Wenn sich Wut unkontrolliert entlädt, verletzt dies das Gegenüber und hinterlässt oft einen Scherbenhaufen. Diese Energie in positive Bahnen zu lenken, ist lernbar.
Vorgelebte Streitkultur
Wie wir streiten, haben wir zu einem grossen Teil von unseren Eltern gelernt: Haben sie Konflikte unterdrückt? Sind sie einander jeweils eine Zeit lang aus dem Weg gegangen? Oder haben sie uns eine positive Streit- und Wut-Kultur vorgelebt? Auch die Gene und das Temperament eines Menschen beeinflussen den Streitstil.
Gefühle sind ein wichtiger Bestandteil unseres Wesens. Wenn wir sie wahrnehmen und ihnen Raum und Aufmerksamkeit schenken, bringen sie einen grossen Reichtum in unser Leben und in unsere Beziehungen. Einerseits kennen wir positive Gefühle wie Freude, Geborgenheit und Liebe. Andererseits gibt es Dinge, die in uns negative Gefühle auslösen. Man kann sich ärgern oder wütend sein über den Vorschriften-Dschungel der Agrarpolitik, das inkonsequente Verhalten der Konsumenten oder auch die immer gleichen Nörgeleien der Partnerin oder des Partners.
"Ich koche vor Wut"
Unsere Alltagssprache verrät einiges zur Wut. Aussagen wie "Der hat mich zur Weissglut getrieben", "Ich habe gekocht vor Wut", usw. kennen wir alle. Diese Metaphern zeigen: Wut ist eine geballte Ladung Energie. Im Idealfall gelingt es uns, dieses Kraftwerk in uns zu nutzen und diese Energie in positive Bahnen zu lenken. Wenn diese Energie-Bombe jedoch explodiert und unkontrolliert in alle Richtungen Giftpfeile in Form von Vorwürfen und Anschuldigungen schiesst, kommt es meistens zu einem zwischenmenschlichen Scherbenhaufen.
Altlasten verhindern ein gutes Zusammenleben
Die Verletzungen, die dabei entstehenden, werden oft über Jahre mitgeschleppt. Solche Altlasten belasten Beziehungen, verhindern ein gutes Miteinander und zerstören Lebensfreude oft schon im Keim. Das muss nicht sein: Ein positives Wut-Management hilft uns, unsere Wut positiv zu nutzten. Und es ist lernbar!

