ABO

Zuhause wird häufig mit Bio-Eiern gekocht – das spürt der Eiermarkt

Die Nachfrage nach Schweizer Eiern kann nicht gedeckt werden. Besonders knapp ist das Angebot bei den Bio-Eiern.

Damit für Ostern genügend Schweizer Eier im Regal vorhanden sind, werden die Herdenwechsel so geplant, dass die Stallkapazitäten im März optimal genutzt sind. In diesem Jahr reicht das jedoch nicht, weil die Corona-Massnahmen die Nachfrage nach Eiern zusätzlich erhöhten. Bei Bio-Eiern liegt sie sogar wieder über Vorjahr. Das führt dazu, dass dem Detailhandel weniger Schweizer Eier geliefert werden können als bestellt.

Billigeier in der Gastronomie

Bei Eiern aus Boden- und Freihaltung sind Kürzungen bei den Lieferungen ab und zu notwendig, bei Bio-Eiern laufend. Um möglichst viele Schweizer Eier anbieten zu können, werden neu auch Packungen mit kleineren Eiern verkauft. Diese Situation wird voraussichtlich bis Anfang April andauern und sich erst nach Ostern entspannen. Die hohe Nachfrage nach Bio-Eiern zeigt, dass viele Leute, die nun zu Hause kochen, Bio-Eier kaufen, während in der Ausser- Haus-Verpflegung meist Eier aus Boden- oder Freilandhaltung und oft auch importierte Eier verwendet werden.

Wenig Eiprodukte

Aufgrund der sehr tiefen Nachfrage im Ausser-Haus-Konsum ist die Nachfragte nach Eiprodukten weiterhin tief. Das heisst, dass die Versorgung weiterhin problemlos sichergestellt werden kann. Im Detailhandel bleibt die Nachfrage hoch, in der Gastronomie schwach.

In Deutschland dürften Bio- und Freiland-Eier wegen der verordneten Stallpflicht knapp bleiben. Dort gilt, dass sie als Bodenhaltungseier deklariert werden müssen, wenn der Auslauf auf die Weide länger als 16 Wochen gesperrt ist. Angeordnet wurde die Stallpflicht zum Schutz vor Vogelgrippe. Diese Frist läuft nächstens aus. Anders in den Niederlanden, wo die Stallpflicht national angeordnet wurde. Dort zeigt sich der Detailhandel solidarisch und ist bereit, die Eier weiterhin zu den normalen Vertragspreisen zu beziehen.

Tiefe Eierpreise

Die Regelung in Deutschland hat zur Folge, dass die Verpackungen kurzfristig geändert werden müssen. Das bereitet den Verpackungsherstellern und den EU-Packstellen grosse Schwierigkeiten. Im Ausland befinden sich die Preise für Eier im Jahresvergleich auf einem relativ niedrigen Niveau. Bio- und Freiland-Eier sind weiterhin knapp.

Weiterlesen

  • Die Geschlechtserkennung im Ei zur Vermeidung des Kükentötens war ein Fokuspunkt der diesjährigen Bio-Legehennentagung des FiBL. (Bild Ruth Aerni)

    Bio-Legehennentagung: Schwerpunktkontrollen und Kükentöten im Fokus

    Die neuen Schwerpunktkontrollen in der Geflügelhaltung, die aktuelle Marktlage und der Ausstieg aus dem Kükentöten stellten unter anderem die Schwerpunkte der diesjährigen Bio-Legehennentagung des Forschungsinstituts biologischer Landbau (FiBL) dar.
    Show more
  • Gewinnen Sie zwei Tickets für die OLMA 2026!

  • An Ostern könnten die Schweizer Eier knapp werden