Gleich vorweg: Dahlien sind nicht die pflegeleichtesten Blumen im Garten, sie möchten königlich behandelt werden. Sie sind nicht winterhart und müssen im Herbst für ein sicheres Überwintern ausgegraben und frostfrei überwintert werden. Das hört sich aber meist komplizierter an, als es in Tat und Wahrheit ist.
Die Knolle muss im Winter ins Warme
Meist reichen im Garten ein paar vorsichtige Stiche mit einer Grabgabel, um die Knolle zu lösen. Die oberirdischen Teile werden auf eine Handbreit zurückgeschnitten. An einem frostfreien Platz überwintern die Knollen, bis sie wieder nach draussen können. Das heisst, ab April an einem geschützten Platz oder in einem Topf im Frühbeet oder dann ab Mitte Mai direkt ins Beet. Wer sich noch mehr Mühe geben will, kann die ausgegrabenen Knollen waschen, trocknen und in speziellem Trocknungssubstrat einlagern. Das ist aber meistens gar nicht nötig.
Ein Topf bringt einige Vorteile
Möchte man die Dahlien nicht zwingend im Herbst ausgraben, kann man sie in einen grossen Topf pflanzen. Viele Dahlien wachsen auch dort. Der Pflanztopf kann nach dem Rückschnitt im Herbst samt Pflanzen eingelagert werden.
Ein Pflanztopf bietet noch weitere Vorteile. So bietet er etwa einen gewissen Schutz gegen Wühlmäuse. Zudem sind die Blumen dort auch gegen Schnecken geschützt, die Dahlien lieben. Gegen die Schneckenplage kann helfen, die Blumen in einem Topf vorzuziehen. So können sie ab etwa Anfang April im Haus oder an einem warmen, geschützten Ort austreiben und so den Schnecken davon wachsen. Ab Mai können die Pflanzen aus dem Topf ins Beet gesetzt werden.
Eine enorme Vielfalt an Sorten
Weltweit sind über 30 000 Dahliensorten registriert. Es ist also für jeden etwas dabei. Die Knollen kann man im Frühjahr ohne grossen Aufwand teilen und hat so schnell viele Dahlienstöcke. Oder man erweitert seine Sammlung immer mal wieder um eine neue Form und Farbe und verschenkt und tauscht seine Knollen. Aber nicht nur die Blüten sind dekorativ, auch das Laub kann unterschiedliche Färbungen und Formen haben, von hellem Grün bis fast violett-schwarz.
Manche Dahlien werden weit über einen Meter hoch, während andere mit 40 cm gut überschaubar bleiben. Einige machen riesige Knollen, andere sind da eher zögerlich. Es gilt, ein wenig auszuprobieren, welche Sorte sich für den eigenen Garten und den eigenen Geschmack eignet.
Ungefüllte Blüten für Insekten
Dasselbe gilt bei Farbe und Form der Blüte. Die Blüten werden aufgrund ihrer Blütenform in verschiedene Klassen eingeteilt. Für Insekten sind die ungefüllten oder einfach blühenden Sorten attraktiver und besser zugänglich. Wichtig ist eine offene Blütenmitte, bei der die Staubblätter nicht weggezüchtet und auch erreichbar sind.
Idealerweise kombiniert man Dahlien mit anderen, insektenfreundlichen Dauerblühern. So geben Eisenkraut, einjähriger Salbei oder Schmuckkörbchen nicht nur einen Kontrast, sie ergänzen auch das Angebot an Schnittblumen für den Blumenstrauss.
Viele Schnitte bringen mehr Blüten
Das Grossartige ist: Je mehr man Dahlien schneidet, desto üppiger wachsen sie nach. Also kann man in einem guten Jahr über den ganzen Sommer Blumensträusse mit wunderbaren Dahlien machen. Dahlien reifen in der Vase nicht nach, das heisst, die Blüten öffnen sich nicht mehr nach dem Schneiden. Der Schnittzeitpunkt ist ideal, wenn die inneren Blütenblätter noch leicht geschlossen sind.
Auch für den Gaumen tauglich
Falls man weniger auf der floristischen, aber mehr auf der kulinarischen Seite unterwegs ist: Dahlienblüten sind grundsätzlich essbar. Viele riechen intensiv, manche schon fast künstlich parfümiert. Hier muss man sich ein wenig durch die Sorten testen für den eigenen Geschmack. Mit intensiven roten Blüten lassen sich zum Beispiel ein knallroter Sirup oder Gelee herstellen. Sie sind aber auch als Dekoration auf dem Teller eine Bereicherung. Die Knollen wären ebenfalls essbar, was bei uns kaum gemacht wird – ganz im Gegensatz zu ihrer Heimat Mexiko.
Die Dahlie ist also mit einem leicht grünen Gärtnerdaumen eine vielseitig nutzbare Pflanze, die noch lange nicht aus der Mode gekommen ist.
Rezept Dahlienblütensirup
Ergibt rund drei Liter Sirup
· 2 Liter Wasser in einer Chromstahlpfanne von mindestens 3 Litern Inhalt aufkochen.
· 1,5 bis 2 kg Zucker zugeben, rühren, bis sich der Zucker auflöst.
· 40 g Zitronensäure zugeben und auflösen.
· Ein bis zwei Handvoll Dahlienblütenblätter waschen und zugeben. Am besten eignen sich Rot- und Violetttöne mit lieblichem Duft. Je mehr, desto intensiver das Aroma.
· Den Ansatz zudecken und ein bis zwei Tage stehen lassen.
· Die Dahlienblüten mit einem Sieb abschöpfen und den Sirup durch ein Sieb oder Tuch filtern.
· Den Sirup auf 85°C bis siedend erhitzen.
· Anschliessend den Sirup randvoll in saubere Flaschen abfüllen und sofort verschliessen.
· Die verschlossenen Flaschen kühl und dunkel aufbewahren.

