Die Schilderungen von Beat Friedli, der im Kanton Bern keine Bewilligung für seine Stellplätze, aber eine Strafanzeige erhielt und dem Schwyzer Kari Bürgi, der dank einer «Nutzungserweiterung» die Parkplätze auf seinem Hof für ein Übernachtungsangebot für Camper nutzen kann, zeigen deutlich: Beim Umgang mit Stellplätzen sind die Unterschiede je nach Kanton gross. Wir haben daher bei 22 kantonalen Raumplanungsämtern nachgefragt.

Die Idee ist unkompliziert

Generell versteht man unter einem Stellplatz eine Fläche, die in Hofnähe als Abstellplatz für eine kleine Anzahl autarker Wohnmobile oder Camper zur Verfügung gestellt wird. Das Angebot ist dabei kurzfristig, es geht primär um einen Abstellplatz für die Nacht, damit die Touristen in ihrem Gefährt übernachten können. Es werden keine baulichen Massnahmen vorgenommen, es kann aber Geld verlangt werden.

Fragt man bei den kantonalen Raumplanungsämtern nach, sind Stellplatz-Angebote in sehr kleinem Rahmen und für eine kurze Dauer z. B. im Kanton Glarus oder Luzern ohne Bewilligung möglich. Aber auch dort muss der Einzelfall beurteilt werden und immer ist es ratsam, zuerst mit den Behörden in Kontakt zu treten.

Viel zitierter Gesetzesartikel

Generell gilt das Raumplanungsgesetz (RPG) überall und in Sachen Stellplätzen ist besonders Artikel 24b RPG bzw. Artikel 40 der Raumplanungsverordnung (RPV) wichtig. Diese beschäftigen sich mit dem nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetrieb mit oder ohne engem sachlichem Bezug zur Landwirtschaft.

Je nach Kanton sieht man bei Stellplätzen einen engen sachlichen Bezug zur Landwirtschaft oder nicht. Nebenbetriebe mit engem sachlichem Bezug können ohne die Erfordernis eines Zusatzeinkommens bewilligt werden und es sind massvolle Erweiterungsbauten dafür möglich. Für die Bewilligung eines Nebenbetriebs ohne engen sachlichen Bezug muss hingegen nachgewiesen werden, dass der Hof auf ein Zusatzeinkommen angewiesen ist.

Mehr als nur Raumplanung

Neben dem RPG kommen im Bewilligungsverfahren auch noch andere Bestimmungen zu tragen, etwa im Bereich des Umwelt-, Lärm-, Brand-, oder Waldschutzes. In einigen Kantonen wurde als Reaktion auf die Corona-bedingt gestiegene Nachfrage ein Merkblatt zum Thema Stellplätze erstellt. Teilweise gibt es sogar kantonale Bemühungen, diese Form von Agrotourismus zu fördern.

 

Aargau

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Nein.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Kurzfristiges und seltenes Parkierenlassen von Wohnmobilen auf dem Hofareal, solange diese Nutzung in einem deutlich untergeordneten Rahmen stattfindet, keinerlei bauliche Massnahmen erforderlich sind und jeweils nur sehr kurze Zeitspannen betroffen sind (vgl. Abgrenzung zu § 49 Abs. 2 lit. e Ziff. 2 BauV, der explizit nur innerhalb der Bauzonen gilt).

Wofür braucht es eine Bewilligung? Alles was darüber hinaus geht, fällt unter Art. 24 RPG. Um eine Bewilligung zu bekommen muss das Projekt konzeptionell durchdacht und  rechtlich und sachlich durchführbar sein.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Zur Zeit nicht. Bei anhaltendem Bedürfnis bzw. entsprechenden Anfragen sind unter dem Titel des nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetriebs Möglichkeiten denkbar.

 

 

 

Appenzell-
Innerrhoden

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Jein.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Ohne bauliche Massnahmen und ohne erheblichen Einfluss auf den Raum im Prinzip ohne Bewilligung möglich. 

Wofür braucht es eine Bewilligung? Je nach Standort des Stellplatzes belastet ein ständiger Wechsel der Camper mindestens die Erschliessung und hat damit erheblichen Einfluss auf Raum und Umwelt. Eine Teilzonenplanäderung (von Landwirtschafts- in Campingzone) wäre theoretisch möglich, aktuell kann im Kanton AI aber kein neues Bauland ausgeschieden werden.
Es gilt das RPG (nichtlandwirtschaftlicher Nebenbetrieb).

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Im Rahmen von kantonalen Planungen, z. B. im touristischen Schwerpunktgebiet Wasserauen, werden auch Stellplätze für autarke Wohnmobile vorgesehen.

Bemerkungen: Baugesuch an Bauverwaltung einreichen. Bezüglich der Ausarbeitung des Betriebskonzeptes und dem Nachweis der Notwendigkeit eines Nebenbetriebes ist vorgängig Rücksprache mit dem Landwirtschaftsdepartement zu halten.

 

 

Appenzell-
Ausserrhoden

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Nein.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Grundsätzlich sind im Bereich eines Bauernhofes Abstellplätze für Wohnmobile und Camper ohne bauliche Massnahmen für die Benützung von maximal bis zu 20 Tage pro Jahr ohne eine Bewilligung möglich.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Alles, was über einen Stellplatz hinaus geht, ist bewilligungspflichtig. Dabei muss der Einzelfall geprüft werden, ob die Bewilligung erteilt wird. Voraussetzungen: Vollerwerbsbetrieb, Betriebskonzept für die Stellplätze, keine Beeinträchtigung übergeordneter Schutzziele (Moor- und Landschaftsschutz, Biotope usw.)

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Das Das Amt für Raum und Wald ist bestrebt, diese Form des Agrotourismus unter Abwägung der lokal wesentlichen Interessen zu ermöglichen.

Bemerkungen: Je nach Vorhaben werden im Bewilligungsverfahren z. B. Fragen des Lärm- und Brandschutzes, zur Hygiene oder der Einhaltung der Umwelt-, Natur- und Waldgesetzgebung behandelt (z. B. Abstand zum Waldrand).

 

 

 

Basel-
Land

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Ja.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Gilt als Nebenbetrieb mit engem sachlichem Bezug.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Es wird ein Merkblatt in Zusammenarbeit mit BL-Tourismus erarbeitet und in Kürze veröffentlicht. Stellplätze müssen sich in die Landschaft einpassen, hofnah sein, kurzfristiges Angebot (primär Abstellplatz für eine oder zwei Nächte), keine zusätzlichen Flächen befestigen.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Bäuerliche Nebenerwerbe sind gemäss RPG erlaubt. Es kann auf das zusammen mit BL-Tourismus erarbeitete Merkblatt verwiesen werden.

Bemerkungen: Man will mit einigen Pilotbetrieben im laufenden Jahr Erfahrungen sammeln. 

 

 

Bern

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Ja.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Siehe unten.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Gewerbsmässiges Zurverfügungstellen von Wohnmobilstellplätzen und ähnlichen Einrichtungen ist grundsätzlich bewilligungspflichtig. da sie nach Art. 7 des kantonalen Baubewilligungsdekret (BewD) den Raum äusserlich erheblich verändern, die Erschliessung belasten oder die Umwelt beeinträchtigen können.
Siehe auch BSIG Ziff. 2, Bst. m-p: Baubewilligungsfreie Bauten und Anlagen nach Artikel 1b BauG sowie Newsletter zum Bauen ausserhalb der Bauzonen, Ziffer 3.

Ein Stellplatz in der Landwirtschaftszone kann einzig zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe als sogenannter nichtlandwirtschaftlicher Nebenbetrieb nach Artikel 24b Raumplanungsgesetz (RPG) und Artikel 40 Absatz 3 Raumplanungsverordnung (RPV) bewilligt werden. Die Bewilligungsvoraussetzungen und die einzuhaltenden Kriterien sind allerdings sehr streng und im oben erwähnten Newsletter zum Bauen ausserhalb der Bauzonen beschrieben.

Es gibt zwei Möglichkeiten eines nichtlandwirtschaftlichen Nebenbetriebs: mit oder ohne engen sachlichen Zusammenhang zum landwirtschaftlichen Gewerbe (siehe auch Merkblätter Nichtlandwirtschaftlicher Nebenbetrieb (mit einem engen sachlichen Bezug zur Landwirtschaft) sowie Nichtlandwirtschaftlicher Nebenbetrieb (ohne engen sachlichen Bezug zur Landwirtschaft).

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze?  Man Klärt zurzeit mit dem Amt für Landwirtschaft und Natur ab, ob es eine rechtlich vertretbare Möglichkeit gibt beispielsweise für 1-3 Stellplätze, die ohne bauliche Massnahmen genutzt werden können, bei Betrieben, die auf das Zusatzeinkommen angewiesen sind.

Bemerkungen: Eine Bewilligung für einen Stellplatz als nichtlandwirtschaftlicher Nebenbetrieb mit oder ohne engen sachlichen Bezug zur Landwirtschaft zu bekommen, ist schwierig. Man solle frühzeitig mit der zuständigen Gemeinde Kontakt aufnehmen, um die Rahmenbedingungen zu klären. Das kantonale Amt wird bei Bauen ausserhalb der Bauzonen beigezogen.

 

 

 

Freiburg

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Jein. In jedem Fall zuerst Kontakt mit der Gemeinde aufnehmen. 

Was wird unter Stellplatz verstanden? Falls das Angebot nicht länger als 3 Monate stehen soll und die Umwelt nicht übermässig beeinflusst wird, sollte eine Meldung genügen. 

Wofür braucht es eine Bewilligung? Die Gemeinde entscheidet, ob ein ordentliches oder vereinfachtes Gesuch eingegeben werden kann. Ist der Fall unklar, informiert sich die Gemeinde beim Oberamt über das weitere korrekte Vorgehen. Ausserhalb der Bauzone ist eine Sonderbewilligung abzuklären. Prüfung des Vorhabens nach Art. 24b RPG. Das Gesuch braucht ein Betriebskonzept.  

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze?  Es ist eine App in Arbeit.

Bemerkungen: Hier finden Sie die vollständige Antwort aus dem Kanton Freiburg. 

 

 

Glarus

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Nein. 

Was wird unter Stellplatz verstanden? Wohnmobil auf bestehender Verkehrsfläche für eine Nacht..

Wofür braucht es eine Bewilligung? Sobald Platz neu hergerichtet wird (Kofferung, Wasser-, Stromanschluss, WC, usw.).
Sobald mehrere Camper stehen (im Sinne eines Campingplatzes).

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze?  Nein.

Bemerkungen: Es muss der Einzelfall beurteilt werden.

 

 

 

Graubünden

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Ja, fällt unter Art. 24b RPG.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Es gibt eine kantonale Wegleitung zum Thema Agrotourismus.

Bemerkungen: Spezifisches Merkblatt zu Stellplätzen ist in Arbeit.

 

 

Jura

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Ja, gemäss RPG.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze?  Es gibt im Kanton Jura 5 bus 10 Stellplätze auf Bauernhöfen, die vom kantonalen Tourismusbüro beworben werden. 

 

 

 

Luzern

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Nein. 

Was wird unter Stellplatz verstanden? 1 Stellplatz im bestehenden Hofareal ohne zusätzliche Bauten und Anlagen mit weniger als 30 Tagen Nutzung pro Saison

Wofür braucht es eine Bewilligung? Dauerhafte Nutzung von Stellplätzen für Zelte und Wohnmobile.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze?  Die Tourismusverbände arbeiten mit Nomady zusammen.

Bemerkungen: Stellplätze ausserhalb der Bauzone brauchen raumplanungsrechtliche Ausnahmebewilligung für «nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe
mit engem sachlichem Bezug zur Landwirtschaft». Es gibt ein spezifisches Merkblatt für Stellplätze. 

 

 

Nidwalden

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Ja, gemäss RPG, das Baugesetz sieht noch bis Ende 2022 eine eigene Regelung vor.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Kein definierter Begriff.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Das aktuelle Baugesetz lässt noch bis 31.12.2022 zwei Wohnwagen pro Parzelle für maximal 30 Tage zu, danach entfällt diese Bestimmung. Danach ausschliesslich Art. 24b RPG.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze?  Nein.

Bemerkungen: Stellplätze ausserhalb der Bauzone brauchen raumplanungsrechtliche Ausnahmebewilligung für «nichtlandwirtschaftliche Nebenbetriebe
mit engem sachlichem Bezug zur Landwirtschaft».

 

 

 

Obwalden

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Ja, ausser es wird eine Fläche spontan und unregelmässig zur Verfügung gestellt. (Dann gilt es als einmaliges übernachten, das in der Schweiz ausserhalb von Schutzgebieten überall ohne Bewilligung erlaubt ist)

Was wird unter Stellplatz verstanden? Siehe oben.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Regelmässige Übernachtungen mit kommerziellem Hintergrund. Egal, ob mit oder ohne bauliche Massnahmen. Es gilt  Art. 24b des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) und Art. 40 der Raumplanungsverordnung (RPV). 

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Nein aber andere Formen des Agrotourismus innerhalb von Gebäuden sind sehr willkommen. Das RPG bietet hier grosszügige Möglichkeiten. 

Bemerkungen: Grössere Stellplätze mit Infrastruktur kommen kaum in Frage. Neben den Bestimmungen von Art. 24b RPG stellen sich insbesondere Fragen zur landschaftlichen Integration solcher Vorhaben. Die zumeist weissen Campingfahrzeuge können die Landschaft stark prägen. Damit besteht die Gefahr, dass Art. 37 BauG und Art. 3 Abs. 2 Bst. b RPG auch schon durch wenige Fahrzeuge verletzt werden.

 

 

Schaff-
hausen

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Nein.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Zeitlich begrenzte, nicht wiederkehrende zur Verfügungstellung eines Platzes in der Landwirtschaftszone für ein Zelt oder einen Wohnwagen.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Wiederkehrendes, nicht einmaliges Angebot. Dann folgt die Prüfung aller Faktoren wie Zuwegung, Örtlichkeit, übergeordnete Interessen usw.  

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Nein.

Bemerkungen: Grundsätzlich sind Campingplätze ausserhalb der dafür vorgesehenen Zonen mit entsprechender Infrastruktur und Auflagen nicht erwünscht.

Es gibt ein kantonales Merkblatt für Stellplätze auf landwirtschaftlichen Betrieben. Ausserdem unterstützt der Naturpark Schaffhausen das Anbieten von Stellplätzen auf Bauernhöfen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

 

 

 

Schwyz

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Ja.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Siehe unten.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Standplatz ausserhalb von bewilligten Campingplätzen, auf bestehenden, befestigten Flächen im Betriebszentrum eines Hofs mehr als 30 Tage pro Saison und das Angebot von mehr als einem Standplätzen im Hofbereich braucht eine Baubewilligung. Bewilligung gemäss Art. 24b RPG möglich.  

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Nein.

 

 

Solothurn

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Ja., Es gelten das RPG sowie baupolizeiliche und Zonenvorschriften.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Im Rahmen des kantonalen Mehrjahresprogrammes Landwirtschaft ist auch ein entsprechendes Gesuch um Stärkung des Agrotourismus hängig. In einer ersten Phase sind nun die rechtlichen Rahmenbedingungen vertieft abzuklären.

 

 

 

St. Gallen

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Rechtlicher Graubereich.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Stellplätze im Hofbereich auf bereits befestigten Plätzen.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Neue befestigte Flächen für Stellplätze sind in jedem Fall bewilligungspflichtig.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Nein.

Bemerkungen: Entsprechend Art. 40 Abs. 4 RPV könnte zusätzlich eine Fläche von max. 100 m2 für Stellplätze befestigt werden. Es wird davon ausgegangen, dass Camper auch das agrotouristische Angebot (Verkauf und Zubereitung landwirtschaftlicher Produkte) nutzen. Es handelt sich eher um eine Vermietung von Grund und Boden denn um eine landwirtschaftliche Tätigkeit. Das durch Camper produzierte Abwasser darf nicht landwirtschaftlich verwertet und in eine Jauchegrube geleert werden. Für Fragen betreffend Baubewilligungspflicht ist in erster Linie die Standortgemeinde zuständig.

 

 

Thurgau

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Generell Ja.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Siehe unten.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Betreib eines Stellplatzes für die ganze Saison. Anders wäre es beim vereinzelten Abstellen eines Wohnmobils für ein paar Tage.
Es gilt RPG, und es braucht eine Betriebsbewilligung der Standortgemeinde.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Nein.

 

 

 

Uri

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Grundsätzlich ja. 

Was wird unter Stellplatz verstanden? Geringfügige Vorhaben, die weder öffentliche noch private Interessen merklich berühren ohne Baubewilligung möglich. Das heisst ein bis zwei Stellplätze auf bestehenden Flächen beim Betriebszentrum. Diese müssen aber der Gemeinde gemeldet werden, die über die Baubewilligungspflicht entscheidet. Kriterien nach RPG (nichtlandwirtschaftlicher Nebenbetrieb).

Wofür braucht es eine Bewilligung? Mehr als zwei Stellplätze. 

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Ja, der Kanton Uri unterstützt Gemeinden und Höfe bei der Errichtung von Stellplätzen. Hier finden Sie ein Merkblatt dazu.

Im Sommer 2020 haben zwei Urner Tourismusorganisationen zudem zusätzliche temporäre Stellplätze, sogenannte «TempCamps» geschaffen.

 

 

Wallis

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Ja.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Siehe unten.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Das Aufstellen von Wohnwagen, Zelten und dergleichen ausserhalb eines bewilligten Campingplatzes braucht eine Baubewilligung. Wild Campieren ist unabhängig von der Dauer bewilligungspflichtig.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Förderung des Agrotourismus über Strukturverbesserungsmassnahmen. Zusammenarbeit für Werbung und weitere Bereiche mit Agrotourismus Schweiz. Keine besonderen Massnahmen hinsichtlich Corona-Pandemie vorgesehen. Es gibt einen kantonalen «Leitfaden für agrotouristische Betriebe im Wallis»

Bemerkungen: Es sind insbesondere folgende rechtlichen Aspekte zu beachten: Baubewilligung, Betriebsbewilligung, Lebensmittelgesetzgebung, Tourismustaxen, Umweltschutz, Sicherheitsnormen.

 

 

 

Waadt

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Nein.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Gelegentliches Camping ohne bauliche Massnahmen.  (camping occasionnel, art. 27 LCCR) bis 4 Tage nicht bewilligungspflichtig

Wofür braucht es eine Bewilligung? Ab 4 Tagen braucht es eine Bewilligung der Gemeinde (keine Baubewilligung). Baubewilligung braucht es nur bei baulichen Massnahmen im Sinne von Art. 22 RPG. Das ist ausserhalb der Bauzonen aber grundsätzlich nicht möglich. Dafür bräuchte es eine Campingzone. 

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Nein.

Bemerkungen: Einem gelegentlichen Angebot von Stellplätzen dürfen keine öffentlichen oder privaten Interessen entgegenstehen. Natur- und Umweltschutz sind zu beachten (z. B. beim Abwasser).

 

 

Zug

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Nein.

Was wird unter Stellplatz verstanden? Einmalig und für die Dauer von höchstens sechs Monaten. Dann braucht es aber eine Meldung bzw. Bauanzeige bei der Standortgemeinde.

Wofür braucht es eine Bewilligung? Wenn der Stellplatz länger angeboten werden soll. Es gelten RPG und RPV.

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Stellplätze sind eine spannende Alternative, da Zug wenig Hotels in den Berggebieten hat. Zurzeit kein Verzeichnis von Zug Tourismus, es gibt aber laufend Ergänzungen.

Bemerkungen: Auch Übernachtungen auf Stellplätzen fallen unter das Beherbergungs-Gesetz und sind daher melde- und abgabepflichtig. Beherbergungsabgabe muss für jede Übernachtung von den Gästen durch den Gastgeber erhoben werden. Infos: https://www.zug-tourismus.ch/de/weitere-seiten/beherbergungsabgabe.

Zug Tourismus arbeitet zusammen mit der Buchungsplattform Nomady an einer digitalen Lösung zum Abrechnen kommunal unterschiedlich hoher Kurtaxen.

 

 

 

Zürich

 

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Ist ein Stellplatz bewilligungspflichtig? Ja. Für die Bewilligung entscheidend sind Art. 24b Raumplanungsgesetz in Verbindung mit Art. 40 Raumplanungsverordnung, je nach Standort weitere umwelt- und baurechtliche Vorgaben 

Gibt es eine kantonale Förderung für Stellplätze? Nein.