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Wenn ich für einen Tag Königin sein könnte …

Die Zeit der vielen Geschenke und üppigen Festessen liegt hinter uns. Doch lange nicht alle haben das Privileg, sich solches leisten zu können.

Heute ist Dreikönigstag. Der Tag, an dem es in der Schweiz rund 1,5 Millionen Königinnen und Könige für einen Tag gibt. Wer kennt den Brauch nicht, dass derjenige, welcher den Glücksbringer in Form eines Plastikkönigs im Gebäck findet, für einen Tag König sein darf.

Wertvolles verschenkten die drei Weisen

Mit den Heiligen Drei Königen, die dem Königstag seinen Namen gaben, sind die drei Weisen aus dem Morgenland gemeint, die einem Stern folgend zu Jesus nach Bethlehem fanden. Melchior, Balthasar und Caspar brachten dem Jesuskind als Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe mit, was je nach Überlieferung die drei wertvollsten Schätze zur Zeit der Geburt Jesu darstellt.

Was nicht zum Spielen taugt, ist auch nicht zu gebrauchen

Geschenke gab es wohl in den meisten Familien kürzlich zu Weihnachten. Ob die aber nun besonders wertvoll sind, interessiert die Kleinsten meist nicht. Hauptsache, es gibt Spielzeug. Und ist dies nicht der Fall, kann der Zweijährige angesichts des erhaltenen und liebevoll gestalteten Regals für seine Hörspiel-Figurensammlung auch mal empört ausrufen: «Chani nid bruuche.»

Hilfe: Päcklialarm

Zwar haben wir in unser beider Familien die Geschenke für die Erwachsenen abgeschafft. Das schützt uns dennoch nicht vor der alljährlichen Päckliflut. Egal, ob Grosi, Onkel, Tante – alle wollen unseren Kindern, denjenigen meiner Schwestern und meines Schwagers etwas schenken. Seit mein Patenkind vor drei Jahren am 23. Dezember geboren wurde, heisst es bei uns an drei Tagen hintereinander: Päcklialarm.

1800 Geschenke für bedürftige Kinder

Während ich also zwischen all dem Geschenkpapier und glücklichen Kindergesichtern sass, überkam mich Melancholie. Wie vielen Kindern in der Schweiz und auf der gesamten Erde bleibt ein solches Erlebnis überschwänglicher Freude verwehrt? Wie viele können sich nicht einmal über ein einziges Paket freuen? Im Gegenteil, müssen auch noch Hunger leiden? Einen kleinen Einblick bekam ich vor den Weihnachtstagen. In einem Zeitungsbericht berichtete ein alleinerziehender Vater, dass er seinem Kind nicht mal Lego zu Weihnachten schenken könne, es liege finanziell schlicht nicht drin. Dadurch bin auf die Weihnachtswunsch-Aktion der Caritas Zürich gestossen. Seit zehn Jahren können bedürftige Kinder sich etwas wünschen, was dann durch Privatpersonen oder auch namhafte Firmen gespendet wird. Ich habe mich kurzerhand durch die Wunschliste geklickt. Gefunden habe ich ganz unterschiedliche Wünsche für Fahrzeuge, Malsachen, einen Fussball, ein Handy oder auch Wünsche für Eintritte ins Alpamare, Museum oder Kino. Ohne zu zögern habe ich kurzerhand drei Wünsche erfüllt. Ein Tropfen auf den heissen Stein, ich weiss.

Ein Rundschaubericht (ab Minute 2.04) zeigte kürzlich einen Beitrag zur Verteilung der 1800 Geschenke in Zürich. Unbezahlbar, die leuchtenden Kinderaugen zu sehen. Nötig hätten es im Rest unserer reichen Schweiz aber sicherlich noch zahlreiche Kinder mehr. Von der ganzen Welt ganz zu schweigen. Das macht nachdenklich und demütig.

Nun muss es der König im Kuchen richten

Ich hole mir nun rasch einen Dreikönigskuchen, suche zielstrebig den Plastikkönig und wünsche mir, dass kein Kind mehr auf der Welt Hunger haben muss. Ein Wunsch, der wohl nie in Erfüllung gehen wird. Daher habe ich auch eine kleinere Variante. Ich wünsche mir, dass alle, denen es finanziell möglich ist, durchs Jahr hindurch auch mal an Bedürftige denken und etwas spenden. Eine Möglichkeit bietet etwa noch bis 11. Januar die Spendeaktion «2 × Weihnachten» vom Schweizerischen Roten Kreuz in Zusammenarbeit mit Coop, SRG SSR und der Post. Danke für jeden Beitrag, denn viele Tropfen auf den heissen Stein vermögen ihn abzukühlen.