Das Logo als Brücke zu den Kunden

Ein Logo sollte vielseitig einsetzbar sein und etwas über den Hof und seine Produkte aussagen. Daher muss es klug gewählt werden.

Das Geschäftsleben ist wie ein Date: Der Betrieb zeigt sich im besten Outfit und zieht damit die Aufmerksamkeit möglicher Kunden auf sich. Diese «verlieben sich» sofort in die Marke und wünschen sich nichts mehr, als ein baldiges Wiedersehen. Hier kommt das Logo zum Einsatz. Es steht für die Marke und bindet die Kundschaft an sie. Daher ist ein Logo für Betriebe so wichtig, die Direktvermarktung, Agrotourismus oder andere Dienstleistung anbieten.

Die Identität einer Marke

Ein gelungenes Logo erfreut das Auge und gibt erste Informationen zur Kernkompetenz des Betriebs. Deshalb muss sich jeder Betrieb vor der Erstellung des Logos Gedanken zur eigenen Identität machen.

  • Wer sind wir?
  • Was bieten wir an?
  • Was ist uns dabei wichtig?
  • Was hebt uns von anderen ab?
  • Welche Zielgruppe sprechen wir mit unserem Angebot an?

Das Logo widerspiegelt das Angebot des Hofes und zugleich die Art und Weise, wie gelebt und gearbeitet wird. Es macht auch eine Aussage zur Betriebsleiterfamilie. Zum Beispiel: Wir sind modern, frisch, jung, rustikal, traditionsbewusst, trendig, dynamisch, beständig, rebellisch, innovativ, spielerisch oder abenteuerlich.

Namensfindung mit Fantasie

Bevor ein Logo erstellt werden kann, braucht es einen Namen für die Marke. Dabei gilt der Grundsatz: Kunden prägen sich kurze Namen am besten ein. Ob der Familienname, Hofname, die Initialen oder ein Phantasiename gewählt wird, spielt keine Rolle. Hauptsache, er ist einfach auszusprechen. Idealerweise beinhaltet bereits der Markenname die eigene Werthaltung.

Ein Beispiel: Der Entlebucher Gin aus naturbelassenen, hochwertigen Zutaten trägt den Namen «Edelwhite». Im Logo enthalte ist der Name der Gründerin «White». Zugleich erinnert der Name an die Blume Edelweiss. Ein Symbol für die Schweizer Alpen und die Kraft der Natur.

Sofort im Gedächtnis

Der Markenname und das Logo müssen so einfach sein, dass sie sich sofort ins Gedächtnis einprägen. Eine Kombination aus Bild und Text kann unser Gehirn als Informationen gut speichern. Wer dabei mit dem Hof- oder Familiennamen arbeitet, verleiht schon bei Namen und Logo den Kernkompetenzen und der Werthaltung Ausdruck.

Weiter ist es wichtig, den Stil ganz bewusst zu wählen. So vermitteln alte Schriftzüge der Kundschaft Vertrauen. Sie sagen aus, dass sich diese Marke bewährt hat, auf Qualität und Handwerk setzt. Sie eignen sich für Betriebe mit langer Geschichte wie etwa eine Mühle oder eine Manufaktur. Hingegen wirken moderne, abstrakte Logos mit klaren Formen und viel leerem Raum innovativ und frisch. Sie passen hervorragend zu Branchen, welche sich mit neuen Technologien auseinandersetzen.

Wo einsetzen?

Die Funktion des Logos steht im Vordergrund und das Design muss sich an der Funktion orientieren. Detaillierte Logos sind schön, aber selten benutzerfreundlich. Das Design soll vielmehr einfach und klar sein und nicht zu feine Details aufweisen. Denn die Logos werden für das Branding der gesamten Firma benutzt. So sind etwa auf Briefmarken oder Briefpapier die Logos meist klein aufgedruckt. Wird eine Autobeschriftung oder ein Aufdruck auf Textilien gewünscht, sind feine Striche eine Hürde für ein qualitativ zufriedenstellendes Resultat.

Farben bewusst wählen

Die Farbwahl ist für die Umsetzung ebenso wichtig. Dazu kommt, dass jede Farbe eine Botschaft aussendet. Daher den Mix auf maximal drei Farben beschränken. Einfarbige Logos sind kostengünstig im Druck.

Die Gestaltung eines Logos widerspiegelt die Zeit, in der das Design erstellt wurde. Einige Betriebe verändern daher das Logo nach einigen Jahren. Dann spricht man von einem «Redesign». Die Gründe dafür können eine Anpassung an den Zeitgeist sein, Erweiterung oder Neuausrichtung der Betriebszweige, Betriebsübergabe oder eine veränderte Kundengruppe.

Ein Redesign ist erlaubt, wenn der wertvolle Wiedererkennungseffekt des Logos für die Kunden erhalten bleibt. Ein Beispiel ist die Logo-Änderung des Betriebes «Eichhof» im aargauischen Egiswil von Fränzi und Urs Baur. «Unsere Hofprodukte sollten frische, zeitgemässe Etiketten erhalten», erklärt Fränzi Baur. Denn die Stilrichtung des alten Logos war schwer zu integrieren. So entstand die Idee, ein neues Logo zu entwickeln, das Elemente des alten beinhaltet. «Das neue Logo entspricht dem Zeitgeist und hat eine persönliche Note.»

Der Wert der Marke

Jede Marke hat einen Vermögenswert. Das Logo repräsentiert diese Marke. Es ist die Brücke zwischen Produkt und Kunde. Jedes Mal, wenn ein Kunde ein Produkt mit Logo gerne verwendet, stärkt das das Vertrauen in die Marke und das fördert den Verkauf. Zum Beschenken von Freunden greift man in aller Regel zu bekannten Produkten. So erreicht das Logo neue Kundenkreise. Deshalb ist ein Logo so wichtig. Es soll überall und immer an den Betrieb erinnern.

Profis ans Werk

Die Bedeutung eines Logos ist hoch und dementsprechend soll es perfekt gestaltet sein. Deshalb lohnt es sich, in ein neues Logo zu investieren und es in guter Zusammenarbeit mit Fachpersonen zu erstellen. Dazu werden mehrere Offerten eingeholt und verglichen. Bevor sich das neue Logo auf den Markt etabliert, soll das Vieraugenprinzip angewendet werden. Bekannte und Verwandte sollen die Möglichkeit erhalten, eine Rückmeldung zur Wirkung zu geben.