Idyllisch liegt der Betrieb der Familie Aregger oberhalb von Eich mit einer atemberaubenden Sicht auf den Sempachersee. Bereits die Eltern von Armin Aregger waren innovative Persönlichkeiten, sie legten den Grundstein für die Kirschenproduktion auf dem Brunhof.
Direktverkauf von Steinobst
Seit zwölf Jahren führen Veronika und Armin Aregger den Hof. Sie haben auf den Direktverkauf ihrer eigenen Produkte rund um Kirschen und Zwetschgen gesetzt. Nebst einer Steinobstanlage stehen auf dem Betrieb 50 Kirschen-Hochstammbäume. Die Nachfrage nach kleinen Kirschen hat in den letzten Jahren stetig abgenommen. Auch im Detailhandel sind diese Kirschen nicht mehr gefragt. Auf der Suche nach einer geeigneten Absatzmöglichkeit entstand die Idee, die Kirschen in Form von Konfitüren, Dips und eingemachten Dessertkirschen zu vermarkten. Gemeinsam mit Freunden, welche einen Partyservice betreiben, werden die Produkte hergestellt und im Hofladen verkauft. Seit einigen Jahren ergänzen Destillate, Liköre und Eigenbrände wie auch ein Kirschen- und ein Zwetschgenwein das Sortiment.
Prämierte Weine
Die Idee mit dem Wein kam Armin Aregger nach einem Besuch der Obstbaumesse in Deutschland. Dort hat er einen Kirschenwein degustiert. So ein tolles Konsumgut wollte auch er produzieren. Mit Hilfe eines befreundeten Weinbauers fing er an, eine eigene Rezeptur auszutüfteln. Nach zirka drei Jahren waren sie mit dem Ergebnis zufrieden und nahmen den «Chriesiwy» ins Sortiment des Brunhofes auf. Familie Aregger verkauft ausschliesslich eigene Produkte, hinter denen sie stehen kann. Die investierte Zeit in den Wein hat sich gelohnt. Die Kirschenweine und der Zwetschgenwein erhielten neben dem Silber– sogar das Golddiplom am regionalen Qualitätswettbewerb 2020.
Die Idee «Eventlokal»
Das Interesse der Kunden an den neuen Produkten war gross und viele äusserten den Wunsch, mehr über die Herstellung zu erfahren. So entstand die Idee, einen weiteren Betriebszweig zu realisieren. Familie Aregger versuchte, fünf Jahre vorauszuschauen. «Wo will ich sein? Habe ich noch Lust, das Gleiche zu machen? Was will der Konsument von einem landwirtschaftlichen Betrieb?», diese Fragen haben sich Armin Aregger und seine Frau Veronika gestellt. Ihr Fazit: für Hobby und Freizeit gibt man gerne Geld aus. Ihr Plan war es, Hofführungen und Degustationen anzubieten. Die gesamte Familie ist offen, herzlich und mag es, Gastgeber zu sein. Die idealen Voraussetzungen für einen Degustations- sowie Eventraum. Eine Scheune, die meist ungenutzt auf dem Hof stand, war das ideale Objekt zur Realisierung des Traumes. «Wir haben die Räume nach unseren Vorstellungen umgebaut», sagt Armin Aregger stolz.
Mit den Räumen können die Degustationen wetterunabhängig stattfinden und dank der Vermietung für Anlässe sind die Lokale auch ausserhalb der Saison bestens genutzt.
Realisierung des Traumes
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Im Jahr 2018 starteten sie mit der Planung. Im Februar 2020 ging der Umbau los, die Coronazeit wurde somit sinnvoll genutzt. So entstanden zwei wunderschöne Räume, die mit ihrer einmaligen Aussicht zum Verweilen geradezu einladen. Die alte Scheune glänzt neu mit dem «Schopf» und «Heuboden», die bis zu 100 Gästen Platz bieten. Die Scheune hat der Landwirt mit viel Eigenleistung und Hilfe von Schreiner und Zimmermännern umgebaut.
Events liefen gut an
Nach den ersten Lockerungsmassnahmen des Bundes ist die Nachfrage bereits gross. Viele Anfragen gingen ein und alle, die zur Besichtigung kamen, haben zugesagt. Das freut Familie Aregger natürlich. Eine Teamsitzung des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes (LBV) war am 22. Juni der erste offizielle Anlass im Eventraum «Schopf».
Die Vorteile der Räumlichkeiten sieht Armin Aregger darin, dass sie nicht direkt auf dem Betrieb sind. «So spazieren Gäste weniger in den Stall hinein», meint er. Die Lärmemissionen sind begrenzt, da der Raum für sich allein steht und isoliert ist. Die Strasse führt direkt zum Hof, so werden keine Nachbarn gestört. Die anfallenden Arbeiten rund um den neuen Betriebszweig haben sich Armin und Veronika Aregger aufgeteilt. Veronika übernimmt die Büroarbeiten sowie die Anfragen zur Lokalmiete. Auch der kreative Part wie Dekorationen oder Werbung läuft über sie. Armin ist für die Hofführungen und Degustationen zuständig und bei Fragen zu den Räumen oder dem Betrieb vor Ort.
Bei Familie Aregger soll es mit dem neuen Betriebszweig so laufen wie mit allem, was sie machen: «Wir möchten unser ganzes Herzblut einbringen.» Und dieses Herzblut spürt man. Nicht umsonst kehren zufriedene Kunden auch aus weiter entfernten Kantonen immer wieder zurück.
Betriebsspiegel Brunhof
Betriebsleiter: Armin und Veronika Aregger
Ort: Brunhof 1, 6205 Eich
Flächen: 20 ha LN
Ackerbau: 2,4 ha Mais, 2,1 ha Winterweizen, 2 ha Raps, 1,2 ha Wintergerste und 4,6 ha Kunstwiese. Naturwiese und Ökofläche.
Obstbau: 1,5 ha Steinobst (1,2 ha Kirschen, 0,3 ha Zwetschgen) ca. 100 Hochstammbäume
Tiere: 26 Abferkelplätze AFP Ring, rund 23 Ausmastkühe
Neue Betriebszweige: Agrotourismus und Vermietung von Eventräumen

