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Auf der Suche nach Klarheit für die Wohnsituation

Für Familie Kunz aus Ersigen BE ist klar: Sobald Sohn Hannes den Betrieb übernimmt, zieht er ins Bauernhaus. Im Moment wohnt er mit seiner Freundin in einer Wohnung im Dorf, das passt für beide.

«Den Jungen auf dem Kopf herumtanzen»: Das möchte Barbara Kunz (54) nicht. Sie macht sich jetzt schon Gedanken über die Wohnsituation auf dem Betrieb in Ersigen. Aus Erfahrung weiss sie, wie es ist, wenn mehrere Generationen unter einem Dach leben. Sie sieht die Vorteile, etwa die Hilfe beim Kinderhüten. Doch «einander dauernd sehen und hören» ‒ das ist ihr unangenehm. Deshalb möchte sie so bald wie möglich Klarheit über die Wohnsituation nach der Hofübergabe.

Seit Anfang 2026 läuft die Generationengemeinschaft zwischen Vater Manfred Kunz (55) und Sohn Hannes (28). Die Gemeinschaft ist auf fünf Jahre ausgelegt, kündigen können beide Seiten jährlich. Hannes Kunz lebt mit seiner Freundin Saskia Binggeli in einer Wohnung ganz nahe des Betriebs, das Paar ist absolut zufrieden: «Wir haben keine Kinder und die Wohnung passt für uns.» Dennoch ist für alle Beteiligten klar: Sobald Hannes den Betrieb übernimmt, zieht er auf den Betrieb.

Dann wird es eng im grossen Bauernhaus. Aktuell leben Manfred, Barbara und Hannes’ jüngster Bruder Mathias in der Familienwohnung.

Eine Etage gehört als Nutzniessung der Mutter von Manfred Kunz

Die Treppe führt zur Etage, die Elisabeth Kunz gehört. Die Mutter von Manfred Kunz hat die Nutzniessung des zweiten Stocks. (Bild: «die grüne» / Pia Neuenschwander)

Elisabeth Kunz, die Mutter von Manfred Kunz, wohnt im zweiten Stock in einer eigenen Wohnung. Sie hat die Nutzniessung für ihre Etage. Neben ihrer Wohnung gibt es noch ein Studio, das vermietet ist. Die Wohnung hat einen eigenen Eingang, aber auch zwei recht steile Treppen. Die Nutzniessung hat Manfred Kunz’ Vater als Absicherung für seine Frau eintragen lassen, als er krank wurde. Manfred Kunz hat den Betrieb aus der Erbengemeinschaft gekauft, als er noch sehr jung war.

Als es um die Gründung der Generationengemeinschaft ging, hat Familie Kunz sich auch mit dieser Nutzniessung befasst: «Wir haben schätzen lassen, was es kostet, die Nutzniessung aus dem Vertrag herauszukaufen», sagt Hannes Kunz. Er sieht es nüchtern: Die Wohnung sei 30-jährig und sanierungsbedürftig. Die Nutzniessung zu kaufen und zu sanieren, das bringe (zu) hohe Kosten mit sich.

Barbara Kunz wünscht sich Klarheit fürs zukünftige Wohnen

In der Küche spielt sich ein grosser Teil des Familienlebens ab. (Bild: «die grüne» / Pia Neuenschwander)

Daher braucht es Lösungen und Barbara Kunz möchte sich damit auseinandersetzen. «Ich hätte kein Problem damit, vom Hof wegzuziehen», sagt Barbara Kunz. Denn aufs Alter werde ein grosses Haus mit viel Garten sowieso eine Belastung, ist sie überzeugt. Etwas Kleineres mit wenig Umschwung, das würde ihr gefallen. Manfred Kunz sieht es ähnlich entspannt wie sein Sohn: «Ich möchte einfach gern in Ersigen bleiben», sagt er. Etwas kaufen, das halten er und seine Frau für wenig realistisch: «Die Immobilienpreise sind enorm hoch, da die Wohnlage dank Autobahnanschluss und öffentlichem Verkehr sehr gefragt ist.»

Das Wohnzimmer schliesst direkt an die Küche an. (Bild: «die grüne» / Pia Neuenschwander)

Ob umbauen oder mieten die Lösung sein wird, ist also noch offen. Auf die Frage, wie er bei einem Umbau vorgehen würde, antwortet Hannes Kunz: «Ich würde die Gemeinde von Anfang an einbeziehen.» Sinnvoll findet er, nachzufragen, was je nach Situation überhaupt möglich ist, einen groben Plan zu erstellen und dann mit den zuständigen Behörden zu diskutieren. «Wer die Gemeinde im Boot hat, hat schon viel gewonnen», ist er überzeugt. Wann diese Gespräche nötig werden – darüber zerbricht er sich im Moment nicht den Kopf.

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