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Silage: Nacherwärmung vermeiden mit der richtigen Entnahmetechnik

Die passende Entnahmetechnik hängt von der Herdengrösse, der Futterart und dem Vorschub ab. Mit der richtigen Technik vermeidet man Qualitätsverluste und erleichtert die tägliche Arbeit.

Um die tägliche Stallarbeit zu entlasten, braucht es zuverlässige Systeme, die dem Betrieb und den individuellen Gegebenheiten angepasst sind. Auf vielen Betrieben wird Silage das ganze Jahr über verfüttert. Die Entnahmetechnik muss nicht nur im Winter, sondern zu jeder Jahreszeit funktionieren.

Welche Technik zur Siloentnahme gewählt wird, entscheidet sich aufgrund der betrieblichen Bedürfnisse: Herdengrösse, Futterart und Futterzusammenstellung sind ausschlaggebend, wie und wie viel Silage täglich gerüstet werden soll.

Täglicher Vorschub ist ein wichtiger Faktor

Die Silogrösse sollte mit der aktuellen Herdengrösse übereinstimmen. Zu langsamer Vorschub kann zu einem Qualitätsproblem führen. Um eine Nacherwärmung zu verhindern, ist der tägliche Mindestvorschub wichtig.

Deshalb sollte das Silo so dimensioniert sein, dass es zur aktuellen Fütterungsmenge und -strategie passt. Die Faustregel für den Mindestvorschub beträgt laut der «Siliervereinigung» im Winter im Hochsilo 10 cm und im Sommer 15 cm. Für das Fahrsilo empfehlen sie mindestens 1 m pro Woche im Winter und 2 m im Sommer.

Der Vorschub sollte im Sommer grösser sein als im Winter, damit es auch bei hohen Aussentemperaturen nicht zu einer Nacherwärmung kommt. Wenn der Vorschub nur gering ist, sind Geräte mit glatter Schnittkante, wie eine Silozange oder eine Siloschaufel, gegenüber reissenden Systemen wie der Greifschaufel oder dem Kamm im Vorteil.

Verschiedene Futterarten erfordern andere Arbeitsweise

Die Art des Futters entscheidet über die geeignete Technik, die eingesetzt werden kann. Das Entnahmegerät soll die Silage effizient und schonend aus dem Silo entnehmen, ohne die Qualität des verbleibenden Futters zu beeinträchtigen.

Einige Geräte sind für bestimmte Futtermittel konzipiert, andere bieten eine grössere Flexibilität. Betriebe, die verschiedene Silagen verfüttern, sollten auf Vielseitigkeit achten. Zentral ist das Schneidesystem, das mit präzisen Schnitten eine glatte Anschnittfläche hinterlassen soll. Das ist wichtig, um Lufteintritt und eine Nacherwärmung zu verhindern.

Silofräsen für das Hochsilo

Wenn mit derselben Entnahmetechnik verschiedene Futter gerüstet werden sollen, ist es wichtig, die verschiedenen Arbeitsweisen der Geräte zu kennen. Für die Obenentnahme von Grassilage im Hochsilo eignen sich Kettensilofräsen. Silofräsen arbeiten mit rotierenden Walzen, die das Futter gleichmässig abtragen. Diese schneiden das Gras mit grosser Kraft heraus. So ergibt sich ein sauberer Schnitt, der die Qualität der Silage bewahren kann. Je nach Bedarf können bei der Kettenfräse die Messer mit kleinen Schaufeln ersetzt werden, um auch loses Häckselgut zu fördern.

Für kurzes Futter wie beispielsweise Maissilage oder CCM kommt die Schneckenfräse zum Einsatz. Die Schneckenfräse ist darauf ausgerichtet, kurzes Futter zu lösen. Sie eignet sich nicht für Grassilage, denn sie könnte sich darin festfressen.

Für die Entnahme von Silage gibt es diverse Möglichkeiten. (Bild: BauZ)

Verschiedene Systeme für das Fahrsilo

Hier gibt es viele verschiedene Systeme, die an Traktor oder Hoflader angebaut werden können. Vom Siloblockschneider zum Kamm bis zur Silogreifschaufel bieten sich für jede Futterart und Hofeinrichtung gute Möglichkeiten an.

Berücksichtigen sollte man hier die Arbeitsbreite: Das Gerät sollte ungefähr so breit sein wie der Traktor oder Lader, damit im Fahrsilo bis an den Rand geschnitten werden kann. Hier stellt sich sodann die Frage, wohin das Futter transportiert werden soll: Kommt es direkt in den Mischwagen oder muss noch ein Weg gefahren werden bis zur Futterküche oder ins Tenn?

Mit der Wahl des richtigen Gerätes können Verluste umgangen werden. Wenn Transportwege mit dem damit verbundenen Futterverlust ein Thema sind, ist vielleicht der Silokamm das richtige Werkzeug. Diesen gibt es sowohl als Anbaugerät als auch selbstfahrend oder gezogen. Er ist mit einem Bunker ausgestattet, der Mengen zwischen 1,8 und sogar 4,2 m³ bei den gezogenen Geräten auffangen kann.

Das Futter kann damit direkt im Tenn abgelegt werden. Auch die Flexibilität des Gerätes kann die Richtung vorgeben. Kombigeräte wie die Silozange können auch für andere Arbeiten eingesetzt werden, verlangen aber bedeutend mehr Sorgfalt in der Siloentnahme: Wichtig sind, neben dem Vorschub, eine saubere Anschnittfläche und eine schonende Entnahme.

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