Von der Anbauschlacht während des Weltkriegs zum heutigen Haslimehl

Zum fünften Mal wurde in Meiringen geschichtsträchtiger Weizen angesät. Das daraus entstandene Haslimehl wird nur in der Region vermarktet.

Auf den Feldern der drei Landwirte Andy Huggler, Peter Michel und Alfred Anderegg entsteht jährlich das besondere Haslimehl. Rund 30 Tonnen sind es mittlerweile auf den Gesamtflächen von 5,5 Hektaren, welche die drei dafür zur Verfügung stellen. Aus dem Mehl des Winterweizens entsteht unter anderem das mittlerweile beliebte «Haslibrot».

Von der Geschichte inspiriert

Die Idee hatte ursprünglich Andy Huggler aus Unterbach bei Meiringen, welcher in der Geschichte des Haslitals auf eine Besonderheit stiess. «Während der Anbauschlacht im zweiten Weltkriegs war es Pflicht, anzupflanzen. Im Haslital hatten wir damals diese Möglichkeit, um Weizen anzupflanzen. Und das inspirierte mich, dies in der heutigen Zeit wieder aufleben zu lassen», sagt Huggler.

Das Mehl verlässt die Region nicht

Seine Idee begeisterte und wurde vor fünf Jahren umgesetzt. Im «Haslimehlteam» sind ebenfalls Steff Frutiger (Frutal Bäckerei) und Stefan Glarner (Lohnunternehmer), beide aus Meiringen, welche mit Herzblut mithelfen. Das Haslimehl wird nur in der Region vermarktet: «Wir wollen dies bewusst in unserem Gebiet für die Einheimischen und die Hotellerie behalten. Denn für uns ist es ein mit Herzblut gemachter Nebenerwerb mit Freude am Haslimehl, welches in der Region hier verankert ist und bleiben soll», fasst Huggler zusammen. Man wisse nie, wie sich alles entwickelt. Und so sei der Spielraum gegeben, auch wieder zurückzustehen.

Etwas Besonderes für den Milchbetrieb

«Für meinen Landwirtschaftsbetrieb ist es einfach ein schönes Standbein, um den Betrieb mit etwas Besonderem zu ergänzen», erklärt Andy Huggler, bevor er mit Stolz seine am 20. Oktober frisch angesägte Winterweizenparzelle für das Haslimehl zeigt. Der 34-jährige Landwirt führt einen klassischen Milchwirtschaftsbetrieb.

Die Wetterveränderungen machen keinen Druck

Beim Feld ergänzt Andy Huggler: «Man weiss nicht, wie das Wetter und das Klima spontan von Jahr zu Jahr sind. Mit unserer Haslimehl-Strategie besteht so auch keine grosse Verpflichtung, wir haben keine grossen Risiken.»