Grundsätzlich ertragen Vögel Hitze besser als wir. Sie haben eine Körpertemperatur von 41°C und bewegen sich bei hoher Temperatur einfach weniger. Sie verlagern ihre Futtersuche in die kühleren Morgen- und Abendstunden. Vögel suchen an den heissen Tagen vermehrt Schatten, trinken und baden häufiger. Im Gegensatz zu Igeln oder anderen kleinen Gartenbewohnern können sie einfach zur nächsten Wasserstelle fliegen – Vogelbäder sind ein Plus, aber kein Muss. Und dennoch hilft ein naturnaher Garten den Tieren enorm.
Sträucher spenden Schatten
Vögel profitieren von einem möglichst naturnahen und strukturreichen Garten. Einheimische Gehölze und Sträucher, wie Kornelkirsche oder Hundsrose, spenden nicht nur Schatten, sondern bieten Insekten – und damit der Nahrung von Vögeln – einen Lebensraum.

Auch in Totholz oder verwilderten Gartenecken, mit etwa Brennnesseln findet alles, was kreucht und fleucht, ein Zuhause. Eidechsen fühlen sich in Gartenmauern oder Steinhaufen wohl und locken immer wieder Vögel in den Garten.
Wer den Tieren eine Freude machen will, legt eine kleine Sandmulde mit etwa 30 Zentimetern Tiefe an – darin baden diese allzu gerne.
Wenn ein Vogelbad, dann richtig
Im Sommer baden Vögel selbstverständlich auch gerne nass. Die Vogelwarte Sempach warnt in einer Medienmitteilung aber davor, unüberlegt Vogelbäder aufzustellen. Diese können ohne regelmässige Reinigung schnell zur Krankheitsquelle werden. Grundsätzlich sollten Vogelbäder aus Seuchenschutzgründen jeden Tag gereinigt und das Wasser gewechselt werden. Wer das nicht kann, sollte lieber auf ein Vogelbad im Garten verzichten.
Vogelbäder sollten flach sein und einen niedrigen Wasserstand haben. Sonst besteht das Risiko, dass Vögel ertrinken. Ideal sind ungenutzte Pflanzenuntersetzer.
Der Standort des Vogelbads spielt eine wichtige Rolle dafür, ob es genutzt wird oder nicht. Es sollte zwei bis drei Meter frei einsehbar sein – so dass die Piepmatze eine gute Übersicht haben, wenn sie sich ein Bad genehmigen. Badende Vögel sind ein gefundenes Fressen für Hauskatzen.
Zudem sollte das Bad nicht in der Nähe von Fenstern stehen. Denn die meisten Vögel erkennen Fenster nicht als Hindernisse.
Am einfachsten wird das Vogelbad mit heissem Wasser gereinigt und danach an der Sonne getrocknet, das tötet Keime. Wer immer ein Bad anbieten möchte, verwendet idealerweise zwei Schalen im Wechsel.
Aus dem Nest, weil es zu heiss ist
Mauersegler leiden unter der Hitze. In ihren Nestern unter den Dachziegeln wird es teilweise bis zu 50 Grad warm. Jungvögel flüchten teilweise und verlassen das Nest, obwohl sie noch gar nicht fliegen können. So landen sie am Boden und werden nicht mehr von den Eltern gefüttert. Sie brauchen fachkundige Hilfe.
So unterscheiden Sie Alt- und Jungvögel:
- Gefieder: Altvögel haben ein dunkles Gefieder und einen hellen Fleck an der Kehle. Die Federn von Jungvögeln haben noch weisse Ränder.
- Flügge oder nicht: Flugfähige Mauersegler kreuzen ihre Flügel circa zwei Zentimeter vor der Schwanzspitze. Und ihre Flügel sind länger als der Schwanz. Wer sich nicht ganz sicher ist, dreht den Vogel vorsichtig auf den Rücken und kontrolliert die Federn: Sind die Federscheiden noch klar sichtbar, ist er nicht flügge.

Nach Hilfe krächzen
Wenn der Mauersegler nicht flügge ist, braucht er Hilfe. Dafür setzen Sie sich am besten mit der Vogelwarte Sempach (Tel. 041 462 97 00) in Kontakt. Sie berät oder verweist an regionale Stellen.
Für den Transport, sollte man den Vogel nicht in einen Käfig sperren, weil dort die Chance gross ist, dass er sich die Flügel verletzt. Ideal ist eine mit Haushaltspapier ausgekleidete Kartonschachtel mit Löchern im Deckel. Die Schachtel bis zur Abfahrt an einen ruhigen Ort mit Zimmertemperatur stellen.
An heissen Tagen kann dem Vögelchen tröpfchenweise Wasser am Schnabelrand angeboten werden – hat es Durst, nimmt es das Wasser an.
Wer auf einen Mauersegler trifft und sich nicht ganz sicher ist, ob er Hilfe braucht, kann auch die Online-Entscheidungshilfe der Vogelwarte nutzen.

