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Das Gemüse in der Erdgrube hat sich prächtig gehalten

Nach uralter Art wurden Randen, Sellerie und anderes Gemüse im Herbst im Liebegger Schulgarten zur Lagerung im Boden versenkt. Wir waren beim Ausgraben der Schätze dabei.

Der grosse Moment kam am Endes des Kursnachmittags: Die Liebegger Gartenklasse deckte am Dienstag die Erdgrube ab und holte Gemüse aus dem Boden. Ende Oktober hatten sie es mit Regine Kern, der damaligen Leiterin des Schulgartens, versenkt . Mehrere Kisten mit Randen, Pastinaken, Sellerie und Karotten brachten sie mit dieser uralten Methode über den Winter.

Das Gemüse lebt weiter

«Das Gemüse lebt, die Stoffwechselprozesse gehen weiter», kommentierte Regine Kern diese uralte Konservierungsart. «Es bleibt knackig, das Aroma wird sogar noch besser, es verliert an Herbheit und wird süsser.» Früher, erzählte sie, wurde ein Teil des zweijährigen Gemüses im Frühling wieder in den Garten gesetzt und die Gärtnerinnen gewannen neue Samen daraus.

Als grösste Schwierigkeiten bei der Erdlagerung hat Regine Kern die Mäuse und die Gefahr von Fäulnis kennengelernt, Frost sei hingegen kein Problem. Die Erdgrube an der Liebegg bot mit 80 Zentimetern Tiefe Platz für mehrere Etagen Kunststoffkisten, in denen das Gemüse lagerte. Ein Polster aus Nussbaumlaub und ein Gitter aus Drahtgeflecht wirkten gegen die Mäuse. Zuunterst schütze eine umgedrehte Kiste vor Staunässe, und auf das oberste Gemüse kam ein strohgefüllter Jutesack zur Isolation, nochmals Nussbaumlaub, schliesslich ein stark wasserabweisendes Kompostvlies und Holzbretter.

Das Gemüse in der Erdgrube hat sich prächtig gehalten

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Nur erste Qualität

Geeignet für diese Frischlagerung sind Wurzel- und Knollengemüse, weniger geeignet sind Lauch und Kopfkohlgewächse. «Nur Gemüse von erster Qualität kommt in die Erdgrube», erinnerte Regine Kern an die Grundsätze des Befüllens, also nichts mit Rissen oder Schadstellen. Das Gemüse wurde grob gerüstet, das Kraut und teilweise die Wurzeln entfernt und der Dreck abgeputzt – «ja nicht waschen». Direkt nach der Ernte aus dem Garten wieder in die Erdgrube, das ist gemäss Regine Kern ideal, und zwar je später, je besser. Die Winterfröste kämen immer später, da könne man bis in den November hinein warten, falls der Boden nicht zu nass sei.

«Das Aroma wird sogar noch besser.»

Die Gartenfachfrau Regine Kern weiss, was sie an der Erdgrube hat.

Mäuse fühlten sich zu Hause

«Das Öffnen ist immer wieder eine Überraschung», berichtete Regine Kern aus jahrelanger Erdgruben-Erfahrung. Einmal wurde sie von einer Mäusefamilie angestaunt, die im Trockenen und umgeben von Vorräten einen guten Winter gehabt hatte, und im milden Winter des Vorjahres war das Gemüse weitergewachsen.

Dieses Jahr dauerte die Lagerung Corona-bedingt zwei Wochen länger als vorgesehen, trotzdem kamen die Randen leuchtend rot zum Vorschein, prall der Sellerie und saftig die Rüebli.

Gartenfrisches März-Gemüse

Ein Mäusenest fand sich auch dieses Mal in der Erdgrube, allerdings ausserhalb des Drahtgitters. Pech für die Mäuse, ein Glück für Teilnehmenden des Gartenkurses, die ihre Taschen nun noch im März mit gartenfrischem Gemüse füllen konnten.

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