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Mit Sensoren die Wiederbefeuchtung am Heustock vermeiden

Peter M. Arnold befasst sich mit Heustocksensorik. Nebst der relativen Luftfeuchtigkeit gewinnt der absolute Luftfeuchtewert an Bedeutung bei der Beurteilung.

Die Heumesssonde von Pikkerton misst nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit und weitere Parameter. Reicht die reine Temperaturüberwachung nicht aus?

Peter M. Arnold: Die Temperaturüberwachung des Heustocks ist sehr wichtig. Diese muss man im Griff haben und vor allem in der ersten Phase nach dem Einführen genau kontrollieren. Eine Heustock-Temperatursonde ist ein wichtiges Instrument, das dem Landwirt hilft, den Heustock zu überwachen. In der Anfangsphase muss der Heustock, je nach Restfeuchte des Futters, sowieso belüftet werden, damit der Stock nicht zusammensackt und sich erhitzt. Da braucht man die Heubelüftung nicht gross zu regeln, sie muss laufen.

Ihre Heumesssonde misst nebst der Temperatur weitere Werte zur Luft. Wann kann man diese Daten nutzen?

Sie helfen vor allem dann, wenn der Heustock schon fast trocken ist und die Zuluft rasch feuchter sein kann als die Luft im fast trockenen Heustock. Wenn man dann belüftet, kann es zur Befeuchtung des Heustocks kommen anstatt zur Trocknung.

Man könnte den Heustock an einem sonnigen Nachmittag belüften und fertig trocknen?

Das funktioniert nicht immer und ist ein weitverbreiteter Trugschluss. Daher braucht es eine entsprechende Sensorik.

Mit Sensoren die Wiederbefeuchtung am Heustock vermeiden
Trotz sonnigem Wetter, sei eine Wiederbefeuchtung des Heustocks durch warme Aussenluft mit hohem Wassergehalt möglich, erklärt Peter M. Arnold.

Aber sonniges Wetter ist doch immer gut zum Belüften?

Das trifft nicht immer zu. Es kann bei sonnigem, warmem Wetter und hoher Luftfeuchtigkeit zu einer Wiederbefeuchtung kommen, obschon sich die Aussenluft trocken anfühlt. Kältere Luft, die sich zwar feuchter anfühlt, enthält weniger Wasser und ist deshalb weniger kritisch für eine Wiederbefeuchtung.

Wann passiert die Wiederbefeuchtung?

Einerseits dann, wenn die absolute Feuchte der Aussenluft höher ist als die absolute Feuchte im Heustock. Andererseits auch, wenn der Taupunkt der Zuluft höher ist als die Temperatur im Heustock.

Wie kann man das erkennen?

Dazu ermittelt unser Sensor zusätzlich die absolute Luftfeuchtigkeit und den Taupunkt. So lässt sich der Moment einer Wiederbefeuchtung genau erkennen. Die absolute Feuchtigkeit zeigt die Menge Wasser pro Kubikmeter Luft. Wenn der absolute Wert der Aussenluft (z. B. 15 g/m3) höher ist als im Heustock (z. B. 9 g/m3), dann holt man sich 6 g/m3 Wasser rein.

Was muss man beachten, wenn man am Abend mit kühlerer Luft belüftet?

Man muss die Werte der absoluten Feuchtigkeit und den Taupunkt anschauen. Mit der Ersteren erkennt man das Potenzial, wie effektiv der Heustock getrocknet wird. Mit dem Taupunkt erkennt man die Temperatur, bei der die Kondensierung einsetzt. Der Taupunkt der Zuluft muss immer mindestens 5 Grad tiefer sein als die Heustocktemperatur. Der Taupunkt spielt vor allem bei fast fertig getrocknetem Heu eine wichtige Rolle, damit es nicht zu einer Wiederbefeuchtung kommt.
Unabhängig davon muss man bei einem Heustock immer die Temperatur im Auge behalten, aber das ist ja nichts Neues.

Absolute und relative Luftfeuchtigkeit

Im Gegensatz zur relativen Feuchte, die bei Erwärmung sinkt, bleibt die absolute Feuchte ein Mass für den tatsächlichen Wassergehalt. Die Wassermasse in einem Luftvolumen ändert sich nicht, nur weil es wärmer wird (solange nichts kondensiert).