Wer gewinnt am Kilchberger Schwinget den Siegermuni Ultimo?

Original Braunvieh-Züchter Paul Korrodi stellt bereits zum dritten Mal in Serie den Siegermuni am Kilchberger Schwinget im Kanton Zürich. Der ehemalige Kranzschwinger hofft auf ein unfallfreies Fest und einen Nordostschweizer Sieger.

Werden nach dem Schlussgang des diesjährigen Kilchberger Schwingets die Berner oder die Nordostschweizer jubeln? Oder gibt es gar eine Überraschung und ein Schwinger aus den anderen Teilverbänden setzt sich durch?

«Es würde mich natürlich freuen, wenn einer unserer Nordostschweizer Spitzenschwinger den Schlussgang gewinnen würde», erklärt Landwirt Paul Korrodi aus Schönenberg ZH. Paul Korrodi war bis vor neun Jahren selbst Schwinger und gewann in seiner Karriere zehn Kränze.

Vier Lebendpreise aus Korrodis Stall

Seit einem Jahr ist Viehzüchter Korrodi der technische Leiter des Zürcher Kantonalen Schwingerverbands. Doch trotz dieser Funktion wird er am Kilchberger Schwinget nicht als Betreuer der Schwinger im Einsatz sein, sondern vor Ort im Stall die Lebendpreise betreuen, denn Paul Korrodi ist der Besitzer von gleich vier der sechs Lebendpreise.

Neben den Original-Braunviehrindern Daniela, Frieda und Zirbe kommt auch Siegermuni Ultimo aus seinem Stall. Schon an den letzten beiden Austragungen des Kilchberger Schwingets konnte er den Siegermuni stellen.

2014 durfte Matthias Sempach den Stier Wilson entgegennehmen, 2021 freute sich Co-Festsieger Samuel Giger über den Muni Harald. «Es macht mich natürlich stolz, dass schon zum dritten Mal der Hauptpreis aus meinem Stall kommt», erklärt Paul Korrodi.

Kein Vorführen in der Schwingerarena

Anders als bei früheren Austragungen wird der Zürcher OB-Züchter seinen Stier am 5. September 2026 aber nicht durch die Arena auf dem Stockengut in Kilchberg ZH führen können. Das angepasste Sicherheitskonzept erlaubt dies nicht mehr.

«Das ist einerseits natürlich schade, andererseits befindet sich die Stallung an einem stark frequentierten Platz nahe der Schwingarena. Entsprechend werden die Tiere und damit auch die Sponsoren dennoch grosse Aufmerksamkeit erhalten.»

Ultimo ist es gewohnt, sich an unterschiedlichen Standorten zurechtzufinden. So stand er als Deckstier, neben dem Heimbetrieb in Schönenberg ZH, schon auf Betrieben im Berner Oberland und in den Kantonen Zug und Nidwalden. Zudem wurde er auch schon am Zuger Stierenmarkt ausgestellt.

Paul Korrodi züchtet in Schönenberg ZH Original Braunvieh. Alljährlich läuft er mit seinem Vieh an die Viehprämierung in Wädenswil.(Bild: Reto Betschart)

Halbbruder von KB-Stier Rasimus

Paul Korrodi kaufte den Muni als Kalb. «Ich habe Ultimo bei dessen Züchter Wisel Marty schon reserviert, bevor der Muni auf die Welt kam», erinnert sich Paul Korrodi. Vor allem die Stierenmutter Humana habe ihn beeindruckt.

Die Harlei-Tochter schloss bereits ihre 6. Laktation ab und weist eine durchschnittliche Leistung von 9 288 kg Milch aus. Auch im Schauring ist sie keine Unbekannte. An der Sorexpo 2024 gewann die mit EX95 eingestufte Humana den Vize-Champion-Titel sowie die Mention Honorable im Schöneuterwettbewerb.

Ultimo ist zudem ein Halbbruder des über die KB sehr stark eingesetzten Stiers Rasimus. Das günstige Kappa-Casein (BB) und das Beta-Casein (A2A2), welches Ultimo vererbt, sind für Paul Korrodi ebenfalls wertvoll. «Beim Verkauf von Original-Braunvieh-Zuchttieren ist dieses Merkmal vielfach bedeutend», betont der Zürcher Viehzüchter.

Gross, lang und 1 200 Kilogramm schwer

Paul Korrodi wird Ultimo in den nächsten Tagen auf seinen Betrieb zurückholen. «Allerdings kann ich ihn nicht an den Platz anbinden, wo normalerweise meine Zuchtstiere stehen, dafür ist Ultimo mittlerweile zu gross und zu lang», so Paul Korrodi. Er werde dem über 1 200 Kilogramm schweren Koloss eine separate Box einrichten, wo er sich wohlfühle und genügend Platz habe, wie es sich für einen Siegermuni eines Schwingfestes mit eidgenössischem Charakter gehöre.

Wie schon erwähnt hofft Paul Korrodi darauf, dass am Kilchberger Schwinget ein Nordostschweizer Ultimo in Empfang nehmen kann. Und natürlich würde es ihn auch freuen, wenn der Schlussgang-Sieger den Muni nicht behalten würde, sondern Ultimo wieder in den Stall zurückkäme.

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