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Kommunikation: Vier Ohren hören beim Reden mit

Kommunikation besteht aus «Senden» und «Empfangen». Beim Empfänger kommt leider nicht immer das an, was versendet wurde. Ein paar Tipps, damit aus einem Missverständnis kein Konflikt entsteht.

Es ist eigentlich höchst merkwürdig: Bei der wohl wichtigsten menschlichen Aktivität, der Kommunikation, passieren uns immer wieder Fehler, sprich wir verstehen uns falsch.

Ein Missverständnis bedeutet, dass ich nicht das gehört habe, was mir die andere Person sagen wollte. Auf diese Art können Konflikte entstehen und diese sind Gift für ein gutes Zusammenleben und -arbeiten auf einem Bauernbetrieb.

So geht gutes Kommunizieren

Ich-Botschaften senden: Ich beschreibe eine Situation so, wie ich sie wahrnehme. Ich bin mir bewusst, dass das Gegenüber wahrscheinlich eine etwas andere Sichtweise hat.

Rückfragen stellen: Wenn die Aussage des Gegenübers nicht eindeutig ist, kann ich mit einer Rückfrage die
Situation klären.

Die Sachebene ansprechen: Dem Gegenüber keine versteckten Vorwürfe machen.

  • Gutes Beispiel: «Die Türe ist offen, kannst du sie bitte schliessen»?
  • Schlechtes Beispiel: «Du lässt immer die Türe offen.».

Anliegen als Wünsche formulieren:

  • Gutes Beispiel: «Ich wäre dir dankbar, wenn du heute beim Einkaufen auch noch das Auto auftanken könntest».
  • Schlechtes Beispiel: «Mi söt de no tanke.»

Das Schweigen brechen: Das Schweigen bei der gemeinsamen Autofahrt kann zum Beispiel einfach mit der Frage «Was geht dir gerade durch den Kopf?» gebrochen werden.

Wertschätzung kommunizieren: Wertschätzung ist das Öl im Getriebe einer Partnerschaft und dem Zusammenleben auf einem Landwirtschaftsbetrieb.

Eine Prise Humor wirkt oft Wunder: Missverständnisse gehören zum Menschsein. Herzhaft über sich selber lachen ist oft besser, als sich zu ärgern und entschärft manche Situation.

Und wenn die Worte fehlen: Wenn die Basis für ein offenes, vertrauensvolles Gespräch nicht mehr vorhanden ist, kann es sinnvoll sein, eine externe Person zur Gesprächsleitung beizuziehen. Dies gilt sowohl für Konflikte in der Partnerschaft wie auch zwischen den Generationen. 

Kommunikation heisst «senden» und «empfangen»

Kommunizieren heisst «senden» und «empfangen» von Botschaften. Die grosse Herausforderung dabei ist, dass der Empfänger dasselbe wahrnimmt, was ihm der Sender mitteilen will.

Wer ist verantwortlich für ein Missverständnis? Ist es der «Sender» oder der «Empfänger» der Botschaft? Dem Gegenüber einfach die Schuld zuzuschieben, ist meistens zu einfach. Wir müssen uns immer wieder bewusst werden, was bei der Kommunikation genau abläuft, und uns auch fragen, was unsere Rolle dabei ist.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Was das Leben letztlich wertvoll macht, sind Begegnungen mit anderen Menschen. Wir kommunizieren mit:

  • Worten
  • Blicken
  • Gesten
  • Berührungen

Wir kommunizieren immer

Experten gehen davon aus, dass mehr als 80 Prozent der Kommunikation auf nonverbaler Ebene, also ohne Worte, abläuft.

Wenn ich meine Partnerin oder meinen Partner den ganzen Tag anschweige, habe ich zwar kein Wort gesagt, aber trotzdem Botschaften gesendet. Mein Gegenüber interpretiert mein Schweigen möglicherweise so, dass sie oder er mir nichts bedeutet. Vielleicht liegt der Grund für mein Schweigen jedoch ganz anderswo. Es kann nämlich sein, dass mich schwere Sorgen beschäftigen oder dass ich einfach gedanklich ein Projekt durchplane.

Wenn ich jemanden anlache, kommuniziere ich ebenfalls. Das gilt auch in Situationen, in denen ich meinem Gegenüber längere Zeit bewusst nicht in die Augen schaue. Wir kommunizieren immer. Man kann nicht «nicht-kommunizieren».

Vier Kommunikationsebenen

Gemäss dem Kommunikationsexperten Schulz von Thun funktioniert Kommunikation nach einem «Vier-Ohren-Prinzip». Jede versendete, verbale Botschaft kann vier Inhaltsebenen ansprechen:

  1. Sachebene
  2. Beziehungsebene
  3. Aussage über sich selber
  4. Appell ans Gegenüber

Sowohl für den «Sender», wie auch für den «Empfänger» einer Botschaft besteht die Herausforderung immer darin, sich zu fragen, auf welcher dieser vier Ebenen Informationen hin- und herlaufen.

Ein einfaches Beispiel

Die einfache Aussage: «Die Tür ist offen», kann je nachdem, über welche der vier Ebenen sie ankommt, eine ganz andere Botschaft enthalten. Beim Empfänger können folgende Botschaft ankommen:

Sachebene: Die Tür ist offen.
Beziehungsebene: Wenn es dir nicht passt, kannst du ja deine Sachen packen und gehen.
Aussage über mich selber: Ich habe kalt, weil die Türe offen ist.
Appell ans Gegenüber: Könntest du gefälligst die Türe schliessen!


Entsprechend unterschiedlich reagiert der Empfänger. Die ­Herausforderung besteht also ­darin, zu erkennen, auf welcher Ebene das Gegenüber etwas mitteilen will.

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