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Viele Ausbildungswege führen in die Landwirtschaft

Nach der Grundbildung stehen in der Landwirtschaft viele Wege offen. Weiterbildungen wie etwa die Berufs- oder Meisterprüfung vertiefen fachliches Wissen mit betriebswirtschaftlichen und unternehmerischen Kompetenzen.

Arbeiten in und mit der Natur, der Umgang mit Tieren, Maschinen und natürlichen Produkten: Die Berufe in der Landwirtschaftsbranche sind vielseitig. Sie bieten eine solide und breite Berufsausbildung mit Zukunftsperspektive. Vielseitig sind auch die Wege in die Landwirtschaft (siehe Grafik).

Anforderungen sind in allen Bereichen gestiegen

Durch die immer komplexere und sich rasant entwickelnde Welt steigen die Anforderungen in allen Bereichen und somit in allen Berufen. Auch die Landwirtschaft ist von Veränderungen im digitalen Bereich und in der Kommunikation stark betroffen. Weitere Faktoren wie der Klimawandel und die gesellschaftlichen Anforderungen spielen zudem eine bedeutende Rolle.

Wie in anderen Sektoren gilt gemäss Petra Sieghart, Leiterin Agriprof beim Schweizer Bauernverband (SBV), auch in der Landwirtschaft: «Die Welt entwickelt sich weiter und wir müssen uns mitentwickeln.» Dazu gehören beispielsweise die steigenden Anforderungen an Arbeitssicherheit und die Aufzeichnungspflicht. «Auf all das müssen wir die jungen LandwirtInnen in der Ausbildung vorbereiten», betont Sieghart.

Das EFZ bereite vor allem auf die produktionstechnischen Grundlagen vor. Wer Lernende ausbilden will, brauche mindestens die Berufsprüfung. Für die Betriebsführung empfiehlt Agriprof dies auch als Minimum. Wer seinen Betrieb strategisch weiterentwickeln wolle, was für einen langfristig erfolgreichen Betrieb erforderlich sei, sollte unbedingt die Meisterprüfung absolvieren, empfiehlt Sieghart.

Weiter stehen verschiedene Weiterbildungen und Laufbahnen im landwirtschaftlichen Umfeld zur Wahl, zum Beispiel in den Bereichen Beratung, Ausbildung, Planung, Verkauf, Marketing, Verarbeitung oder Geschäftsführung. Auch eine Ausbildung im Fachhochschul- oder Universitätsbereich ist möglich.

Viele Ausbildungswege führen in die Landwirtschaft

«Um den Betrieb strategisch weiterzuentwickeln, empfiehlt sich die Meisterprüfung.»

Petra Sieghart, Agriprof

Anzahl Lernende in der Landwirtschaft bleibt stabil

Im laufenden Schuljahr 2025/26 befinden sich rund 3500 Lernende in Ausbildung für ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) in einem landwirtschaftlichen Beruf.

Die Lernendenzahlen sind in den letzten Jahren auf einem stabilen Niveau geblieben und in der Tendenz steigend. Mehr als ein Drittel der Lernenden absolviert eine Zweitausbildung, der Frauenanteil liegt bei rund 25 Prozent.

Gut ausgebildete Fachleute aus dem Berufsfeld Landwirtschaft sind gefragt, wie der SBV schreibt: Ob bei der Hofnachfolge oder auch in den vor- und nachgelagerten Bereichen. Der positive Aufwärtstrend bei den Lernendenzahlen dürfe aber nicht blenden: Genügend gut ausgebildete Berufsleute mit den richtigen Kompetenzen zu haben, bleibt auch in Zukunft eine Herausforderung.

Landwirtschaftliche Berufsbildung entwickelt sich laufend

«Die Landwirtschaft untersteht erst seit 2005 dem Bildungsgesetz. Das machte eine Totalrevision der Grundbildung notwendig, die in einer neuen Bildungsverordnung ab 2009 endete. Davor war die Ausbildung ganz anders aufgebaut als in anderen Berufen», erklärt Petra Sieghart.

Auch heute ist man stets daran, die landwirtschaftliche Ausbildung den aktuellen Anforderungen anzupassen, wie zum Beispiel mit der neuen Bildungsverordnung für die Grundbildung EFZ ab dem Schuljahr 2026/27 (siehe Kasten).

«Die Qualität der Ausbildung wird sicher steigen. Allein schon weil der Bildungsplan an die heutigen Herausforderungen angepasst wurde», sagt Sieghart.

Auch dass man mit dem neuen System individueller auf die Bedürfnisse der Auszubildenden eingehen kann, sollte die Qualität positiv beeinflussen. «Mit der Wahl der Fachrichtung(en) entscheidet man sich für den Bereich, den man wirklich braucht bzw. der einen wirklich interessiert», so Sieghart.

Grundbildung ab Schuljahr 2026/2027

Die neue Bildungsverordnung für die Grundbildung EFZ wurde am 23. Mai 2025 erlassen und ist am 1. Januar 2026 in Kraft getreten. Neue Bildungsmodelle beim EFZ Für diejenigen, welche ab dem Schuljahr 2026/27 mit einer der folgenden Ausbildungen starten, gilt: - Landwirt/in EFZ: 3-jährige Ausbildung mit 6 verschiedenen Fachrichtungen und der Möglichkeit, in einem 4. Jahr eine zweite Fachrichtung zu absolvieren. - Weinberufe: Die Berufe Winzer/in EFZ und Weintechnologe/-login EFZ werden nach dem gleichen Modell zu einem Beruf Weinfachmann/-frau EFZ mit den zwei Fachrichtungen Winzer und Kellerwirtschaft zusammengelegt. - Geflügelfachmann/-frau EFZ: Wird kein eigenständiger Beruf mehr sein, sondern eine Fachrichtung des Berufs Landwirt/in EFZ. - Gemüsegärtner/in EFZ: 3-jährige Ausbildung wie bisher, ohne Fachrichtungen. - Obstfachfrau/-mann EFZ: 3-jährige Ausbildung wie bisher, ohne Fachrichtungen. - Biologischer Landbau: In allen Berufen und Fachrichtungen berücksichtigt, keine separate Vertiefung mehr. Neue Verordnung auch bei EBA Für die Agrarpraktiker/innen EBA erfolgt die Umsetzung der neuen Bildungsverordnung ein Jahr später, also ab Schuljahr 2027/28. Die interne Vernehmlassung von Bildungsverordnung und Bildungsplänen ist abgeschlossen. www.agri-job.ch