Ein Betrieb, viele interessante Betriebszweige, ein gut eingespieltes Paar, das ist Kernmatt. Auf dem über 16 ha grossen Landwirtschaftsbetrieb in Kägiswil herrscht vor allem im Sommer reger Betrieb. Um die Arbeitsspitze zu brechen, lassen Adrian und Margrit Müller die Hälfte ihrer Mutterkühe samt Kälbern auf der Alp sömmern. «Somit haben wir mehr Zeit für die saisonalen Arbeiten», erklärt Adrian Müller.

Erfolg dank Zusammenarbeit
«Unser Betrieb ist auf Direktvermarktung ausgerichtet. Es läuft gut und niemand von uns muss auswärts tätig sein», freut sich Margrit Müller. Dies sei nur dank der guten Zusammenarbeit mit ihrem Mann, ihrer Schwiegermutter Rosi Müller und der Mithilfe ihrer Kinder sowie weiteren helfenden Bekannten und Verwandten möglich. Natürlich fordere dies eine strukturierte Arbeitsaufteilung und Kommunikation. So sei es selbstverständlich, dass sie sich gegenseitig unterstützen würden.

Blumen ab Feld
«Meine Schwiegermutter hat schon vor der Hofübernahme im Jahr 2007 Schnittblumen sowie Blumensträusse angeboten und am Markt verkauft», somit sei sie auch jetzt noch die Hauptverantwortliche im Garten. «Sie hat ein enormes Wissen, wovon wir alle profitieren können», erklärt die Bäuerin. Die Blumen ziehen Müllers alle selbst.
Im 30 Are grosse Blumenfeld, das mit einem Hagelnetz ausgestattet ist, stehen bis zu 80 verschiedene Blumen. Vermarktet wird direkt ab Feld – die Kunden können sich vor Ort selbst einen Strauss zusammenstellen oder am Wochenmarkt in Sarnen am Samstag sowie auf Bestellung.
Legehennen werden verwertet
Müllers 2000 Legehennen können ihr Leben in einem grossen Aussengehege geniessen. Die Freilandeier werden erfolgreich direkt ab Hof vermarktet oder an regionale Restaurants, Bäckereien und andere Hofläden geliefert. Zudem liefert die Schwiegermutter bestellte Freilandeier auf ihrer wöchentlichen Tour direkt nach Hause.
«Im September 2021 haben wir unsere Legehennen erstmals metzgen lassen und verkaufen die tiefgekühlten Produkte wie Suppenhühner, Chicken Nuggets, Ravioli, Hamburger, «Ghackets» sowie geräucherte Hühnerbrust direkt ab unserem Hofladen», so Margrit Müller. «Da bei der Weiterverarbeitung eines Suppenhuhns andere Vorschriften gelten als beim Poulet, lassen wir unsere Legehennen in der Ostschweiz schlachten», erklärt Müller den umständlichen Produktionsweg.
Die Suppenhuhn-Vermarktung erstaune, der Absatz sei sehr zufriedenstellend. Vor allem in der Corona-Zeit sei die Nachfrage gestiegen: Immer mehr Leute merkten, dass Suppenhühner besser seien als ihr Ruf, das Immunsystem stärken würden und gut gegen Viren und Erkältung seien, so Margrit Müller.
Bäuerin gibt der Kundschaft Tipps
Der Hofladen ist bedient und alles ist unter Kontrolle. Wenn sich die Schiebetür öffnet, piepst ein Gerät, das Margrit Müller bei sich trägt. Der Betrieb liegt nicht an einer frequentieren Strasse, daher erstaunt es, dass sich das Gerät während des Interviews rege meldet. «Seit neun Jahren führen wir den neuen Hofladen und dürfen viele Stammkunden willkommen heissen», freut sich die Bäuerin. «Die Kunden kommen nicht nur wegen unserer Produkte, sondern auch für ein kurzes Gespräch», dabei bekommen sie von der Bäuerin wertvolle Tipps. Ihnen sei wichtig, dass der Hofladen bedient sei. Vor allem seit sie Suppenhühner verkaufen, seien der Austausch und die Informationen noch wichtiger geworden. Auch rund ums Ei gäbe es immer wieder Fragen: «Unsere Eier sind frisch. Wenn man diese hart kochen möchte, muss man die Eier 14 Tage liegen lassen, damit man sie gut schälen kann», weiss Margrit Müller aus Erfahrung.
Im ehemaligen Hühnerstall «unterem Gadädach», stellen Müllers einen Raum für 48 Personen für Feiern aller Art zur Verfügung. «Ich koche nur, wenn ich Zeit habe und meine Kinder und Adi mich unterstützen», berichtet die vierfache Mutter. Das heisst, die Familie und der Betrieb haben erste Priorität. Die Räumlichkeiten seien sehr gut gebucht und so können ihre Gäste auch ihr Essen selbst mitbringen oder ein Catering organisieren.
Schule auf dem Hof
Das ist noch nicht alles. «Gschaffig» sind die Müllers. So bieten Margrit und Adi Müller auch noch Schule auf dem Bauernhof. «Aber nur etwa zweimal im Jahr, wenn die Kinder das Thema Huhn in der Schule behandeln und bei uns auf dem Hof das Ei und Huhn erfahren möchten», teilt die Bäuerin lächelnd mit.
Weitere Informationen: http://www.kernmatt.ch/

