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Das Agrarmuseum Burgrain hat finanzielle Sorgen

Der Museumsverein steht unter neuer Leitung von Jakob Lütolf. Doch die finanzielle Zukunft ist unsicher, vom Kanton Luzern wird Geld erwartet.

Nebst dem Projekt «Erlebnis Agrovision» beim ehemaligen Schulgutsbetrieb wurde auch das benachbarte Agrarmuseum vor Jahren neu konzipiert und im Juni 2021 eröffnet. Schon vor mehr als zwanzig Jahren sei die visionäre Idee lanciert worden, den Burgrain als überregional ausstrahlende Plattform für Landwirtschaft und Ernährung zu entwickeln, erinnerte der abtretende Präsident Walter Haas an der Generalversammlung des Vereins Schweizer Agrarmuseum.

Lütolf neu Präsident

Neu als Präsident wurde Jakob Lütolf, Wauwil, gewählt. Neu im Vorstand Einsitz nehmen Anja Meier, Willisau, und Peter Meier, Alberswil. Sie ersetzen Josef Christen und Walter Haas, der für sein zehnjähriges Präsidium zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Ehrenvolle Auszeichnungen

Das digital modern konzipierte Agrarmuseum erhielt kürzlich zwei Preise. So im vergangenen Dezember den Prix Expo 2022 für die beste naturwissenschaftliche Ausstellung. Anfang Mai wurde dem Museum beim internationalen Award in Barcelona aus 33 Mitbewerbern der Meyvaert-Nachhaltigkeitspreis verliehen. Diese öffentlichen Auszeichnungen brächten zwar kein Geld, seien aber für den Ruf und für weitere Partnerschaften sehr wertvoll, meinte Haas.

Im Berichtsjahr 2022 seien die Echos der rund 19 000 Besucher(innen) (inklusive Veranstaltungen), der 104 Schulklassenbesuche und von über 80 Führungen überaus positiv gewesen. Der Museumsverein zählt nahezu 600 Mitglieder und unterstützt zusammen mit zwei Dutzend «Freunden des Agrarmuseums» die Museums-Stiftung jährlich mit rund 50 000 Franken.

Es fehlt an Geld

Aktuell habe das Agrarmuseum, welches von der gleichnamigen Stiftung getragen und betrieben wird, ernsthafte Zukunftssorgen. «Trotz günstigen lokalen Bedingungen und viel ehrenamtlichem Engagement ist der professionelle Museumsbetrieb finanziell nicht zu stemmen», erklärte Stiftungsratspräsident Max Eichenberger. Für die Stiftung sei ein substanzieller Kantonsbeitrag nun «der letzte Zwick an der Geisel» (siehe Kasten). Gemäss Eichenberger könne das Museum derzeit dank Beiträgen von Stiftungen den Betrieb noch finanzieren. Diese laufen aber aus, und ab 2025 fliesse kein Geld mehr, wie er in der «Luzerner Zeitung» erklärt. Ab 2025 fehle dem Museum für einen professionellen Betrieb jährlich eine halbe Million Franken.

Derzeit kein weiteres Geld vom Kanton Luzern

In einem Postulat forderte der Luzerner Kantonsrat Hasan Candan die Regierung auf, zu prüfen, wie der Betrieb des Museums Burgrain sichergestellt werden könne im Hinblick auf fehlende finanzielle Mittel. Bisherige Beiträge In ihrer Antwort wies die Luzerner Regierung auf die bisherige Unter­stützung hin: So erhielt das ­Museum bis 2017 Kulturförderbeiträge aus dem Lotteriefonds des Bildungs- und Kulturdepartementes. Für das 2021 neu eröffnete Schweizer Agrarmuseum sicherte das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement Investitionsbeiträge von maximal 250 000 Franken aus dem Lotteriefonds zu; und als einmalige Anschubfinanzierung einen Betriebsbeitrag von je 75 000 Franken in den Jahren 2022 und 2023. Diese Unterstützung wurde mit den aktuellen Ausstellungsthemen Klimawandel und Klimaadaption begründet. Beteiligung wird geprüft Für regelmässige Betriebsbeiträge gebe es aber weder rechtlich noch im Sinne des Kulturfördersystems eine Grundlage. Die Trägerstiftung habe weder Bildungsauftrag noch Leistungsvereinbarung mit dem Kanton. Das Museum sei privatwirtschaftlich geplant worden. Für den Fortbestand sei die Trägerstiftung zuständig. Im Rahmen der Weiterentwicklung der regionalen Kulturförderung soll aber geprüft werden, wie sich der Kanton an regional bedeutenden Kulturinstitutionen beteiligen soll. Eine Zusicherung für das Agrarmuseum sei heute aber nicht möglich. 

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