlenkerbolzen fix am Gerät steckt.

Beat Sprenger stellt den Oberlenker auf einen Winkel ein, welcher in der Verlängerung mit der Vorderachse kreuzt.
Beat Sprenger stellt den Oberlenker auf einen Winkel ein, welcher in der Verlängerung mit der Vorderachse kreuzt.

Zur soliden Grundeinstellung gehören zudem intakte Gelenkpunkte der Dreipunkteinrichtung ohne übermässigen Verschleiss. Auch die Hubarme sollten regelmässig überprüft werden, denn bei einseitiger Belastung können sie sich verdrehen. «Je genauer die Grundeinstellung am Traktor ist, desto einfacher wird später die Feinjustierung auf dem Feld», betont Sprenger.

Bewegungsfreiheit statt Verspannung

Während der Fahrt auf das Feld fixiert er die Unterlenker gegen seitliche Kräfte. Bei der Arbeit hingegen müssen diese wieder gelöst werden. Insbesondere bei Bodenbearbeitungsgeräten, damit das Gerät frei folgen kann und keine Verspannungen in der Hubeinrichtung, vor allem den Seitenstabilisatoren, entstehen. Mechanische Unterlenkerstabilisatoren lassen sich so einstellen, dass sie das Gerät ab etwa halber Hubhöhe automatisch fixieren.

Anbaugeräte am Dreipunkt entlasten die Vorderachse. Beat Sprenger ballastiert seinen Traktor dennoch nur minimal, gerade so viel, dass die gesetzlich vorgeschriebenen 20 Prozent des Betriebsgewichts auf der Lenkachse eingehalten werden. «Gewicht kostet Treibstoff», sagt er. «Statt zusätzlich zu ballastieren, senke ich lieber den Reifendruck und sorge so für genügend Traktion. Da muss man ein bisschen herausfinden, was sich am besten eignet, um Schlupf zu vermeiden.»

Sauber pflügen, effizient wirtschaften

Beim Pflügen selbst setzt Beat Sprenger auf Präzision und Wettkampferfahrung. Die Arbeitstiefe liegt bei ihm meist zwischen 16 und 18 Zentimeter. Entscheidend sind dabei gut eingestellte Vorschäler, damit Ernterückstände exakt untergearbeitet werden. So ergibt sich eine saubere Oberfläche und der Boden wird trotzdem nicht unnötig tief bewegt. Das spart Diesel und ermöglicht in den Folgebearbeitungen einen geringeren Kraftaufwand.

Für Beat Sprenger ist klar, dass für eine saubere Feldarbeit Kontrollen und exakte Einstellungen am Traktor wie auch an der Maschine wichtig sind, noch bevor das Anbaugerät überhaupt angekuppelt wird.

Betriebsspiegel des Hofs Breitfeld

[IMG 3] Tanja und Beat Sprenger, Wintersingen BL LN: 36 ha Kulturen: Weizen, Gerste, Mais, Raps, Kunstwiese, Naturwiese Tierbestand: 130 Mastrinderplätze Weitere Betriebszweige: 4 ha Obstbau, Alpakazucht Arbeitskräfte: Tanja und Beat Sprenger, Lehrling, ca. 10 Saisonangestellte in der Kirschenernte Besonderes: Beat Sprenger ist ein erfolgreicher Wettpflüger und wurde zweimal Weltmeister, 2014 in Frankreich und 2016 in England. www.hof-breitfeld.ch

Klare Regelung für Anhänger an den Unterlenkern

Das Merkblatt zum Ankoppeln von Anhängern an den Unterlenkern wurde überarbeitet und die neue Version publiziert. An den Unterlenkern ist das Mitführen von Anhängern der Klasse S1a, R1a und R2a (alle unter 3,5 Tonnen) ohne spezifischen Eintrag im Fahrzeugausweis möglich, sofern dies im Rahmen der bewilligten Anhängelast des Traktors erfolgt. [IMG 2] Wer einen Anhänger mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen anhängen will, benötigt einen Eintrag im Fahrzeugausweis mit der zulässigen Anhängelast an den Unterlenkern. Befindet sich kein Eintrag im Fahrzeugausweis, müssen die erforderlichen Unterlagen beim Strassenverkehrsamt eingereicht werden, um einen Eintrag vorzunehmen. Entsprechende Bestätigungen sind beim Händler, Importeur oder Hersteller erhältlich. Zudem weist die neue Version des Merkblatts darauf hin, dass nur original Dreipunktaufnahmen/Unterlenker benutzt werden dürfen, Hilfskonstruktionen sind verboten. Auch dass das Gespann gegen Pendelbewegungen nach den Vorgaben des Traktorherstellers gesichert sein muss, ist nichts Neues und sollte jedem klar sein.

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