ABO

Küchenabdeckung richtig pflegen: Was Stein, Holz und Chromstahl wirklich brauchen

Die Küchenabdeckung ist ein prägendes Element in jeder Küche. Damit sie lange schön bleibt und ihre Funktionalität behält, muss sie entsprechend gepflegt werden. Dafür sind keine teuren Spezialmittel nötig.

Die Küche ist häufig der häusliche und soziale Mittelpunkt. In vielen Bauernhäusern ist es auch der Raum, in dem man gemeinsam isst. Vor diesem Hintergrund erhalten die Küchenabdeckung und ihre Materialien eine besondere Bedeutung.

Die Küchenabdeckung prägt den Raum. Gut gewählt, aufgeräumt und sauber verbindet sie Ästhetik mit Alltagstauglichkeit. Damit sie diese Funktionen lange erfüllt, muss sie sachgerecht gepflegt und behandelt werden. Als Basis genügen ein milder Allzweckreiniger, flüssige Neutralseife oder Handabwaschmittel, nicht scheuernde Lappen oder Schwämme und nicht fasernde Tücher. Sie sind kostengünstig und umweltfreundlich.

Steinabdeckungen sind pflegeleicht

Natursteinabdeckungen aus Granit, Schiefer oder Marmor sind ein Blickfang, denn jeder Stein ist einzigartig. Während Granit enorm kratzresistent und widerstandsfähig ist, sind Marmor und Schiefer weicher und damit empfindlicher. Auch Kunststein ist robust und pflegeleicht.

Für die schnelle Reinigung genügt ein feuchtes Abwischen, gründlicher wird es mit einem milden Reinigungsmittel. Dabei sollen keine scheuernden Schwämme verwendet werden, da diese auf dem Stein Kratzspuren hinterlassen. Starke Verschmutzungen, Ölspritzer und Fette sollten sofort weggewischt werden. Sind dennoch dunkle Flecken entstanden, kann ein Kleiderreinigungsspray helfen. Dazu das Mittel über Nacht einwirken lassen, danach trocken abwischen. Notfalls den Vorgang wiederholen.

Auch wenn Steine hohe Temperaturen aushalten, ist es ratsam, heisse Pfannen besser auf einen Untersetzer zu stellen. Die Oberfläche der Steine ist vor der Montage imprägniert worden. Das schützt vor Säuren wie Fruchtsäften, Wein und Essig, jedoch nicht gegen starke Entkalkungsmittel. Perlt das Wasser an der Oberfläche nicht mehr ab, sollte die Versiegelung erneuert werden.

Kunstharz und Laminat sind günstigere Alternativen

Kunstharzabdeckungen sind im Vergleich zu Natursteinen in der Anschaffung günstiger. Das Material ist jedoch nicht kratzfest und nicht hitzebeständig. Damit es lange schön und hygienisch bleibt, müssen Schneidebretter sowie Pfannenuntersetzer für heisse Pfannen, Bleche und Kuchenformen konsequent verwendet werden.

Das Reinigen ist einfach. Meist genügt ein feuchter Lappen. Für eine gründliche Reinigung kann etwas Abwaschmittel verwendet werden. Danach muss die Fläche nur noch mit Wasser nachgewaschen und trocken gerieben werden.

Budgetgründe und die einfach Reinigung können Argumente für Kunstharzabdeckungen sein. Doch sie sind nicht kratzfest. (Bild: Monika Neidhart)

Edelstahloberflächen streifenfrei pflegen

In der Küche kommt Chromstahl in zwei unterschiedlichen Oberflächen zum Einsatz. Bei geschliffenen Edelstahlflächen sind Kratzer unvermeidlich. Veredelter, warmgewalzter Chromstahl ist robuster und weniger kratzempfindlich.

Bei der Reinigung sind beide unkompliziert. Oft genügt es, die Fläche mit Wasser abzuwischen. Dabei dürfen keine kratzenden Schwämme verwendet werden. Für eine gründliche Reinigung empfehlen sich milde Handabwaschmittel oder ein Allzweckreiniger. Danach muss gründlich nachgewaschen werden, damit überschüssiges Putzmittel keine Striemen hinterlässt. Auch das Nachtrocknen mit einem nicht fusselnden Tuch ist notwendig.

Sollten dennoch Kalkflecken entstehen, lassen sie sich mit Essigwasser entfernen (Essig mit 80 % Wasser verdünnt). Vorsicht bei starken Verschmutzungen: Diese nicht wegkratzen, sondern einweichen und später gründlich reinigen. Edelstahlpflegemittel eignen sich für gelegentliche «Tiefenreinigung».

Edelstahl vermittelt kein heimeliges und wohliges Gefühl und wird in Haushaltsküchen eher selten eingesetzt. Doch er punktet mit Pflegeleichtigkeit. (Bild: Andrea Wyss)

Allgemeine Tipps für die Langlebigkeit

Beim Arbeiten:

  • Nicht direkt auf der Abdeckung schneiden, um Schnitte zu vermeiden (Aussehen, Hygiene).
  • Rüstabfälle in einem Gefäss sammeln.
  • Übergekochte und versehentlich ausgegossene Flüssigkeiten möglichst schnell entfernen, damit keine hartnäckigen Flecken entstehen.
  • Heisse Pfannen nicht direkt auf die Abdeckung stellen.
  • Pfannen beim Kochen zudecken, um Hitze- oder Fettspritzer zu minimieren.

Beim Reinigen:

  • Vorsicht mit scheuernden Schwämmen, Schmutzradierern oder (Mikrofaser-)Tüchern. Nur die wenigsten Materialien in der Küche sind kratzfest.
  • Küchenabdeckung nach jedem Gebrauch mit Wasser und mildem Allzweckreiniger oder Abwaschmittel reinigen. Dabei das Mittel nicht direkt auf die Abdeckung, sondern auf den feuchten Lappen sprühen.
  • Reinigungsmittel sparsam verwenden, damit keine Streifen entstehen.
  • Mit einem nicht fusselnden Tuch trocknen.
  • Bei speziellen Reinigungs- und Pflegeprodukten die Gebrauchsanleitung lesen und befolgen.

Allgemeines:

  • Für spezifische Fragen zum Material oder zur Pflege der eigenen Küchenabdeckung ist der Küchenbauer ein guter Ansprechpartner.
  • Nicht zu viel Dekoration verwenden, hinter der sich Schmutz ansammeln kann
  • Defekte Oberflächen zeitnah reparieren, um Folgeschäden zu verhindern. Das gilt auch für Fugen, damit kein Wasser eindringen kann.

Holz ist sensibel

Holzoberflächen aus Massivholzplatten oder Spanplatten mit Furnier bringen Wohnlichkeit in die Küche. Im Vergleich zu anderen Materialien ist der Pflegeaufwand höher. Wichtig sind eine sanfte Reinigung in Faserrichtung und der sparsame Einsatz von Wasser. Mikrofasertücher sind nicht geeignet, da sie dem Holz Öl entziehen. Bereits bei kleinen Beschädigungen der Oberfläche kann Wasser ins Holz eindringen.

Vorsicht ist auch bei den Kanten und Fugen geboten, damit dort keine Feuchtigkeit liegen bleibt. Je nach Gebrauch muss die Holzoberfläche regelmässig mit speziellem Pflegemittel oder Ölen behandelt werden, um die Maserung zu erhalten und das Absplittern zu verhindern.

Weiterlesen